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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0053

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Ein Randleistenbeil der frühen Bronzenzeit von Möhlin, Kt. Aargau, Schweiz

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Abb. 5 a. Einzelfund eines rrühbronzezeitlichen Randleistenbeils von Möhlin (Kt. Aargau).
M. etwa 1 : 2.

sprechen gerade die beiden Einzelfunde von Pagnona und Colico noch für einen zwei-
ten Paßweg, nämlich jenen durch das Valle San Giacomo über den Splügen ins Rhein-
tal. Wir gehen wohl nicht fehl in der Annahme, daß beide benachbarten und in der
absoluten Höhe nicht wesentlich differierenden Pässe einen regen Austausch vorzüg-
lich in Nord-Süd-Richtung vermittelt haben.
Die Anzahl der Möhliner Beile ist heute noch bescheiden; sie wird sich jedoch durch
eine intensive Nachsuche ohne Zweifel noch vermehren lassen. Wenn man auf diese
geringe Substanz ein Urteil hinsichtlich der Heimat unserer Beilgattung gründen darf,
spricht dieses für nordalpine, und zwar schweizerische Entstehung der Form. Daraus
erhellt eine enge kulturelle Bindung der zwischen Po und Alpensüdfuß gelegenen
Gebiete Oberitaliens an die nördlich der Alpen verbreiteten Kulturgruppen der frühen
Bronzezeit.
Es ist wohl kein Zufall, daß innerhalb der Schweiz sowohl die Möhliner als auch die
Axt mit halbkreisförmiger Schneide denselben Raum belegen15). In Graubünden
schneiden dabei die genannten Typen die von Rhone und Vorderrhein gebildete
15) E. Vogt a. a. O. Karte 1. — Weitere Fundorte: Baden „Kappeler Hof“, Mus. Baden/Schweiz,
Inv. 24; Jahrb. Schweiz. Ges. f. Urgesch. 23, 1931, 34 (Dätwil); Mitt. Ant. Ges. Zürich 27,
1911 Taf. 1, 9 (Niederstad).
 
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