Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 37.1912

Page: 110
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/am1912/0122
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
110

A. S. ARVANITOPULLOS

halten können, wenn es nicht zerbrochen wäre. Jetzt ist es
wieder zusammengesetzt. Η. 1 2 cm.
Genau die gleiche Form zeigen thönerne Fläschchen (ein
ganzes, 16,5 cm hoch., und die Scherben von einigen anderen
entsprechenden kleineren Gefässen lagen im Grabe); bis auf
einige Spuren der Drehscheibe, die absichtlich als Schmuck
angebracht sind, ist es unverziert. Es gehört zu derselben
ganz gewöhnlichen Gattung von Parfümflaschen wie Abb. 13
(H. 22,3 cm), die in Gräbern des III-I. Jahrh. v. Chr. so häu-
fig sind. In unserem Grabe lagen zwei gleiche, eines mit
einem wagrechten Schlitz in der Wandung; vielleicht war es
als Sparbüchse verwendet.
Die intacte runde Büchse mit übergestülptem hohem
Deckel (Abb. 8, H. 5,2 cm) besteht aus unbemaltem, rötlich-
gelbem Thon. Sie enthielt wohl Schminke für die Toilette.
X. Bronzenes Kopfgefäss (Taf. VII) und
Toiletten gerät.
Frauenkopf aus Bronze (Inv. Nr. 13717), mit dem Halse
in einem Stück gegossen (H.13,3, Dm d. Bodens 8,1 und 7,1;
D. der Wandung 6 cm), intact erhalten bis auf leichte, von den
Bauern hie und da abgekratzte Wucherungen, mit tiefgrüner
Patina. Innen ist der Kopf hohl, der Boden offen, aus dem
Scheitel ein trapezförmiges Stück als Deckel ausgeschnitten:
dieses bewegt sich in einem Charnier, konnte aber durch einen
(jetzt verlorenen) Querstab verschlossen werden, der in zwei
seitlich angelöteten Oesen lief. Demnach diente der Kopf als
Behälter, und zwar wahrscheinlich als Sparbüchse, da sein
Verschluss durchaus dem von Graeven, Arch. Jalirb. 1901,167
abgebildeten entspricht. Da aber der Boden fehlt, muss der
Kopf auf einem Behälter, etwa aus Holz, gesessen haben.
Dargestellt ist eine junge Frau mit vollen charakteristi-
schen Zügen und halbgeöffnetem Munde. Die Augensterne
sind nicht aus anderem Stoffe eingesetzt, sondern durch
kräftige Gravierung angegeben Das Haar ist sorgsam in
1 Entsprechende Wiedergabe der Augensterne findet sich schon seit
der Zeit Ptolemaios II. ; vgl. Pernice-Winter, a. a. O. 16.
loading ...