Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

DOI issue: DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0254

DWork-Logo
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
248

Fundschau 1952—1953: Alamannisch-fränkische Zeit

Boxberg (Tauberbischofsheim) „Leinengrube“, 0,3 km W „Bohnacker“.
Bei Aufräumungs- und Planierungsarbeiten im Bereich der kriegszerstörten „Ziegel-
hiitte“ (Lgb. Nr. 408) hart nördlich der Straße nach Angelthürn wurde im März 1952
ein fränkisches Grab zerstört. Dem Leiter des Heimatmuseums Boxberg, K. Martin (f),
wurde ein Tongefäß übergeben. Bei der Nachsuche fand er noch zwei Schienbeine, die
durch ausgedehnte Grünfärbung anzeigten, daß das Grab auch größere Bronzeteile ent-
halten haben muß. Eine Nachsuche nach diesen blieb erfolglos. Möglicherweise war das
Grab schon bei Anlage eines vermutlich mittelalterlichen Brunnens, der unmittelbar
neben der Fundstelle lag, gestört worden.
Funde: Doppelkonischer Topf von hellgrauer Farbe (H. 17,5 cm; Randdm. 12,3 cm;
größter Dm. 17,8 cm; Bodendm. 8 cm). Ton mit feinem Sand und größeren Stücken
weißen Materials schwach gemagert, klingend hart gebrannt. Verzierung: Sieben Reihen
umlaufendes Rädchenmuster aus einzeiligen Rechtecken (Taf. 55, 3) (5248).
Weiter nördlich im Gewann „Bohnacker“ waren nach Ermittlungen von E. Wahle (Aug.
1922) schon früher in der Baumschule der Gärtnerei Volk und im nördlich anschließen-
den Garten des evangelischen Pfarrhauses Gräber gefunden worden, von denen eines
nach Aussagen von Gärtner Volk unter einer ost-west gerichteten rechteckigen Stein-
setzung gelegen und ein „Seitengewehr“ und einen „Spieß“ enthalten haben soll, auf
jeder Seite des Skelettes ein Stück. Ferner einige Münzen, die aber entwendet wurden
Die Funde sind nicht mehr nachweisbar. Beim Rigolen desselben Grundstücks und des
Pfarrgartens habe Volk noch weitere Steinsetzungen gefunden, die aber nicht untersucht
wurden. Einzelfund: Bruchstück eines zweireihigen Kammes im Heimatmuseum Box-
berg (Ortsakten Karlsruhe). Nach der Entfernung dieser Fundstellen voneinander hat
der Friedhof eine Mindestausdehnung in NS-Richtung von etwa 300 m.
Mtbl. 28/6523 Boxberg. — Heimatmuseum Boxberg. (Dauber)

Flehingen (Karlsruhe) „Steinbrunnen“ und „Hinter der Kirche“, 0,2 km O.
Bei Anlage der Wasserleitung für die im Bau befindliche Steinbrunnensiedlung wurden
auf der Grenze der Gewanne „Steinbrunnen“ und „Hinter der Kirche“ 1953 vier frän-
kische Gräber angeschnitten, von denen zwei untersucht werden konnten.
Grab 1 : Von der Wasserleitung quer geschnitten, Knochen unbeobachtet heraus-
geworfen. In den Grabenwänden Kopf- und Fußende der Grabgrube noch sichtbar.
Tiefe 1,6 m. Angeblich keine Beigaben.
Grab 2: 1 m N von Grab 1. Von der Wasserleitung am Kopfende angeschnitten.
Untersucht 17. 12. 1953. Mit Muschelkalkplatten abgedeckte Erdgrube von 1,65X0,5 m.
Tiefe 2 m. Grab einer jungen Frau. Skelett in gestreckter Rückenlage, Arme längs des
Körpers ausgestreckt. Orientierung NW-SO. Keine Beigaben.
Grab 3 : 9 m N von Grab 2. Grabgrube in der Westwand des Wasserleitungsgrabens
angeschnitten. Tiefe 1,20 m, nicht untersucht.
Grab 4 : 2,5 m N von Grab 3. Von Wasserleitung quer geschnitten. Grabgrube von
etwa 1,80 X 0,85 m. Tiefe 1,30 m. Westhälfte des Grabes mit Oberkörper untersucht
am 16. 12. 1953. Grab einer älteren Frau. Keine Beigaben. In der Grabfüllung ein kleines
Stückchen Bronzeblech.
 
Annotationen