Deutsches Archäologisches Institut / Römisch-Germanische Kommission [Editor]
Bericht über die Fortschritte der römisch-germanischen Forschung: im Jahre ... — 3.1906/​7(1909)

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VI.

Neiies zur Geschichte der römischen Occupation Germaniens.

1. Die Friihzeit.

Yon

II. Dragendorff.

An erster Stelle möclite icb liier auf den schönen Aufsatz von E. Eitter-
ling ,,Zur Geschicbte cles römischen Heeres in Gallien unter Augustus“ (Bonn.
Jahrb. 114/15 S. 159 ff.) hinweisen, eine bedeutende Förderung unserer Arbeit,
namentlich auch durch die Klarheit, mit der hier auf eine Eeihe wichtiger Auf-
gaben der Terrainforschung liingewiesen wird. Die planmässige Arbeit am
Mittel- uud Niederrhein ist in den letzten Jahren namentlicb der Periode zu-
gut-e gekommen, in der Augustus in kräftiger Offensive gegen Germanien
vorgeht, d. h. der späteren Zeit des Augustus, der Zeit, in der die Armee
unmittelbar an die Eheingrenze und an die Stellen verlegt wird, die wie Castra
Vetera und Mainz ftir einen Einmarsch in Germanien am gfinstigsten gelegen
sind. Von der vorausgehenden ersten Zeit des Augustus wissen wir noch
sehr wenig. Hier setzt Eitterling ein. Ausgehend von dem galliscben Strassen-
netz des Agrippa und unter sorgfältiger Benutzung der Kleinfunde, die auch
hier, wo Inschriftfunde äusserst spärlich sind, ergänzend eintreten miissen,
sucht er zunächst die Dislokation der zum Schutz der gallischen Provinzen
bestimmten Armee zu bestimmen. Der militärische Mittelpunkt Galliens in der
Friihzeit des Augustus ist entsprechend dem Strassennetz sicher in der Gegend
von Lyon zu suchen. Naeh der Teilung Galliens und nach der Öffnung der
Pässe über den St. Bernhard ist das älteste Hauptquartier des Ileeres der
Gallia comata im Lingonengebiet zu suchen. Eitterling weist auf die Gegend
von Mirebeau bei Dijon hin, die bekanntlich im Jahre 69 p. Chr. noch einmal
eine bedeutende militärische Eolle spielt. Ein zweiter wichtiger Punkt muss
im Gebiet der Eemer gelegen haben, wo die Verbindungen von Stiden mit zwei
wichtigen zum Ehein fiihrenden Strassen zusammentrafen und Funde ebenfalls
nicht nur auf frithe römische Ansiedlungen, sondern auch auf Garnisonen hin-
weisen. Hier haben die frauzösischen Kollegen noch wichtige Aufgaben zu
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