Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 37.1912

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S. LOESCHCKE. V. TSCHANDARLI

des wieder, während im Übrigen die Profilierung schon fast
dieselbe ist, wie bei den späten Stücken. Dies reichere Aus-
gestalten der Lippe mag demnach für die älteren Exemplare
typisch sein. Die Bodenmitte ist nur bei zwei Fragmenten
j. A. erhalten und trägt hier einen Stempel in Sandalen-
form, Abb. 6, 8.
Typus 28. Schüsseln halbkugeliger Form mit kleiner
Lippe. Das nach einem grossen Fragment gezeichnete Exem-
plar besteht aus guter glänzender Sigillata von dunkelro-
ter Farbe und wurde in II gefunden; der rudimentäre
Henkel ist auf einer Scherbe derselben Technik erhalten;
fraglich bleibt, ob er geradezu typisch für die Form ist. Auch
in der alten gelblichen Sigillata scheint Typus 28 schon
vorzukommen, wie ein Randstück mit Henkelansatz aus I
wahrscheinlich macht und eine Scherbe aus IV, bei der zwei
Rillen die Wand beleben. Auch auf anderen Scherben des
Typus 28 kehrt dies Rillenpaar wieder, ist also bei ihm
beliebt. Bei den jungen in III und V sich findenden Frag-
menten scheint eine kräftigere und mit leichter Rundung
nach aussen gebogene Lippe bevorzugt zu sein. Die Ober-
seite zweier besonders grosser Randstücke dieser Art aus III
und VI ist mit eingedrückten geometrischen Ornamen-
ten verziert, Taf. XXIX 2, 5, im Charakter derer, die sich
vor allem bei Typus 26 b auf dem Gefässboden als decorative
Marken verwendet fanden. Auch ein wohl zu Typus 28 ge-
höriger Boden aus V trägt in seiner Mitte eine derartige
Marke, einen zelmstrahligen Stern mit zwischen die Strah-
len gesetzten Perlen, Abb. 6, 3. Zu bemerken ist schliesslich
noch, dass sich in V ein Schüsselfragment fand, dessen
Rand wie bei Typus 27 gebildet ist. Von germanischen Sigil-
laten entspricht der Rheinzaberner Typus Sh dem Typus 28
in etwa.
Typus 29. Glockenförmige Vorratsgefässe. Reste dieser
besonders stattlichen Gefässe aus innen und aussen glänzend
roter Sigillata fanden sich vielfach in III und V, kleinere
Exemplare in besserer glänzend roter Technik kamen in der
obersten Schicht von Schnitt II vor; sie sind die Vorstufe
zu den grossen jüngeren Stücken. In der älteren Technik
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