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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0236

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Fundschau 1952—1953: Römische Zeit

Herbolzheim. (Mosbach) „Eurich“, 0,8 km N.
Ohne Angabe einer Fundstelle erwähnt Wagner 2 (1911) 382 den Fund römischer
Mauern und einiger Münzen nahe beim Ort gelegentlich von Wegbauarbeiten im Jahre
1857. Bissinger (Röm. Münzen [1898] 31, Nr. 214) nennt als Fundumstände des Jahres
1857 den Bau der Straße zwischen Herbolzheim und Neudenau.
1942 stellte R. Unser bei der Begehung des Gewanns „Eurich“ weite Streuung von
römischem Bauschutt und Scherben auf den Grundstücken dieses Gewannes fest.
Der um 1860 geborene Bauer Karl Baumann berichtete, daß in dem trockenen Sommer
1893 auf seinem im NW-Teil des Gewanns „Eurich“ gelegenen Acker ein großes Quadrat
von etwa 10X 10 m sich als Dürrestreifen im Klee abgezeichnet habe. Bei einer Nach-
suche im Februar 1895 sei er schon in 0,2 m Tiefe auf 0,5 m starke gemörtelte Mauern
aus Kalkstein gestoßen, die noch 1 m tief in den Boden gingen. Er habe das ganze Vier-
eck abgetragen und mehrere Wagen Steine abgefahren. Innerhalb des Vierecks habe er
nichts gefunden.
Im Osten grenzt das Gewann „Eurich“ an die alte Straße Herbolzheim—Neudenau, an
der 1857/58 Korrektionsarbeiten stattgefunden haben. Hier dürfte also mit Sicherheit
die Fundstelle des Jahres 1857 anzusetzen sein. Nach der Entfernung der beiden Stellen
und der Ausdehnung der von R. Unser beobachteten Trümmerstreuung zu urteilen,
handelt es sich wohl um einen römischen Gutshof. Der Flurname „Eurich“, auch
„Eurach“, knüpft sich nicht selten an das Vorkommen römischer Reste. Er ist durch
falsche Konsonantenabtrennung aus „im Mäurach“ entstanden, was in einem Fall aus-
drücklich belegt ist (Paret, Römer in Württemberg III [1932] 250), und gehört deshalb
zu den Flurnamen, die als sichere Hinweise auf römische Reste gewertet werden dürfen
(5395).
Mtbl. 44/6721 Neudenau. (Dauber)

Hüfingen (Donaueschingen) „Mühlöschle“.
Beim Bau von Behelfssiedlungen durch das Sägewerk wurden 1952 aus den Gräben der
Versorgungsleitungen zahlreiche Scherben, darunter reichlich Sigillaten geborgen, die
meist vespasianisch-domitianisch sind (vgl. P. Revellio, Die Canabae von Kastell Hüfin-
gen, oben S. 103 ff.).
Mtbl. 120/8016 Donaueschingen. — Verbleib: F. F. Slg. Donaueschingen. (Revellio)

Hugstetten (Freiburg) „Obere Riedel“.
Im Bereich des alamannischen Gräberfeldes fand sich als Streufund das Boden- und
untere Wandstück einer spätrömischen rädchenverzierten Sigillata-Schüssel Drag. 29
(Taf. 54, C) mit vier ganzen und einem halben Streifen. Der halbe Streifen ist der ober-
ste, der längst seiner oberen Hälfte beim Andrehen des glatten Oberteils verdrückt
worden ist. Zum Schema des Musters vgl. die Abbildung. Bodendm. 9 cm; erhaltener
gr. Dm. 18,8 cm. — Zeitstellung: zweite Hälfte des 4. Jhdts., evtl, frühes 5. Jhdt. Der
Zusammenhang mit dem alamannischen Gräberfeld (s. d.) läßt sich im einzelnen nicht
mehr klären (Fr 52/6).
Mtbl. 106/7912 Eichstetten. — Verbleib: MfU. Freiburg. (Nierhaus)
 
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