Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 50.1925

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OSCAR REUTHER

Hausse. Sie werden also zu Pfetten, die auf einer Rohr- oder
Reisiglage eine Lehmdeckung von gleichmäßiger Stärke tragen.
Je nachdem die Neigung ein- oder zweiseitig angenommen wird,
entstehen Pult- oder Satteldächer. Die Dachneigung darf
natürlich nur gering sein, da andernfalls das Regenwasser den
Lehm wegspülen würde. Sie ist immerhin so groß, daß beim
Satteldach ein ausgesprochener Giebel entsteht (Abb. 2). Neben
diesen primitiven Pfettendächern — als solche muß man sie
bezeichnen — sah ich in Ras el- cAin auch das allgemein im
Wohnbau Mesopotamiens gebräuchliche Erddach mit quer
liegenden Balken, dessen Lehmdeckung in der Mitte beträchtlich

stärker als an den Seiten und so gestampft oder gewalzt war,
daß sich ein — wenn auch undeutlicher — First ergab (Abb. 1).
Der starken Belastung in der Mitte war bei breiteren Räumen
durch einen von Holzsäulen gestützten Unterzug begegnet, was
natürlich auch den Vorteil bietet, daß man mit entsprechend
kürzeren Balken auskommt (Abb. 3).

Das beschriebene Pfettendach hat gegenüber dem Erddach
mit quer liegenden'Balken den Vorzug, daß man die Räume
beliebig breit machen kann, ohne eine störende Stützenstellung
im Inneren nötig zu haben. Allerdings ist man in der Tiefe der
Räume durch die verfügbaren Längen der Balken und deren
Tragfähigkeit gebunden. Freiheit in dieser Richtung würde der
Ersatz der Zwischenwände durch Dachbinder geben. Soweit
ist indessen das außerordentlich primitive Bauwesen der Tsche-
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