Dittenberger, Wilhelm ; Purgold, Karl ; Curtius, Ernst [Hrsg.]; Adler, Friedrich [Hrsg.]
Olympia: die Ergebnisse der von dem Deutschen Reich veranstalteten Ausgrabung (Textband 5): Die Inschriften von Olympia — Berlin, 1896

Seite: 335_336
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[No. 220 — 222]

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ΤΙΒΕΡΙΟΝΚΛΑΥΔΙΟΝΤ1 Ρ Γ
PIOYYIONNEPSi ΠΑΝΙΝΗ
Σ Α Ν Τ Α Ο ΛΥ Μ TT Ι Α Τ Ε β Ρ Ι TT
ΓΓ Λ Ι Τ Ε Λ Β Ι Π Ι ΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙ
ΙΙ/ΙΙ/ΙΙΙΙΙ/Ι/Ι/Ι/ΙΙΙ Ο ΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙΙ
Λ ιι Ο λ λ///Ν ΙΟΣΑΠΟλΑΩΝΙΟΥΥΟΣ
ΗΛΕΙΟΣΟΚΑΙΤΙΒΕΡΙΟΣ/,/ΑΥΔΙΟΣ
ΤΟΝΕΑΥΤΟΥΠΑΤΡΏΙιλ ΚΑΙΕΥΕΡΓΕΤΙ-
ΤΗΝ ΔΙΙ Ο Λ Υ Μ TT Ι Ω Ι

Ti. Claudius Ti. f. Nero kann nur der spätere Kaiser
Tiberius sein. Der Wagensieg muss vor der Adoption
desselben durch Augustus (26. Juni 4 n. Chr.), also späte-
stens in der 195. Olympiade (1 n. Chr.) davongetragen sein.
Der früheste Termin ist Ol. 190 (20 v. Chr.), da Tiberius,
geboren 16. November 42 v. Chr. (Sueton Tiber, c. 5), in
der letztvorhergehenden Olympiade noch nicht erwachsen
war. Es kommen aber von den hiernach möglichen
Olympiaden noch 194 und 195 in Abzug, weil sie in die

Zeit der Ungnade und halb freiwilligen Verbannung nach
Rhodos (6 v. Chr. bis 2 n. Chr.) fallen, während deren
Tiberius gewiss nicht mit einem Gespann in einem pan-
hellenischen Agon ausgetreten sein wird. Als spätester
Zeitpunkt bleibt also Ol. 193 (8 v. Chr.) übrig.
Durch unsere Inschrist ist festgestellt, dass die Unter-
brechung der hippischen Agone trotz des πάλαι bei
Africanus (s. zu No. 221) sich höchstens auf acht Fest-
perioden, wahrscheinlich aus eine noch geringere Zahl
erstreckt hat. Dass die armenische Übersetzung des Euse-
bius zu Ol. 178 (68 v. Chr.) den Anfang jener Unter-
brechung notiere, wie H. Förster sagt, ist nicht richtig.
Die betreffenden Worte sind nach dem übereinstimmen-
den Urteil aller Herausgeber ganz unverständlich; ja nach
der neuesten und zuverläsfigsten Übersetzung von Peter-
mann (Eusebius, ed. Schoene I p. 211,21 sqq.) beziehen
sie sich gar nicht auf irgend eine Änderung in dem Plan
der olympischen Kampsspiele, sondern auf ein persön-
liches Erlebnis des Pankratiasten Stratonikos; was freilich
über ihn berichtet war, bleibt vollkommen dunkel.
Z. 4. 5 kann kaum etwas anderes gestanden haben,
als die Olympiadenzahl. Über Apollonios (Z. 6 ff.) s. zu
No. 424.

221. Vorderblock eines Bathron aus grobem,
grauem Kalkstein mit krystallinischen und Quarzadern,
0,585 hoch, 0,78 breit, 0,185 uef• Oben mit vortretendem
Profilrand, der jedoch zum grösseren Teil abgeschlagen
ist. An den übrigen Seiten glatt, an der rechten ge-
brochen. — Inv. 121. Gefunden 25. Januar 1877 vor der
Ostfront des Zeustempels, nördlich von der Basis des
Stiers der Eretrier (No. 248). — Herausgegeben nach
G. Hirschfeld's Abschrift von W. Dittenberger, Arch. Zei-
tung XXXV (1877) S. 36 No. 34 (danach Sylloge Inser.
Gr. 278. Vergl. H. Förster, die Sieger in den olympischen
Spielen II S. 14 No. 612).
ΓΕΡΜΑΝΙλΟΝΚΑΙΣΑΡΑΑΥΤΟΚΡΑΤΟΡΟΣ
τιβεριουκαιςαροςςεβαςτουυιον
ΝΙΚΗΣΑΝΤΑΟΛΥΜΓΓΙΑΤΕΘΡΙΤΠΤΩ ΤΕΛΕΙ////
μαρκοςαντλνιοςτέιςανος
5 τονεαυτουττατρωναδιιολυμπίωι
Τερμανικον Kcctj-ccacc, Αυτοκράτορας | Ύίβεριον Kato-αοος
^Χεβαττον υ'ιον, | ναν/γταντα 0}>υμ~ια τε3~ρΐ7Γ7Γψ τελεί [ω,] Ι

5 Μάρκος Άντυνιας ΪΙειτανας
Ολυαττίαι.

id'jTCV TTCiTpUl'CC

■pttiv,

Auf den Sieg des Germanicus, der Anlass zu der
Errichtung dieses Denkmals gab, ist die Notiz in dem
Olympionikenverzeichnis des Africanus zu Ol. 199
(17 n.Chr.) zu beziehen. Wenn dort scheinbar Tiberius
genannt wird, so beruht dies nicht, wie bei der erlten
Herausgabe unserer Inschrift angenommen wurde, auf
einer durch den erheblich früheren Sieg des letzteren
(No. 220) veranlasste Verwechselung von seiten des Ver-
fasiers, sondern auf einer Korruptel des Textes, wie
H. Geizer, Sextus Julius Africanus I, S.169, durch die Be-
obachtung, dass sonst nirgends bei Africanus das Gespann,
sondern immer die Person selbst als Subjekt zu ενίκητευ
vorkommt, erwiesen hat. Er emendiert daher überzeugend
ίίΤΓίέο.Ξ"/] τ'Χΐ' ιπττων ο <5ραμας TCakca «ωλν3"εί£ και ivtxa [Ι'ερ-
μανιχος Κ«ϊταρ ό] Ύιβεριου Καιταρος τεΒ"ριππον. Über
Μ. Antonius Pisanus (Ζ. 4) und seine Nachkommenschaft
s. zu N0.223. 426.

222. Vierseitige Marmorbasis, 1,05 hoch, 0,62
breit. — Gesunden 4. Februar 1876 gegenüber der süd-
östlichen Ecksäule des Zeustempels. Nach G. Hirschfeld's
Abschrift herausgegeben von W. Dittenberger, Arch. Zei-
tung XXXIV (1876) S. 142 No. 20. Vergl. H. Förster, die
Sieger in den olympischen Spielen II S. 13 No. 585.
///// \IOCMAPKIOC IUI
Α Ν ////
Ν Ι Κ Η C Α C Δ Υ c ι τ e e ////
Τ Η Ν Ρ //,'/
[Γν]«ίΌ? Μαρκιος \.......υΙος] | «(/[ε^κε] | νικητας δυο-1
τε ε[ξί?9.....και\ | τν\ν ρ[. . 0?<υμπιαύα].

Der Dedikant scheint ein Römer senatorischen Standes
zu sein, der lieh wahrscheinlich dem Tiberius oder Ger-
manicus zu Liebe (s. No.220.221) an einem hippischen
Agon in Olympia beteiligte. Sichere Grenzen nach oben
und nach unten bilden einerseits das Vorkommen einer
Olvmpiadenzahl, wofür das älteste Beispiel No. 530 aus
OI.179 (64 v.Chr.) ist, andererseits diele Zahl selbst, die
späteltens 199 (17 n.Chr.) gewesen sein kann. Die Fällung
der Inschrift iit auffallend, namentlich verlieht man nicht
recht, was das τε Ζ. 3 bedeuten soll. Am plausibelsten
erscheint es, dass hier der Name eines anderen Feiles
gestanden hat, in dem Marcius zweimal gesiegt hatte,
ehe er in Olympia auftrat. Freilich bleibt dann der
Wechiel zwischen Dativ und Aceusativ anstössig.
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