Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 37.1912

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S. LOESCHCKE. V. TSCHANDARLI

geren Gruppe der Thon derselbe ist, dürfte übrigens zwei-
fellos sein.
Mit unumstösslicher Sicherheit ist nun durch die Ver-
suchsgrabung auch noch erwiesen worden, dass die ge-
nannten beiden Sigillatagattungen in Tschandarli fabriziert
wurden, in Töpfereien, die ausserdem auch gröberes thon-
grundiges Geschirr herstellten, worauf wir zum Schluss
noch kurz zu sprechen kommen; vgl. S. 389 f. Dass die
Production dieser Werkstätten nicht nur dem Bedarf der
Stadt galt, sondern auch auf Absatz nach Aussen berechnet
war, darf bei der mutmasslichen Ausdehnung des Töpferei-
gebietes für sehr wahrscheinlich gelten, zumal diese Töpfer-
stadt durch ihre Lage unmittelbar am Meer ja gleichsam
prädestiniert war, für Export zu arbeiten. Fast alle Klein-
funde, die ich in den genannten sechs Schnitten gemacht
habe, sind denn auch tatsächlich nichts anderes
als der Abfall einiger Öfen dieser Töpfereien.
Ein Ofen wurde dieses Mal freilich noch nicht ge-
funden. Möglicher Weise sind ja auch die auf stark abschüs-
sigem Terrain gelegenen späteren Öfen völlig zerstört durch
Abschwemmung und Einebnung1; Reste der älteren werden
gewiss unter dem jüngeren Schutt noch erhalten sein: viel-
leicht führt z. B. der das Loch II und IV durchziehende
Steinschutt zu einer solchen Stelle. Falls nämlich die ange-
schnittenen Schutthalden nicht etwa aus abgekarrtem Ab-
fall bestehen, sondern wie meist üblich und den gefundenen
Resten nach auch hier wahrscheinlich, in nächster Nach-
barschaft der Öfen liegen, so dürfte ein älterer Ofen etwa
dort zu suchen sein, wo jetzt der Aussichtsturm steht, wäh-
rend ein jüngerer vermutlich in derselben Höhe doch mehr
nach Schnitt V hin gestanden haben könnte. Ebenso be-
weisend für bodenständige Töpferei und noch bedeutend
interessanter als die Feststellung eines alten Ofenrestes ist
aber ja der Töpfereiabfall, wie wir ihn in allen Schnitten

' Grosse Scli lackenbrocke π ans dem Abbruch zerstörter Öfen
sind z. B. in den die Felder trennenden Mauern oberhalb des Weinberges
verwertet.
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