Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 37.1912

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ΘΕΟΙ ΕΠΗΚΟΟΙ

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Soter und Hygieia (38), an Apollon (15) und Sarapis (84),
diese letztere als monumentale Weihung besonders hervor-
zuheben: es ist die Inschrift auf dem Gebälk des Sarapis-
tempels in Milet, dem III. Jahrli. n. Chr. angehörig. Die In-
schriften aus Pergamon und Priene, die der Aphrodite έπή-
κοος geweiht sind (5; 6), gelten wohl der griechischen Göttin,
während man bei den Weihungen aus Prusias (4) und der
vom Tempel des Zeus Panamaros in Karien (3) eher an die
orientalische Aphrodite (vgl. weiter unten) denken wird. Aus
Ephesos stammen zwei Weihungen an Artemis Epekoos (24;
25); es handelt sich natürlich um die Artemis Epliesia, die
wir mit diesem Kultnamen aus einer entsprechenden In-
schrift aus Rom kennen (26). In Palaestina dagegen, wo wir
Artemis mit der sonst für sie nicht bezeugten Epiklesis La-
kaina finden, scheint die Übertragung eines lakonischen
Kultes vorzuliegen, vorausgesetzt dass die Ergänzung der
Inschrift sicher ist (28; die Sammlung der Inschriften von
Gerasa durch Lucas, Mitt. d. Palaestinavereins 1901 ist mir
nicht zugänglich). Ganz singulär wie diese Artemis Lakaina
ist Athena Soteira Epekoos in Kappadokien (43); leider ist
die Inschrift nur zum Teil gelesen. Die Dioskuren kommen
als έπήκοοι1 nur in Kara Agatsch vor (50), dagegen sahen
wir schon, dass ihrer Schwester Helena das gleiche Beiwort
zugeteilt wird (oben S. 2). Nemesis heisst in Hissarlik εΰή-
κοος (71 a), in Pisidien mit der üblicheren Form επήκοος (71);
in Dacien findet sich der entsprechende lateinische Ausdruck
exaudientissima (71 b). Dass man gerade sie als gnädig preist,
beruht auf ähnlichen Vorstellungen, wie die Erteilung dieses
Wortes an Tyche. Ares Epekoos im Munde eines römischen
Legionärs ist verständlich (17); dieser Lucius Gattius Corne-
lianus wird in der Tat an Ares oder Mars gedacht haben,
während in dem Ares θεός πατρώος einer römischen Inschrift

matique XIII 1911, 113 ff. Zum Namen des Asklepios Διωρυγείτης (oder
διώρυγα κατοίκων in unserer Inschrift) bemerken Bourguet nnd A. J. Rei-
nacli, REG. XXI 1908, 193: ‘sans doute un canal amenait les eaux medi-
cinales de Brousse’.
1 Bei Pauly-Wissowa V unter Dioskuren sowohl in der Liste der Kult-
orte wie der Kultnamen nachzutragen.
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