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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0209

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Fundschau 1952—1953: Bronzezeit

203

zwischen Liedolsheim, Hochstetten und Graben haben schon eine ganze Reihe von
bronzezeitlichen Funden geliefert (vgl. E. Wagner, Fundstätten und Funde 2 [1911], 76
[Graben], 77 [Hochstetten], 80 [Liedolsheim]). Ob deshalb in der Rheinaue bronzezeit-
liche „Moorbauten“ angenommen werden können (vgl. Wagner II a. a. O. 76), erscheint
fraglich. Eher wäre zu überlegen, ob es sich nicht um Reste von Gräbern handelt, die
der große Rheineinbruch, der sich in der tiefen „Grabener Bucht“ abzeichnet, vom
Hochufer losgerissen haben könnte. Gegen zufälligen Verlust spricht die dichte Streu-
ung und die Typenliste (5239).


(Dauber)

Mannheim, Stadtteil Sandhofen, Leinpfadsiedlung Haus 86.
Beim Ausheben der Baugrube für Haus 86 (Hugo Teufel) stieß man 1949 nahe der
Westkante des Hauses auf eine Grube von 0,6 — 0,7 m Dm. und 0,5 m T., die sich in
0,4 m T. abzuzeichnen begann. Neben Scherben eines größeren Gefäßes, die „in einem
Klumpen“ beisammengelegen haben, wurden weitere Scherben aufbewahrt und später
dem Bezirkspfleger übergeben, der bei einer Nachuntersuchung der Grube weitere
zugehörige Scherben fand. Ein Spätlatenescherben mit Kammstrich, der bei der Nach-
suche gefunden wurde, muß bei einer alten Störung oder gelegentlich der Wiederein-
füllung in den Bestand geraten sein.
Funde: Weitmündiger eimerartiger Topf mit zwei Henkeln. H. 29,8 cm, Dm. am
Rand 25,5 cm, am Boden 11,5 cm. Gutgebrannter grobgemagerter Ton von grauroter
Farbe, Außenseite durch Auflage sandigen Schlicks unregelmäßig gerauht, Innenseite
geglättet. Rand waagrecht abgestrichen und nach außen gekniffen. 1 cm unter dem Rand
zwei durch Mittelrippe stark profilierte Bandhenkel von 3,5 cm Br. (Taf. 37, 5). —■
2. Scherben mit Henkel eines ähnlichen Topfes von braungelber Farbe, mit glimmer-
haltigem Sand unregelmäßig gemagert, innen gut, außen unregelmäßig geglättet, Rand
nach außen umgekniffen und glatt abgestrichen, Bandhenkel von 2,6 cm Br. (Taf. 40,3). —
3. Scherben eines bauchigen Topfes von schwarzer Farbe mit scharf abgesetztem Hals.
Hals und Schulter feingeglättet. Bauch durch grobsandigen Schlickauftrag gerauht und
durch Fingerstriche fast rippenartig gegliedert. Ton sandig gemagert, schwach gebrannt
(Taf. 40, 5). — 4. Mehrere Scherben eines gleichartigen Topfes von hellbrauner Farbe
mit abgesetztem Hals. Hals und Schulter durch weichen Überzug geglättet, Bauch ehe-
mals durch jetzt abgeplatzten Schlickauftrag gerauht und durch Fingerstriche gegliedert.
Ton sandig gemagert, schwach gebrannt (Taf. 40, 2). — 5. Randstück einer weitmün-
digen Schale von schwarzbrauner Farbe mit waagrecht abgestrichenem, nach innen ge-
kniffenem Rand. Ton feinsandig gemagert, außen und innen geglättet, hart gebrannt.
Verzierung: 3,5 cm unter dem Rand schräge Einschnitte (Taf. 40, 8). —- 6. Randstück
eines kleineren Gefäßes mit waagrecht abgestrichenem Rand (Taf. 40, 1). — 7. Zwei
Scherben eines Gefäßes unbekannter Form von graubrauner Farbe. Innenseite fein
geglättet. Verzierung: senkrechte Schnittlinien (Taf. 40, 6—7). — 8. Scherben eines
feinen Kelchhalsgefäßes. Am Ansatz der Bauchwölbung drei, weiter unten zwei tiefe
umlaufende Rillen (Taf. 40, 4).
 
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