Dittenberger, Wilhelm ; Purgold, Karl ; Curtius, Ernst [Editor]; Adler, Friedrich [Editor]
Olympia: die Ergebnisse der von dem Deutschen Reich veranstalteten Ausgrabung (Textband 5): Die Inschriften von Olympia — Berlin, 1896

Page: 743_744
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[No. 813—815]

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XII. FRAGMENTE VON ZWEIFFELHATER BEDEUTUNG.

1. AUF BRONZK.

813. Fragment aus stark gegoltener Bronze
bis 0,005 dick, Höhe 0,08, Breite 0,055 erhalten, ringsum


gebrochen. Die Oberfläche, auf welcher in breit ein-
gegrabenen Zügen die Inschrift sseht, von einem schrä'g
hindurchgehenden Riss durchzogen, ist unregelmässig
konvex geformt, die Rückleite zeigt rauhe Gussfläche.
Das Fragment scheint ein Splitter einer Bronzestatue,
deren Weihinschrift in altertümlichen Zügen auf dem
Körper graviert war. Seine jetzige Form, welche un-
gefähr der eines Blattes gleicht, ist zufällig. — Inv. 326.
Gefunden 16. Januar 1878 vor der Westfront des Zeus-
tempels. — Nach einem Facsimile von R. Weil heraus-
gegeben von A. Kirchhoff, Arch. Zeitung XXXVI (1878
S. 141 No. 183, Taf. XVIII No. 6 (danach Roehl, I. G. A.
p. 166 No. 576).
Wie Kirchhoff bemerkt, zeigt die Vergleichung von
Z. 1 und 2, dass die Inschrist nicht ßo-jTTfoisn-t)oi>, sondern
durchweg rechtsläufig geschrieben ist, und man muss
daher annehmen, dass das zweite Zeichen von Z. 4, mag
es nun ein Iota oder Sigma vorstellen sollen, aus Ver-
sehlen verkehrt gestellt ist, wie das in archaischen In-
schriften lehr oft vorkommt. Zu lesen ist nichts. Denn
Roehl's Ergänzung Z. 3 [Λ]ϊι Ό[λυμπίω\ ist ganz unsicher.

813«. Kleines Fragment eines starken ge-
hämmerten Bronzeblechs, 0,03 hoch und breit.


Unten ist der Rand der Platte erhalten, oben und an den
Seiten Bruch. Auf der Rückseite der Rest eines der
gewöhnlichen gravierten Ornamente, Kreise durch Tan-
genten verbunden, unten mit Wellenlinien am Rande
abgeschlossen. — Inv. 916. Gefunden 21. Mai 1880 im
Werten des Buleuterion. — Nach Purgold's Abschrift
herausgegeben von Roehl, I. G. A. Add. p. 184 No. 113c'.
Die Buchstaben der ersten Zeile sind wegen starker
Oxydation der Bronze nur undeutlich erkennbar, es
scheint ΚΙΛΟ dagestanden zu haben.

814. Bronzeblech, von einem Gefässrande, der
oben erhalten ist, unten sowie rechts und links ge-
brochen. — Inv. 436. Gefunden am 24. Oktober 1878
im Südwestgraben, nahe der byzantinischen Westmauer,
auiserhalb der Umfasfungsmauer der Altis. — Nach
A. Furtwängler's Abschrift herausgegeben von A. Kirch-

hoff, Arch. Zeitung XXXVII (1879) S. 163 N0.321.
similiert von Purgold.

Fac-

(^ Ρ

815. Bronzeblech mit eingravierten Buchstaben,
ringsum gebrochen. — Gefunden im Dezember 188Ö

unter dem Ausschuss im Bronzenkeller,
von Lübke, revidiert von Treu.

Facsimiliert
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