Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

DOI issue: DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0238

DWork-Logo
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
Fundschau 1952—1953: Römische Zeit

232

Luttingen (Säckingen), Lehmgrube der Ziegelei Zimmermann.
Bei einer Geländebegehung wurde 1953 aufgesammelt: Zahlreiches römisches Scherben-
material, durchweg stark verrieben und abgescheuert. Glatte und einige verzierte ost-
gallische Sigillaten, Einzelheiten nicht mehr kenntlich. Unter den glatten Sigillaten je
ein Randstück Drag. 31 und 32 sowie das Oberteil eines Tintenfasses (etwa Gose Taf.
10, 156). Dazu reichlich einfache Ware, alles stark verschliffen. Zeitstellung: Etwa Mitte
des 2. Jhdts. (Sä 53/38).
Mtbl. 167/8414 Laufenburg. — Verbleib: Heimatmuseum Säckingen.
(Eg. Gersbach, Nierhaus)
Murg (Säckingen), Ledergasse.
An einem Hangabbruch wurde 1953 das Boden- und untere Wandstück eines Nigra-
Topfes mit Grafitto VI N (?) gefunden. Zeitstellung: Ende des 1. oder erste Hälfte des
2. Jhdts. (Sä 53/39).
Mtbl. 166/8413 Säckingen. — Verbleib: Heimatmuseum Säckingen.
(Em. Gersbach, Nierhaus)
Neckargemünd (?) (Heidelberg) „Hollmuth“ (?).
Etwa 1920 kaufte Dr. F. Schnellbach im Heidelberger Kunsthandel zwei Bruchstücke
von römischen Bronzeschüsseln, die von einem Bauern beim Stockroden in der Nähe
der „Römerschanze“ auf der „Hollmuth“ gefunden worden sein sollen. Die Fundstellen-
angabe ist zu bezweifeln, da die „Römerschanze“ auf der „Hollmuth“ mit den Römern
nichts zu tun hat. Sie ist eine Chartaque aus dem Jahre 1695, der nördliche Eckpfeiler
der „Eppinger Linien“. Vielleicht hat die Bezeichnung „Römerschanze“ dazu verführt,
die unwahrscheinliche „Hollmuth“ als Fundstelle zu unterschieben (5258).
Verbleib: Privatbesitz Dr. F. Schnellbach. (Dauber)

Neumühl (Kehl).
1. „Geisenfeld“ (vgl. Taf. 54, A).
Aus einer Grubenwand, die mehrere Ablagerungsschichten von Kinzig, Schütter und
Rhein aufwies, wurde 1953 zahlreiches Scherbenmaterial geborgen. Sämtliche Scherben
sehr stark abgescheuert und verrieben; offenbar von der Kinzig transportiert und an
ihrer Fundstelle in sekundärer Lagerung befindlich. Die wichtigsten Stücke sind: 1. Rand-
und Wandstück eines rätischen gefirnißten Bechers (Taf. 54, A 1) derselben Form wie
derjenige aus Haslach (Taf. 53, E 5); Einzelheiten s. d. Unter der Randlippe mit einer
umlaufenden Rille glatte Randzone; zwei Rillen; Feld mit hufeisenförmigen Barbotine-
Nuppen (drei erhalten); eine Rille; Kerbband-Feld (kaum mehr kenntlich). Firnis fast
ganz abgescheuert. Mü.-Dm. etwa 7 cm. — 2. Krughals ähnlich demjenigen von Neu-
mühl „Kornfeld“, s. d. Ton rostrot. Li. Mü.-Dm. 3,2 cm (Taf. 54, A 2). — 3. Randstück
von Reibschale mit niedrigem Rand und wenig gebogenem Kragen (Taf. 54, A 3). —
4. Randstück von Nigra-Napf (Taf. 54, A 4). — 5. Dazu noch ein Krughals und sonstige
verscheuerte Scherben, Backsteinbrocken usw. Zeitstellung der besseren Stücke: Ungefähr
Mitte des 2. Jhdts. oder etwas später (Ke 53/5—53/9). (Nierhaus)
 
Annotationen