Bröndsted, Peter Oluf
Reisen und Untersuchungen in Griechenland: nebst der Darstellung und Erklärung vieler neu entdeckter Denkmäler griechischen Styls, und einer kritischen Übersicht aller Unternehmingen dieser Art, von Pausanias bis auf unsere Zeit (Band 2) — Paris, 1826

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l3TE METOPE : DEMETER UND TRIPTOLEMOS.

Namen (wie gewöhnlich) in den Hauptsachen aber sehr wenig abweichend3.
Die Ausführung des Befehls derGöttinn: dass der von ihr selbst belehrte Trip-
tolemos den übrigen Sterblichen ein Lehrer werde4, ist die Handlung, welche
wir auf den hierher gehörenden Denkmälern der Kunst am häufigsten ausge-
drückt finden, und die Tradition, dass mehrere Oberhäupter entfernter grie-
chischer Stämme, von dem eleusinischen Günstlinge der Göttinn das Korn und
den Unterricht dasselbe zu säen, zu pflegen und zu benutzen, bekommen hat-
ten5— diese Überlieferung drückte die Kunst durch ihre, in der Religion be-
gründeten Mittel dadurch aus, dass Triptolem, entweder allein, oder mit der
Göttinn zugleich auf ihrem Drachenwagen und ihre guten Gaben ausspendend
erscheint6. Hierher gehört auch die, zwar seltnere aber nicht weniger bedeu-

Die wichtigsten auf uns gekommenen Versio-
nen der Sage enthalten die homerische Hymne
auf Demeter (in Ruhnken's Ausgabe, Lugd. Bat.
1808 , in-8°), Apollodor. Bibl. 1. V, c. 4 und 5.
Vergl. HeyneObservatt. (Gottingac, i8o3),p. 1[\-
27; Diodor. Sic. 1. V, capp. 4 und 68; Pausan.
1. I, cap. 38, § 3 und cap. 3g, § 1; Hygin. Fab.
r 47 Mit den in Van Staveren's Ausgabe (Lugd.
Bat 174^1 hi-4°) gesammelten Hinweisungen, und
Suidas v. Papia;. Unter den Sammlungen neuerer
Zeit, vorzüglichMeursius Eleusinia, Spanheims
Observatt. in Callimachi Hymn. inCererem, Creu-
zer in der Symbolik a. m. O., und Welcher's De-
meter u. Kora in seiner Zeitschrift für Ausl. a. R.—
Was Abweichungen in den Namen beträft, darf
ich mich vielleicht auf das, bei Gelegenheit eines
anderen und sehr schönen Mythos, im ersten Bu-
che dieses Werks (pag. 43-45) Geäusserte bezie-
hen ; es scheint mir nämlich auch hier nicht von
erheblichem Einflüsse auf unsere Ansicht der Sage,
ob wir, mit Pamphos, die Schwestern des Tripto-
lemos, Diogeneia, Pammerope und Saesara nennen
(s. Pausan. I, 38, § 3) oder, mit der homerischen
Hymne (in Cerer. v. 109-110) vier Töchter des
Releus annehmen und sie anders benennen; ob
wir seinen Vater, wie gewöhnlich, Keleus, oder, mit
Panyasis (vid. Apollodor.I,c. 5, s. 2,pag. 29), dem
Hygin folgte, Eleusis nennen u. s. w. Die Abwei-
chung im Namen der Hauptfigur selbst (Demo-

phon statt Triptolemos: s. die homerische Hymne
in Cer. v. 234 u- Apollodor. 1. c.) rührt vielleicht
von einer ziemlich frühen athenischen Version des
Mythos her, wodurch man eine Verbindung der
Eleusinischen Sage mit Theseus Genealogie be-
zweckt hatte; vergl. die Dichter und Archteologen
(z. B. Euripides Heraclid., Diodor. Sicul. 1. IV,
cap. 62, u. s. w.) welche den einen von Theseus
zwei Söhnen Demophon nennen, und Plutarch.
Vit. Thes. cap. X, wo die Sage erwähnt ist, dass
Theseus den Megaräern den Besitz von Eleusis
genommen halte.

4 Vom Befehle der Göttinn heisst es also bei

Diod. Sic. 1. V, cap. 68 :--------xal tö TpiTCToXe'fiw

ÄoSvai tov toC (jitou arcopov, w cuvTa^at räciv äv-
ÖpwTCOi; [«Ta&ouvai rjfc ts ocopea;, jcal za. repl tvjv
spyaat'av tou ffTvopou otoa^ai.

5 Z. B. Arkas, der nach Nyktimos in Arkadien
herrschte « xca tov re viaspov xapTuov ecyiyayero oO-
tos rapa TpiTTTolep-ou, x« tyiv iroiv)«v idäet^e toö
ap-rou x. t. 1. Pausan. 1. VIII, cap. IV, § 1 ;oder
Eumelos, der autochthone Fürst der achseischen
Patraeer, welcher, von Triptolemos belehrt, zuerst
Städte baute und sein herumirrendes Hirtenvolk
zum Zusammenleben und stätem Besitze gewöhnte:
Pausan. 1. VII, c. 1 8, § 2.

6 Diese Vorstellungen sind so häufig, auf mar-
mornen Sori, auf Vasen und Münzen, dass keine
bestimmte Hinweisung hier nöthig ist.
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