Verein für Badische Ortsbeschreibung [Editor]
Badenia oder das badische Land und Volk: eine Zeitschr. zur Verbreitung d. histor., topograph. u. statist. Kenntniß d. Großherzogthums ; eine Zeitschrift des Vereines für Badische Ortsbeschreibung — 1.1859

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Pfalzgrafenwürde erwarb und sich in mehrere Häufer ver-
zweigte, wovon das eberfteinisch e, lausen'sche und vai-
hingen'sche am meisten bekannt geworden. Den Glanz ihres
Adels vererbten die Kalwer vornehmlich auf die Grafen von
Eberstein, welche noch im 13ten Jahrhunderte für das statt-
lichste Geschlecht auf weithin galten.
Die kalwischen Nachbarn an der Murg und Os aber, die
Zäringer, deren Abkunft sich in das Dunkel der schwäbischen
Herzogsgeschichte verliert, traten durch ihre Verwandtschaft mit
den hochbegünstigten Nellenburgern auf den größeren Schauplatz.
Berchtold nun (der Sohn des Bezelin von Villingen in der
Baar), Graf im Thurgau, Breisgau und in der Ortenau,
vermählte seinen jüngern Prinzen Hermann ! (den Seligen)
mit Jtha, der Tochter des Grafen Albrecht von Kalw, dessen
Amtssprengel der Ufgau war, die Landschaft, wo Baden, Stein-
bach, Kuppenheim, Rastatt, Ettlingen und Durlach ligen.
Durch diese Vermählung (um 1060) wurde am Murgfluße
der Kern derjenigen neuen Dynastie gebildet, an welchen sich
während der größten Zersplitterung der umligenden Gaugebietc
die Markgrafschaft Baden allmälig angesetzt hat.
Denn Herrmann II erbte von seinem Vater zwar die
Herrschaft Hachberg mit der Grafschaft im Breisgau, zog aber
sein mütterliches Erbe, die Herrschaft Baden im Ufgau (und
Baknang im Murrgau) in soweit vor, daß er die hohe Veste,
welche die Kalwer an den Römerthurm über der alten Aurelia
angebaut, zum Wohnsitze und die baknangische Kirche zur Grab-
stätte erlas. Auch hauste seine ganze Nachkommenschaft bis auf
Christoph I im Schloße zu Baden, wodurch dieser Namen
bleibend auf das markgräfliche Haus und dessen Fürstenthum
übergegangen ist.
Aus unserer Aufzählung der Grafen und Dynasten in den
jetzt badischen Gauen ersieht man, wie in jeglichem derselben (mit
Ausnahme der an die Kirche vergabten) neben dem gräflichen
Hause zwei bis drei Freiherrengeschlechter vorherrschten,
welche sich, wie jenes, öfters in zwei oder mehrere Aefte trennten.
Hierdurch wurde die Zersplitterung des vielgetheilten Grund-
Badenia, 1858. 2
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