Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 37.1912

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DIE ARBEITEN ZU PERGAMON 1910-1911

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Holztüren bestand; sie drehten sich durch Zapfen, deren
Pfannen-Spuren an den Schwellen noch erkennbar sind.
Der Fussboden bestand wahrscheinlich aus gestampfter
Erde, mit kleinen Kieseln eingelegt, denn wir haben in
der untersten Schicht eine Anzahl solcher Kieselsteine
gefunden. Der Bodenbelag des mittelalterlichen Baues,
welcher über der Ruine lag, war untermischt mit Bruch-
stücken der farbigen Stuckverkleidung der Wände des älte-
ren Baues; man erkannte die Reste einer Quadrierung, wie
wir sie auch in Pergamon als eine der älteren Decorations-
weisen kennen gelernt haben (Altertümer von Pergamon
Band III 1, S. 867).
Der Hof ist mit verschieden grossen Trachyt-Platten
gepflastert (vgl. Planskizze bei I); in der Nordsüd-Rich-
tung· sind im Boden flache, 0,12 m breite, scharf ausgemeis-
selte Rinnen angebracht; wir fanden genau dieselben Ein-
schnitte in einem östlich freigelegten Hofteile, der ebenfals
mit einer in ihrem unteren Teile polygonalen Sockelmauer
im Zusammenhänge steht (vgl. Planskizze bei G); solche
Rinnen konnten zu Reinigungszwecken dienen, beweisen
aber nicht, dass die Seiten der Area, wo sie angebracht
sind, unbedeckt waren; die, leider nicht in ihrer ursprüng-
lichen Lage, hier gefundenen Säulentrommeln sprechen da-
für, dass ein Peristyl vorhanden war. In der Südost-Ecke
des Hofes wurde eine wohlerhaltene Brunnen-Anlage frei-
gelegt; die 0,80 m über dem Boden angebrachten Tröge aus
Kalkstein sind durch dünne Trachyt-Platten von einander
getrennt. Ein viertes Gemach ist erst nachträglich an der
Südwest-Ecke des Hofes angebaut und mit diesem durch
eine Tür verbunden; dieser Anbau liegt etwas windschief
zur ursprünglichen Anlage (vgl. Planskizze bei L); die Süd -
Mauer des Hofes hat ebenfalls schon in früher Zeit einen
Umbau erfahren.
Die weiter nach Nordosten befindlichen Gemächer schei-
nen sich eher der Form des Berges zu fügen, als einer
rechtwinklig geplanten Anlage. Leider konnten wir ohne
Wagons wegen der hohen Anschüttung auf dieser Seite
nicht tief eindringen; diese Bauten sind von der eben be-
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