Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 37.1912

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W. DÖRPFELD.

X. DIE BAUWERKE

geschlossen. Den Tatbestand an dieser Stelle veranschau-
licht die Zeichnung in Abb. 2. Unter den Sitzreihen des
Theaters erkennt man die beiden gut gemauerten Ecken
A und C und dazwischen die Füllmauer B aus kleinen
Steinen. Rechts oben ist noch der Stylobat D der oberen
Nordhalle gezeichnet. Dieselben Mauern, nämlich ein Stück
der nördlichen Mauer A mit ihrer Ecke, ein kleines Stück
der Zwischenmauer B und die Innenecke der vorderen
Mauer C sind auch auf unserer Tafel XXI (Photographie
Perg. 1913) von SW. zu sehen, zugleich mit den Sitzstufen
1-9 und dem Stylobat der oberen Nordstoa D. In grösserem
Maassstabe sieht man die alten Mauern auf den Photogr.
Pere- 1908 und 1909 lind erkennt ihre Stelle innerhalb des
Theaters auf den Photogr. Perg. 1914 und 1916.
Als wir die beiden parallelen alten Mauern nach We-
sten unter dem Theater weiter verfolgten, wurden an meh-
reren Stellen Reste von ihnen aufgedeckt, welche im Plane
auf Tafel XVI schwarz angegeben sind. Am westlichen
Ende des Theaters kam dazu noch die Ostmauer eines
an die nördliche Mauer angebauten Gemaches zum Vor-
schein, dessen Vordermauer sich innerhalb der unteren
Nordstoa fortsetzt und wahrscheinlich weiter nach Westen
noch herauskommen wird.
Besonders wertvoll für die Altersbestimmung der älte-
ren Bezirksmauern war die Auffindung eines gut erhalte-
nen Stückes der südlichen Grenzmauer südwestlich vom
Tempel innerhalb der Südstoa, weil schon früher andere
Reste älterer Mauern zwischen dem Tempel und der Süd-
stoa gefunden waren, die vielleicht zu einem älteren, schon
vor dem Philetairos-Bau vorhandenen Tempel gehören.
Daher wird auch die neu gefundene Bezirksmauer wahr-
scheinlich aus vorphiletärischer Zeit stammen und das De-
meter-Heiligtum, ebenso wie das Athena-Heiligtum der
Akropolis, noch in die altgriechische Zeit hinaufreichen.
Jene stattliche, bis zu 2 m dicke Südmauer kam erst
in den letzten Tagen der Campagne am westlichen Ende
der Südstoa zu Tage und konnte daher noch nicht genü-
gend freigelegt und verfolgt werden. Wir hatten schon frü-
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