Braun, Joseph
Handbuch der Paramentik — Freiburg i. Br., 1912

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Zweiter Abschnitt.
Die liturgische Gewandung.

Erstes Kapitel.
Allgemeines.

i. Zahl und Verteilung der Gewänder. Die liturgische Ge-
wandung des lateinischen Ritus hesteht aus Amikt, Fano, Albe, un-
guium, Subcinctorium, Manipel, Stola, Tunicella, Dalmatik, Kasel, Super-
pelliceum, Pluviale, pontifikalen Handschuhen, pontifikalen Strümpfen und
Schuhen, Mitra, Pallium und Rationale, im ganzen also aus 18 Stucken.
Es kommen indessen nicht alle Gewandstücke allen liturgischen Personen
zu. Dem Priester eignen Amikt, Albe, Cingulum, Manipel, Stola, Kasel
sowie Superpelliceum und Pluviale; bei den Bischöfen kommen zu diesen
Gewändern hinzu die Tunicella, die Dalmatik, die pontifikalen Handschuhe,
die pontifikale Fußbekleidung und die Mitra; bei den Erzbischüfen auch
noch das Pallium, beim Papst Fano, Subcinctorium und Pallium, bei
einigen Bischöfen das Rationale, ein dem Pallium nachgebildetes Schulter-
kleid. Die niederen Kleriker tragen nach heutigem Brauch in der Regel
das Superpelliceum und nur ausnahmsweise Amikt und Albe; die Sub-
diakonen bedienen sich des Amikts, der Albe, des Cingulums, des Manipels
und der Tunicella, die Diakonen des Amikts, der Albe, des Cingulums,
des Manipels, der Stola und der Dalmatik.

Welche Gewänder die amtierenden Geistlichen bei den verschiedenen
Funktionen zu tragen haben, ist für die meisten Fälle durch die Rubriken
und durch Entscheidungen der Ritenkongregation festgelegt; in den übrigen
richtet sich das nach den zu Recht bestehenden allgemeinen oder par-
tikulären Gewohnheiten. Spezifische Meßgewänder, also Gewandstücke,
die nur für die Feier des heiligen Opfers zur Verwendung kommen, sind
beim Subdiakon und beim Diakon der Manipel, beim Priester Manipel
und Kasel, beim Bischof Manipel, Tunicella, Dalmatik, Kasel, Hand-
schuhe, Sandalen und Caligä (Strümpfe), bei den Krzbischüfen außerdem
das Pallium, beim Papst Fano und Subcinctorium.

2. Einteilung der Gewänder nach ihrem Gewand-
charakter. Liturgische Gewänder im weiteren Sinne. Der
Gewandcharakter ist bei den verschiedenen Gewändern ein verschiedener.
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