Braun, Joseph
Handbuch der Paramentik — Freiburg i. Br., 1912

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Vorwort.

"P^as vorliegende «Handbuch der Paramentik» verdankt seine Entstehung
■^"^ der Anregung, welche der Verfasser von verschiedenen Seiten,
namentlich aus Kreisen von Seminarprofessoren, erhielt. Ein größeres
Werk über diesen Gegenstand zu studieren, dazu fehlt den Priester-
amtskandidaten alle Zeit, aber .auch dem von seinen Berufsarbeiten so
sehr in Anspruch genommenen Seelsorger von heute ist dafür nur in den
seltensten Fällen die notige Muße gegönnt. Und doch sollte der Priester
wenigstens das Wichtigste aus der Paramentik wissen, einmal, weil die
Sorge für die Paramente, für Neuanschaffung, Aufbewahrung, Restau-
rierung derselben vor allem dem Pfarrer obliegt, dessen Vertreter ja nur
der Sakristan ist; dann, um in der .Katechese und auf der Kanzel die
Kinder und die Gläubigen bei Erklärung der heiligen Messe und der
sonstigen gottesdienstlichen Funktionen auch in geeigneter Weise über
die liturgischen Paramente, ihre Geschichte und ihre Bedeutung be-
lehren zu können. Es gehören daher auch die Paramente zu den
Gegenständen, von denen sich der Priester kraft seines Berufes die
nötigsten Kenntnisse zu verschaffen gehalten ist. Hierzu will nun das Hand-
buch behilflich sein. Es bietet alles Wichtige aus dem heutigen Brauch
und insbesondere die kirchlichen Vorschriften über Beschaffenheit und
Gebrauch der Paramente, dann einen Abriß der Geschichte derselben,
und zwar sowohl im allgemeinen als auch der einzelnen Paramente,
endlich eine Darstellung ihrer Symbolik. Mit wissenschaftlichem Apparat
ist es nicht verseben worden, da ein solcher es zu umfangreich gemacht
haben würde, jedoch gibt es die besten Ergebnisse der neuesten wissen-
schaftlieben Forschungen auf dem Gebiete der Paramentik wieder. Wer
in der glücklichen Lage ist, auch wissenschaftlich an das Studium der
Paramentik heranzutreten, sei für die liturgischen Gewänder auf des
Verfassers Werk «Die liturgische Gewandung im Okzident und Orient»
(Freiburg 1907, Herder) hingewiesen, in dem er findet, was das Hand-
buch nicht bieten konnte. Für die sonstigen Paramente fehlt noch eine
Arbeit, welche dieselben nach dem heutigen Stand der Wissenschaft be-
handelte. Die Darstellung, welche sie im dritten Bande von Dr Fr, Bocks
«Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters» gefunden haben,
ist, eine so anerkennenswerte, tüchtige und verdienstliche Leistung sie

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