Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 37.1912

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ΘΕΟΙ ΕΠΗΚΟΟΙ

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(Prentice, Greek and Latin inscriptions I Nr. 100-108 a),
ist von niadbah ‘Altar’ abgeleitet; in der Volkssprache
hiess der Gott, der hellenisiert Zeus ßomos, halb griechisch
und halb syrisch Zeus Madbachos heisst, wohl ‘Gott-Altar’,
wobei der zweite Ausdruck als eine Art von Appositiv
oder Permutativ zu fassen istVor dem Tempel, dessen
Pylon jene Inschrift an Zeus Bomos Epekoos trägt, fan-
den sich die Spuren eines alten Altars, hier sass offenbar
der alte semitische Altarkult fest, und darum errichtete
man gerade an dieser Stelle den griechischen Tempel. Wie
dem hohen männlichen Gott, der als Zeus bezeichnet wird,
kommt auch der orientalischen Aphrodite das lobende επή-
κοος zu. Den schon oben S. 31 erwähnten Beispielen ist noch
die aus der Zeit Ptolemaios I. stammende Inschrift 2 hin-
zuzufügen, die bei Tyros in der ‘Höhle der Schamglieder’
gefunden ist. So heisst der Ort bei den Arabern, weil auf
dem Stein weibliche Geschlechtsteile dargestellt sind; es han-
delt sich also um einen orientalischen, vielleicht mit sacra-
ler Prostitution verbundenen Kult, man denkt natürlich zu-
nächst an Astarte, die Tertullian (Apologeticus 24) als die
Göttin Syriens bezeichnet. An der gleichen Stelle nennt er
als Hauptgott Arabiens Dusares, und diesen Gott haben wir
wohl in dem θεός Αραβικός έπήκοος der Inschrift aus Gerasa
(106) zu erblicken1 2. Eine ganze Reihe von orientalischen
Gottheiten sind als δαίμονες έπήκοοι3 zusammengefasst auf
dem Denkmal, das Antiochos von Kommagene um die Mitte
des I. Jh. errichtete; die Götter sind durch griechische und
persische Namensform bezeichnet. An erster Stelle steht als
der höchste Gott Ahuramazda, mit Zeus Oromasdes bezeich-

1 Littmann bei Prentice, a. a. O. 125; vgl. Hermes XXXVII 1902, 11 8 f.
Über Verehrung des Altars vgl. Robertson Smith, Lectures on tlie Religion
of the Semites 188: ‘ the sacred stone is altar and idol in one’. Porphyrios,
de abstinentia II 56 S. 181 Nauck: Δουματηνοί δε τής Αραβίας κατ’έτος
έκαστον έθυον παΐδα, δν υπό βωμόν έΟαπτον, φ χρώνται ώς ξοάνω.
2 Vgl. Cagnat zu der Inschrift; über Dusares s. Cumout, Pauly-Wissowa
V 1865; Brünnow-Domaszewski, Provincia Arabia I 1 904, 1 88 ff.
3 Die ‘sichtbaren Dämonen’ bei Humann-Puchstein 281 sind wohl nur
ein lapsus calami.
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