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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0237

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Fundschau 1952—1953: Römische Zeit

231

Kuppenheim (Rastatt) „Eichet“.
Bei Geländebegehungen wurden 1952 aufgesammelt: Untypisches Stückchen ostgallischer
Sigillata; weitere untypische Scherben, teils römisch, teils unbestimmbar, alles stark
gerollt. Zeitstellung: 2. Jhdt. (Ra 52/5).
Mtbl. 61/7115 Rastatt. — Verbleib: Heimatmuseum Rastatt. (Kühn, Nierhaus)
Ladenburg (Mannheim), Ortsetter.
Bei Kellerumbauten in der Nähe der St.-Gallus-Kirche konnte die nördliche und süd-
liche Begrenzung des Forums der Römerstadt festgelegt werden, während anläßlich des
Straßenbaues der Hadrianstraße die gegen den Neckar gerichtete westliche Stadtmauer
angeschnitten wurde. In der Nähe der Fundamente der Wehrmauer fanden sich Zinnen-
deckel von der Bekrönung und wenig östlich davon Reste von Wohnhäusern. Mehrere
hier gefundene Ziegelstempel bekunden eine Reihe bisher für Ladenburg unbekannter
Truppenteile und lassen eine militärische Anlage vom Ende des 1. Jhdts. n. Chr. in der
Nähe vermuten.
Nördlich der Stadt wurde an der Preysingstraße eine Gruppe von Brandgräbern aus
dem 2. Jhdt. n. Chr. aufgedeckt. Sie liegen im Bereich eines früher angeschnittenen
römischen Brandgräberfeldes.
Mtbl. 22/6517 Ladenburg. — Verbleib: Heimatmuseum Ladenburg. (Heukemes)
Lahr.
1. Burgheimer Kirche.
Aus der Einfüllung der mittelalterlichen Gräber innerhalb und unmittelbar außerhalb
der romanischen Kirche stammen die folgenden, mit Sicherheit als römisch anzuspre-
chenden Stücke: 1. Randstück eines größeren Gefäßes aus rötlich-braunem Ton, wahr-
scheinlich einer Amphora oder eines größeren Einhenkelkruges. Stark verscheuert. Li.
Mü.-Dm. 11—12 cm. Profil ähnlich demjenigen des Einhenkelkruges Gose Taf. 32, 380;
doch ist unser Stück weitmündiger (Taf. 53, C). — 2. Mehrere untypische schwarze
Wandscherben von einem Kochtopf; alte, verriebene Brüche. — 3. Ein Leistenziegel-
bruchstück.
Die römischen Stücke liegen sichtlich sekundär an ihrer Fundstelle, ob im Mittelalter als
Auffüllschutt antransportiert oder (was geologisch möglich wäre) mit dem Hanglehm
heruntergerutscht, ist nicht zu entscheiden. Nichts spricht dafür, daß unter der romani-
schen Kirche römische Mauerreste im Boden stecken. Zeitstellung: Etwa zweite Hälfte
des 2. Jhdts. (La 53/1—53/2). (Nierhaus)
2. Stadtteil Dinglingen „Mauerfeld“.
In einem Rübenloch kam 1952 der Hals eines einhenkligen Kruges von rötlichem Ton
zum Vorschein; Mü.-Dm. 6,4 cm (Taf. 53, F). Zeitstellung: 2. Jhdt. (La 52/2).
Mtbl. 86/7613 Lahr. — Verbleib: Heimatmuseum Lahr. (Baader, Nierhaus)
Lichtenau (Kehl), westlich des Münzwaldes.
Ein kleines untypisches Sigillatabruchstück konnte 1953 von der Oberfläche aufgelesen
werden (Ke 53/4).
Mtbl. 66/7214 Steinbach. — Verbleib: Stadtgesch. Slg. Baden-Baden. (Braun)
 
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