Bröndsted, Peter Oluf
Reisen und Untersuchungen in Griechenland: nebst der Darstellung und Erklärung vieler neu entdeckter Denkmäler griechischen Styls, und einer kritischen Übersicht aller Unternehmingen dieser Art, von Pausanias bis auf unsere Zeit (Band 2) — Paris, 1826

Page: 270
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270 zweites buch. DER PARTHENON. südliche seite. x.

X.

Die zunächst folgenden drei Metopen sind auch durch die Explosion im
Jahre 1687, zerstört, wenigstens ganz vom Tempel verschwunden, und uns
nur noch in Carrey's Skizzen überliefert, nach welchen die kleineren Umrisse
in Ant.dA., chap. iv, pl. xxxvii, n° 12, i3, 14, uud auf unserer Tafel Li, n°22,
23 und 24, gemacht wurden.

Die zwei und zwanzigste Metope stellt einen Centauren vor, der ein jun-
ges Frauenzimmer fest hält, indem er seinen linken Arm um ihren Leib ge-
schlungen , und mit seiner rechten Hand ihren rechten Arm ergriffen hat. Die
Stellung der Füsse der weiblichen Figur drückt ein Bestreben, sich von dem
Thiermenschen los zu winden, aus; ihr Gewand, das an der rechten Schulter,
durch die angestrengte Bewegung von der Spange losgerissen, herabgleitet und
ihren rechten Busen entblösst, hält sie noch an der linken Seite mit ihrer lin-
ken Hand zusammen. Ausser den rechten Armen beider Figuren, dem rechten
Hinterbeine und dem Schweife des Thiermenschen, war diese hübsche Gruppe
noch zu Carrey's Zeit, zwölf oder dreizehn Jahre vor ihrer Zerstörung, sehr
wohl erhalten.

Die drei und zwanzigste Metope stellt einen noch unentschiedenen Kampf,
zwischen einem jungen Griechen und einem Centauren vor. An beiden Figuren
ist eine Anstrengung, um den Gegner zurückzudrängen, sichtbar, aber durch
die Verstümmlung der oberen Theile, besonders der Arme und des Kopfes
des Griechen, ist es uns nicht mehr möglich die Bewegung genauer anzugeben.
Der Centaur ist, wie gewöhnlich, nackt; der Grieche aber hat ein, von seiner
linken Schulter hinabgleitendes leichtes Gewand. Vor den Füssen der Kämp-
fenden ist ein grosses umgeworfenes Gefäss von derselben Art, wie diejenigen
irdenen Weinbehälter, welche wir schon auf n° 4 und n° 9 bemerkt haben.

Die vier und zwanzigste Metope zeigt uns einen ähnlichen, nur durch die
Bewegungen der Figuren verschiedenen Kampf, in welchem der Grieche, ein
stattlicher Jüngling, siegreich erscheint, indem er seinen Gegner gewaltig nie-
dergedrückt, und bei den Haaren gefasst hat. Seinen rechten Fuss gegen den
Boden, seinen linken gegen das Kreuz des Halbpferdes anstemmend, zieht er
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