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Badische Fundberichte: amtl. Nachrichtenbl. für die ur- u. frühgeschichtl. Forschung Badens — 20.1956

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https://doi.org/10.11588/diglit.43787#0275

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Fundschau 1952—1953: Mittelalter —- Neuzeit

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von gedrückten Kugeltöpfen vor (Taf. 61, A 2—7). Die sechs vorliegenden Randstücke
zeigen durchweg nach außen gerichtete Randverdickung, z. T. auch Neigung des Randes
nach außen. Als vorherrschend kann der waagrecht abgestrichene Rand bezeichnet wer-
den. Soweit diese wenigen Fundstücke es zulassen, scheint die Datierung in das 12. Jhdt.
gerechtfertigt zu sein (ottonisch-salisch nach Hammel).
Der Hausfund von Obergrombach gibt damit einmal im Anschluß an den noch beste-
henden Ort die ältere, meist nur in Wüstungen feststellbare Form des frühdeutschen
Siedlungsbildes, bei der die Lebensfunktionen des einzelnen Hofes noch in getrennten
Zellen aufgespalten erscheinen. Es wäre eine überaus lohnende und interessante Auf-
gabe der baugeschichtlichen Forschung, Ursachen und Zeitpunkt der Ablösung dieses
Gehöftetyps durch das mehrgeschossige Einhaus zu suchen (5339).
Mtbl. 52/6917 Weingarten. — Verbleib: Kraichgaumuseum Bruchsal. (Bauer, Dauber)
Pfullendorf (Überlingen), Ortsetter.
1. Fabrikneubau bei Tankstelle Drozner.
Beim Aushub der Baugrube zeigte sich, daß hier meterhoher mittelalterlicher Schutt
aufgehäuft war. Daraus konnten einige Randstücke von schwarzbraunen Gefäßen ge-
borgen werden, darunter war eines mit kurzem, stark eingezogenem Hals und nach
außen abgestrichenem Rand; auf der Schulter war eine unregelmäßige Wellenlinie ein-
geritzt in der Art wie Burglengenfeld (Taf. 61, D 2) (vgl. A. Stroh, Die Reihengräber
der karolingisch-ottonischen Zeit in der Oberpfalz, Materialhefte z. Bayer. Vorgesch.
1954, Heft 4, Taf. 6. 7).
2. Neubau Ehren.
Im Aushub zum Neubau Ehren fand 1953 ein Arbeiter einen bauchigen Topf,
H. 12,2 cm, Randdm. 10,4 cm, Bodendm. 10,2 cm (Taf. 61, D 1). Nach der Randform
ist das Gefäß in frühgotische Zeit vor 1250 zu datieren.
Mtbl. 125/8021 Pfullendorf. — Verbleib: Heimatmuseum Pfullendorf.
(Werth, Hammel)
Reilingen (Mannheim), Ortsetter.
Bei der Kanalisation des Ortes im Jahre 1953 stieß man wenige Meter östlich des Rat-
hauses auf mehrere Skelette, die nur 43 cm tief im Sandboden lagen. Sie stammen wohl
vom Friedhof einer hier abgegangenen Kapelle, die um 1816 noch stand (vgl. J. B. Kolb’
Historisch-Statistisch-Topographisches Lexikon von dem Großherzogtum Baden, III
1816, S. 96).
Mtbl. 40/6717 Wiesental. (Gember)
Schlatt (Freiburg), Ortsetter.
Bei der Erneuerung des Kirchenbodens fand Landwirt Uhle in der Auffüllung unter
dem alten Boden Scherben mehrerer Gefäße. Darunter befanden sich Boden- und Rand-
stück eines gotischen Topfes der zweiten Hälfte des 14. Jhdts.
Mtbl. 116/8012 Ehrenstetten. — Verbleib: MfU. Freiburg. (Schneider, Hammel)
 
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