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328

G. SOTIRIADES

die Athener in die Ebene gelockt hat, wo sie wirklich bei
dem Ansturm, bei dem sich die Reihen etwas auflösten, jede
Deckung verloren, während Philipp, der «Schritt für Schritt
sich 'zurückzog und seine Phalanx dicht zusammenhielt», durch
eine kleine Schwenkung nach rechts an den sanften Hängen
der Hügel östlich vom Löwendenkmal das «überhöhte Gelände»
rasch gewinnen konnte. Da inzwischen der rechte Flügel der
Griechen zersprengt wurde und die Makedonen sich über die
Ebene ergossen, so konnten die Athener ihre Rettung nur nach
rückwärts, nach Lebadia suchen. In diese Einbuchtung einge-
zwängt, mussten sich alle ergeben, die den Pass nicht recht-
zeitig genug erreichen konnten. Auch die Flüchtigen des grie-
chischen Mitteltreffens und des rechten Flügels, soweit sie nicht
in der Ebene von der makedonischen Reiterei eingeholt wur-
den, konnten durch den Pfad bei Bramaga oder auch etwas süd-
östlicher, wo der Berg zu sanfteren Hängen übergeht, auf das
Thurion und weiter nach Lebadia Rettung suchen * 1. Die kür-
zeste Linie zwischen der steilen Wand des Thurion und dem
Grabhügel der Makedonen beträgt nur 1120 Meter; allein der
Kephisos ist noch etwa 100 m vom Grabhügel entfernt und
zwischen dem Keratapass, welchen wohl die Griechen durch
eine geschickte Truppenverteilung für sich frei gehalten haben
müssen, und dem Kephisos, dessen Bett auch etwas weiter als
heute vom Grabhügel entfernt gewesen sein kann, durften die
Griechen ihre Schlachtlinie bis zu 2000 m ausclehnen. Mehr
Raum für die Aufstellung ihrer Truppen brauchten sie nicht
und unter der Voraussetzung dieser Aufstellung erklärt sich
völlig ausreichend der Gang der Schlacht nach den kurzen,

Wir möchten nur hervorheben, dass die Bodengestaltung in der Einbuchtung des
Iveratapasses die Benutzung von leichten Truppen erforderte und ermöglichte;
dadurch hielten die Athener auch den Pass besetzt. Vielleicht fanden auch am
Kephisos die böotischen Reiter Anwendung gegen die makedonische Reiterei;
aber diese Verhältnisse entgehen jeder sicheren Kenntnis, da uns darüber die
Quellen nicht aufklären.
1 Es ist nicht richtig, was Kromayer (S. 159) bemerkt, dass die Nordseite des
Thurion nur noch steile Abhänge und kein Tal hat ; die Schlucht bei Bramaga
führt in 1/J Stunde auf die Plöhe zum Weg nach Livadia ; der Pfad ist nicht
schlechter als der durch den Keratapass führende.
 
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