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Clasen, Peter Adolf
Der Salutismus: eine sozialwissenschaftliche Monographie über General Booth und seine Heilsarmee$dInaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde einer hohen philosophischen Fakultät der Ruprecht-Karls-Universität zu Heidelberg — Jena: Bei Eugen Diederichs, Verlag, 1913

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https://doi.org/10.11588/diglit.61365#0146
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keinerlei Eintrag getan, und 1905 hatte man schon 73 Offiziere, darunter
60 Eingeborene, 80 L.-O. und 39 K. Augenblicklich sind allein in Tokio, dem
Sitze der H.-Q., 14 K. Ein von der H. ins Leben gerufener ,,Barmherzigkeits-
bund“ der japanischen Frauen arbeitet ganz wie der katholische Elisabethen-
verein. Besondere Anstrengungen macht man auch, um den Selbstmorden
zu steuern. Die Reise des Generals im Jahre 1907 durch das Land war ein
Triumphzug. Bei seiner Landung in Yokohama brannte man zu seiner Ehre
Feuerwerk ab. In Tokio am Bahnhof staute sich eine Menge von 25 000
Menschen, und die Spitzen der Stadt erwarteten ihn. Der Mikado selber
empfing ihn in Audienz. Der erste Minister Baron Oyama und Graf
Okuma ließen sich mit ihm photographieren. Graf Okuma unterzeichnete
auch als erster den zur Errichtung eines H.-Krankenhauses für Arme in
Tokio 1911 erlassenen Aufruf. 100 000 Mark hatte der General zur Verfügung
gestellt, das andere sollte durch freiwillige Spenden gedeckt werden. Auch
eine Volksapotheke ist geplant und ein Wöchnerinnenheim schon in Betrieb.
In Japan hat die Armee ganz gewiß noch eine große Zukunft. Das kürzlich
in Yokosuka eröffnete Seemannsheim der H. — für fremde Seeleute besteht
schon seit Jahren ein Heim in Yokohama — und das auf 80 Studenten ein-
gerichtete Heim in Tokio, 1908 eröffnet, werden der Armee weitere Sym-
pathien gewinnen, und es ist nicht zu verwundern, wenn man bald von großen
Erfolgen lesen sollte. Die Leitung hat augenblicklich Henry Hodder.
Im November 1908 brachte Oberst Hoggard die H. auch nach Korea oder
Cho Sen, wie das „Land der Morgenstille“ jetzt als japanische Provinz
heißt. Das Werk begann in Seoul und ist bis jetzt rein geistlicher Art. Im
Dezember war die Armee schon in den verschiedensten Teilen des Landes
mit 40 Korps vertreten, und die weißgewandigen Koreaner drängen sich in
großer Zahl zu den Versammlungen.
Nach China, wohin der sterbende General mit verlöschendem Blick ge-
schaut hat, ist man bis jetzt nicht vorgedrungen. Ebenso haben Ruß-
land, Österreich, Spanien, Palästina, die Türkei und die Balkanstaaten noch
keine H., obwohl Railton fast alle diese Länder bereiste, bei einigen die Er-
öffnung schon gesichert schien und der Kriegsruf sie sogar schon verkün-
dete. Doch gibt es noch eine Reihe nicht erwähnter Orte, z. B. St. Helena,
Malta und Gibraltar, wo die Armee neben Seemannsheimen blühende Korps
besitzt, welche unmittelbar vom I. H.-Q. in London abhängig sind.

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