Braun, Joseph
Handbuch der Paramentik — Freiburg i. Br., 1912

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Viertes Kapitel. Die liturgischen Abzeichen. I. Der Manipel.

mystisch auslegten, ist
Honorius, nach dem das-
selbe Sinnbild eines hei-
ligen Wandels ist und
demgemäß zu diesem
mahnt. Daß es bis zu
den Füßen reicht, will,
meint er, sagen, daß wir
im guten Wandel be-
harren müssen. In den
Fransen am Saum des
l'luvialcs sieht Honorms
die Mühen versinnbildet,
welche der treue Dienst
Gottes kostet; daß die
Cappa vorn offen ist,
soll, wie er sagt, darauf
hinweisen, daß den Die-
nern Christi der Hirami
/.um Lohn offen stellt; die
Kapuze endlich deutet
er auf dicHimmelsfreude.
Die Auslegung ist natür-
lich willkürlich, doch
nicht unschön. Was spä-
tere Liturgiker an my-
stischer Auslegung des
Pluviales vorbringen, ist
nur eine Wiederholung
der Ausführungen der
«Gemma animae».

Viertes Kapitel.
Die liturgischen Abzeichen.

I. Der Manipel.
i. Heutiger Brauch. Der Manipel ist ein ca i m langes
Band, welches so auf dem linken Arm getragen wird, daß seine Enden
zu beiden Seiten des Armes herabhangen. Die Breite des Manipels
schwankt zwischen 5 —10 cm, in Italien ist er nicht selten noch breiter.
An den Enden nimmt er vielfach an Breite zu, so regelmäßig in Italien.
In der Mitte wie an den Enden ist ein Kreuzchen aufgenäht oder
aufgestickt, von denen aber nur das mittlere vorgeschrieben ist. Um
den Manipel am Arm zu befestigen, wird er nach italienischem Brauch
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