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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0111

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Die Canabae von Kastell Hüfingen

105

6. Bauchiger Topf mit weiter Öffnung wie die unten unter B III 1 beschriebenen. Die Öffnung ist
zur Ellipse verbogen, die Wand beiderseits eingedrückt. Der Topf kann nie in Gebrauch ge-
wesen sein, da vollständig außer Form. Außen und am Rande auch innen orange-rot bemalt
(auf Taf. 12, 3 gepünkelt), sonst innen tongrundig. Unter dem Rand ein 1,8 cm breiter und
um den Bauch ein 2,3 cm breiter weißer Streifen, ebenso um das untere Gefäßdrittel ein 1,6 cm
breiter dreifarbiger Streifen, in der Mitte weiß, während die beiden einfassenden Farben ab-
gesprungen und nicht mehr feststellbar sind (auf Taf. 12, 3 Längslinien) (Taf. 20, 6 und Profil
Taf. 12, 3).
7. Viele Bruchstücke eines einhenkligen zylindrischen Kruges der unten unter B III 4 beschrie-
benen Form. Erhalten nur Leib und Schulteransatz. Der Krug ist wohl beim Brande gebor-
sten (ähnlich Taf. 20, 3; Profil wie Taf. 13, 1).
8. Reibschale mit Ausguß, innen mit Quarzkörnern besetzt. Tonkern rötlich. Die Schale ist stark
verbogen (Taf. 12, 2).

B. Weiteres zahlreiches Scherbenmaterial aus demselben Abfallhaufen
(Taf. 12, 6—14, 9):
I. S i g i 1 1 a t a
1. Bruchstück eines Schälchens Drag. 27 mit eingekniffener Wand; mittlere Größe, hell glänzend.
2. Ein Randstück mit Strichelrand einer Schüssel Drag. 29, hell glänzend. Ein weiteres ähnliches
Randstück stammt von Punkt d (Taf. 11, A), wo auch die oben (S. 104) genannte Vespasians-
münze zutage kam.

II. Nigra
1. Bruchstücke von mindestens 7 ziemlich plumpen fußlosen Tellern, Dm. 20—24 cm; teils klin-
gend hart gebrannt und von grauer Farbe, teils von weicherem Brand und mit einem matt
glänzenden Überzug in Nigra-Technik, der sich leicht ablöst (Taf. 12, 18—20).
2. Bruchstücke von 4 Täßchen, die die Sigillata-Täßchen Drag. 27 imitieren, sämtlich größere
Stücke (Taf. 12, 8).
3. Bruchstücke von 2 Täßchen in Nachahmung der Sigillata-Täßchen Drag. 24, doch ohne
Strichelrand (nicht abgebildet).
4. Bruchstücke von etwa 3 tiefen Schüsseln mit geknickter Wand und stark aufgewölbtem Boden,
hart gebrannt, grau, außen und innen geglättet. Die Schüssel ist auch im Kastell häufig ver-
treten, vgl. Kastell Hüfingen Taf. 18, 1 ff. (Taf. 12, 17). -— Bruchstücke von drei weiteren
Schüsseln ähnlicher Gesamtform, doch ist bei ihnen der Knick kaum ausgebildet; zwei flache
Rillen teils oberhalb, teils unterhalb des Umbruchs; Farbe glänzend schwarz (Taf. 12, 16).
5. Bruchstück einer weiteren Schale mit durch Wulstreifen abgesetzter Schulter, nur außen ge-
glättet; Dm. 22 cm. Auch im Kastell vertreten, vgl. Kastell Hüfingen Taf. 17, 81 (Taf. 14, 6).
6. Bruchstücke von über 20 Kragenschüsseln, Dm. 14—24 cm, teils hart, teils schwach gebrannt
und zerfallend. — Dazu viele Bruchstücke einer großen Kragenschüssel (Dm. 24 cm) mit waa-
gerechtem Kragen; die Bruchstücke sind auffallend in den verschiedensten Farben gefleckt:
weiß, blau-schwarz, rosa usw., offenbar Fehlbrand (Taf. 14, 8). — Eine bemalte Kragen-
schüssel siehe unten unter B III 5.
7. Kugeliger Topf, nur außen geglättet, aus hart gebranntem, grauem Ton. Doppelrille unter der
Lippe und in Schulterhöhe. Boden fehlt. In Vindonissa selten, vgl. Vindonissa Taf. 4, 57:
„Belgische Form“ (Taf. 12, 11).
8. Halbkugelige Schale, in der Form an die Schüsseln Drag. 37 erinnernd, aber ohne Mündungs-
rand, außen und innen geglättet. Der Körper der Schale ist mit einem 6,5 cm breiten Band
von Zickzackreihen bedeckt. Der halbkugeligen Schüssel Drack Typ 22 ähnlich. In Profil und
Lippenbildung vor allem an die bemalte Lateneschüssel wie Vindonissa Taf. 1, 8. 9 erinnernd
(Taf. 13, 2).
9. Reste von 2 Bechern mit niedrigem Standring und schräg ansteigender Wand, die nach dem
Knick senkrecht hochführt, und schwach abgesetzter Lippe. Hellgrauer Ton, außen geglättet,
der zylindrische Teil ist mit Zickzackreihen verziert. Die Form kehrt in Vindonissa bei den
geflammten Bechern wieder, vgl. Vindonissa Taf. 16, 373 (Taf. 13, 7).
 
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