Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 28.1903

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E. PREUNER

clichters und Prytanen 80 — 60 v. Chr., begreiflich sein1. Die
verschiedenen Möglichkeiten darzulegen, würde zu weit führen.
Je später wir die Girardsche Liste datieren und je weiter wir sie
und die Heraialiste von einander rücken, desto grössere Wahr-
scheinlichkeit würde natürlich jene Kombination gewinnen.
Es wird vorsichtiger sein, die Identität des athenischen Komi-
kers auf Samos mit dem Ariston I des Stammbaums als nur
möglich zu betrachten. Dass er jener phalerischen Familie ange-
hört hat, halte ich auch heute noch für ausgemacht; aber ob
er etwa der Vater oder Bruder des Timostratos I gewesen, ob
nach Ariston I ein weiterer ^Αρίστων Άρίστωνος einzuschieben
sei, dürfte sich schwerlich entscheiden lassen.
Der Vater des Dichters der neuen Tragödie in der Heraia-
liste, Sosistratos Z. g, hat ebenfalls Sosistratos geheissen, wie
sich aus dem Namen des Gymnasiarchen Σωσιστράτου toxi Σωσ[ι-
στρά]του του νεωτέρου Ζ. 2 ergiebt. Auf eben diesen νεώτερος
ging wohl das samische Psephisma W. Vischer Kleine Schriften
II 1878 S. 143 Nr. 2 (vgl. H. Swoboda Griech. Volksbeschl.

1 Da für den vorletzten Vorgänger des Τιμόστρατος II, Theopeithes, JG II
1047, 40 bereits 183/2 der Vater έπέδωκεν (Kirchner 7004), stünde von dieses
Timostratos II Seite der Identität des Ariston I mit dem Dichter auf Samos
nichts entgegen.
Von des Thesmotheten Πόσης Kollegen II 863 war der eine, Attinas, Ephebe
119/8 (Kirchner 2693, doch wohl derselbe JG VII 417)1 ein anderer Moschion
105/4 (Kirchner 10451); Athenodoros κήρυξ βουλής έξ Άρείου πάγου 97/6
(Kirchner 266), der Vater oder Onkel des Polemarchen Phiiotas (Kirchner 14935)
100/99 γυμνασίαρχος εις Δήλον (Kirchner 12836), während der κήρυξ βουλής
Eirenaios vielleicht bereits II 1047 II 9 erscheint (Kirchner 4646) ; es könnte
auch ein gleichnamiger Sohn sein. So dürfte Poses frühestens um 90 Thesmothet
gewesen sein. Derselben Zeit wird die tanagräische Liste JG VII 540 angehö-
ren, die neben dem Tragödiendichter Asklepiades, Hieromnemonen in Delphi
117/6 (Kirchner II S. 450, 2589 b) den Herold Praxiteles, Epheben 105/4 .(Kirch-
ner 12176), aufführt.
Des Poses Sohn Αρίστων II kann kaum vor 60 v. Chr. Prytane gewesen sein,
da die Väter von zwei seiner Kollegen, des Aristomachos (Kirchner zu 6639) und
Asklepiades (Kirchner zu 7694), 107/6 und 101 o Epheben xvaren, der des Sostra-
tos Eranistes 102/1 (Kirchner zu 4755)· Die oropische Liste JGVll 416 kann
kurz nach 80 v. Chr. fallen.
Dass die attischen Archontenjahre jener Zeit und damit die Kirchnerschen Datie-
rungen noch vielfach in Frage stehen, daran braucht kaum erinnert zu werden.
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