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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0215

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Fundschau 1952—1953: Urnenfelderzeit

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Etwa 20 m westlich dieser Fundstelle wurden schon 1948 auf dem Acker jenseits des
Feldweges (Besitzer Fleck) urnenfelderzeitliche Scherben gefunden, die als Siedlungs-
reste gedeutet wurden (vgl. Bad. Fundber. 18, 1948—1950, 238 unter Wallstadt b). Der
neue Fund macht wahrscheinlich, daß es sich auch bei ihnen um zerstörte Urnengräber
gehandelt hat.
150 m südlich der Fundstelle „Elkersberg“ liegt eine alte Sandgrube. Von hier stammen
wahrscheinlich die bei E. Wagner, Fundstätten 2 (1911) 247 erwähnten und abgebildeten
urnenfelderzeitlichen Funde des Mannheimer Altertumsvereins.
2. „Schafeck“, 1,75 km N.
In der schon 1937/38 angelegten Sandgrube der Fa. Gund Wwe. konnte im August 1949
eine Siedlungsgrube mit Scherben der älteren Urnenfelderzeit (Ha A) beobachtet wer-
den, der Scherben eines dickwandigen Vorratsgefäßes, Randscherben eines Bechers, ein
Klopfstein aus Porphyr sowie verbrannte Sandsteine entnommen wurden. Weitere
Scherbenfunde im Oktober 1949. Die Grube wurde 1951 aufgegeben.
Mtbl. 13/6417 Käfertal. — Verbleib: Schloßmuseum Mannheim. (Gember)

Rheinsheim (Bruchsal) „Asch“, 1,5 km O.
In der Kiesgrube Vetter wurde 1952 eine Siedlungsgrube von 3,30 m Länge angeschnit-
ten und teilweise untersucht.
Funde: Keramik der jüngeren-jüngsten Urnenfelderkultur (Hallstatt B—C), eine
Punze aus Bronze, vierkantig, L. 17 cm, Dm. 2,6 mm.
Mtbl. 39/6716 Germersheim. (Hormuth)

Säckingen.
1. „Aufeld“.
Im Frühjahr 1953 fand man beim Abteufen eines Brunnenschachtes bis auf den an-
stehenden Fels in einer Tiefe von 5,50 m (!) in einer Felswanne beisammenliegend zwei
gut erhaltene Tüllenlanzenspitzen. Die Fundstelle liegt ufernah auf der Südspitze der
ehemaligen Rheininsel. Wenn auch der Datierung von Lanzenspitzen-Einzelfunden
gewisse Schwierigkeiten entgegenstehen, wird man doch geneigt sein, in diesem Fall
einen Zusammenhang mit der an dieser Stelle schon mehrfach erwähnten urnenfelder-
zeitlichen Inselsiedlung anzunehmen.
Funde: 1. Gedrungene Spitze. Blatt rechtsseitig leicht ab- oder nachgeschliffen.
Lange, in der Mitte durchbohrte Tülle. L. 18,5 cm (Taf. 46, A). — 2. Schmale, lang-
gestreckte Lanzenspitze. Ränder leicht korrodiert, Tülle kurz, in der Mitte durchbohrt.
L. 20,5 cm (Taf. 46, C) Patina bei beiden Stücken gelblich-grün, stellenweise blau-
grüne Wasserpatina (Sä 53/20—53/21). (Eg. Gersbach)
2. „Obere Flüh“.
Aus einem Wasserleitungsgraben auf Grundstück Lgb. Nr. 668/24 wurde 1952 eine
stark beschädigte Tüllenlanzenspitze aus Bronze mit schmalem Blatt geborgen. Spitze
abgebrochen, Blatt stark korrodiert, Schaftloch quer durchgerissen, Reste von Gra-

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