Dittenberger, Wilhelm ; Purgold, Karl ; Curtius, Ernst [Editor]; Adler, Friedrich [Editor]
Olympia: die Ergebnisse der von dem Deutschen Reich veranstalteten Ausgrabung (Textband 5): Die Inschriften von Olympia — Berlin, 1896

Page: 359_360
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[No. 244—245]

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V. WEIHINSCHRIFTEN.

WEIHGESCHENKE VON STAATEN.

244. Zwei Fragmente vom Horizontalrande
eines grossen BronzekelTels; der Rand 0,023 — 0,025
breit. Die Inichrift sseht in ties eingegrabenen Buchstaben
auf der breiten Fläche desselben, nach innen zu gerichtet.
Der dickgegoslene Rand ist nach dem Inneren hin rund
profiliert, nach aussen scharfkantig von dem Bauch des
Gefässes abgesetzt. Nach der Krümmung la'sst lieh der
ursprüngliche Durchmesser des Gefässes aus etwa ι,ϋο
berechnen. Das Weihgeschenk scheint demnach in einem
Dreifussbecken von besonders grossem Umfang bellanden
zu haben.— α Inv. 718. Erhalten 0,185 lang, von dem
Bronzeblech des Kessels daran ein Stück von 0,05 Höhe.

Gefunden 21. November 1879 im Westwalle des Stadion,
3 Meter unter der jetzigen Oberfläche. — b Inv. 849. Länge
0,17 erhalten, mit einem 0,16 hohen Fragment des Gefälses.
Gefunden 14. April 1880 am Ostende der Thesauren-
terrasse, vor der Futtermauer des Kronoshügels. — Heraus-
gegeben nach Purgold's Abschriften und Abklatschen von
A. Kirchhofs, Arch. Zeitung XXXVIII (1880) S. 64 No. 357
(Fragm. a), S. 119 No. 364 (Fragm. b) (danach Roehl,
I. G. A. p. 23 No. 63. Imagines p. 22 No. 12. P. Müllen-
liefen, de titulorum Laconicorum dialecto, Argent. 1882,
p. 12 No. 10. E. S. Roberts, Introduction to Greek Epi-
graphy I p. 253 No. 254).


[Τ]οί

,παατίίίτα \ι

Δί£ OXu]s7Ti0t «[/[sS-^].

Die siebenmal gebrochene Linie, welche hier als
Sigma auftritt, findet sich sonst nirgends, iss aber ofsenbar
nur eine, vielleicht aus reiner Willkür des Graveurs be-
ruhende Modifikation des in älteren lakonischen Inschriften

neben i vorkommenden £. Da diese beiden Formen
bereits seit Ol. 75 (480 v. Chr.) durch ί verdrängt waren
(S. Kirchhoss, Studien zur Gesch. des griech. Alphabets
4. Aufl. S. 152 fs.), so ist unser Denkmal in das Ende des
sechsten oder den Anfang des sünften Jahrhunderts zu
setzen.

245. Vierkantige Lanzenspitze, 0,267 lang. Die
Spitze gebrochen, auch hinten unvollständig. Die Ober-
ssäche, auf welcher die ssach eingegrabene Weihinschrift
sleht, ist durch Oxydation sehr entstellt, so dass einige
Buchstaben kaum zu erkennen waren. — Inv. 331. Ge-
funden 8. Februar 1878 an der Nordostecke der byzan-
tinischen Mauer. — Nach R. Weil's Abschrist herausge-
geben von A. Kirchhofs, Arch. Zeitung XXXVI (1878)

S. 140 No. 181 Taf. 18, 4. E. Curtius, Ausgrabungen in
Olympia III (1877 —1878) Taf. XXV S. 1 5 (danach Roehl,
I.G.A.p.5 N0.17). Genauer sacsimiliert von Purgold, Arch.
Zeitung XXXIX (1881) S.171 N0.395. [Danach Roehl,Add.
p. 171 No. 27 a. Imagines p. 63 No. 3. P. Cauer, Delectus
Inscr. Gr. ed. 2 p. 58 No. 98. A. Kirchhoss, Studien zur
Geich. des griech. Alphabets 4. Aufl. S. 112. E. S. Roberts,
Indroduetion to Greek Epigraphy I p. 126).


Χεχυωνί(ων).
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