Ars: časopis Ústavu Dejín Umenia Slovenskej Akadémie Vied — 4.1970

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Endlich bei Martin Benka sind seine Zeichnun-
gen vor dem Jahre 1918 durch etwas anderes
interessant. Sogleich nachdem er ein gewisses
Mass an professioneller Fertigkeit erwarb, waren
Zeichnungen die ersten, in denen sich sein Hang
zur monumentalen Form ausdrückte. Dies ist
schon aus einigen Kohlestiftzeichnungen, die er
im Jahre 1912 bei Kalvoda machte und aus
späteren Landschaftsstudien ersichtlich (vorwie-
gend Bäume). Diese bedeuten durch ihre teilweisen
monumentalisierenden Eigenschaften den Beitrag-
einer neuen Anschauung zur damaligen slowaki-
schen Kunst.
Graphik im heutigen Sinne des Wortes entsteht
bei uns an der Schwelle des 20. Jahrhunderts, als
das Interesse um diese Disziplin in ganz Ungarn
regenerierte. (Bald wird auch ein spezieller Verein
Ungarischer Graphiker gegründet.)
Die Anfänge der modernen Graphik in der
Slowakei sind mit den Namen dreier Künstler

zu verbinden: Jaroslav Augusta, Konstantin
Kovari und Geza Angy al. Doch nur bei dem
letztgenannten ist die Graphik ein bedeutender
und dauerhafter Bestandteil seiner künstlerischen
Interessen. Jaroslav Augusta, der in München die
graphische Schule H. Heymann’s und J. Brock-
h off’s besuchte, schuf äusser einigen Radierungen
und gelegentlichen Katalogentwürfen für die
Gruppe kein systematischeres graphisches Werk.
Bei Kovari blieb neben der Malerei auch die
Graphik nur ein, wenn auch historisch interes-
santer, Torso. Geza Angyal bearbeitete in seinen
graphischen Blättern das Thema von Kremnitz
und der Kremnitzer Bergleute. Augusta und
Angyal drückten sich nach den Regeln des damals
vorhersehenden Akademismus aus. Kovari eignete
sich die Ausdrucksformen der Sezession an, die
sich hier und dort auch in den ornamentalen
Motiven der Gebrauchsgraphik Augusta’s zeigten.
Der Rest des graphischen Schaffens, das mit der


Elemír Halász-Hradil,
Am Bauernhof in Opatsko,
Oe], 1905 (Foto Hideg).

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