Fliegende Blätter — 3.1846 (Nr. 49-72)

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Die Schatzgräber.

1.

Wenn man an der Straße von Augsburg nach Ulm geht, gelangt man
nach etwa sechs oder sieben Stunden in einenWald, geheißen derZiemetshauser
Wald. Da darf sich nun kein Reisender fürchten vor Wegelagerern und Spitz-
buben, und getrost durchgehen zu jeder Stunde, sowohl am Tage als zur

Nachtzeit, und die Leute aus der Gegend sind wackere
brave Leute und thun Niemandem etwas zu Leide,
wenn man sie ruhig ihren Weg ziehen läßt. Freilich
soll es nicht immer so gewesen sein, und es geht gar
mancherlei Sage und Gerede unter den Leuten, beson-
ders was grauhaarige sind, vom bayerischen Hiesel und
seiner Bande, vom Galgenkaspar und vom Raith, wel-
cher sich selbst erschossen hat, und vom französischen
Offizier, der am Hellen Tage neben der steinernen Bild-
säule erschossen gesunden wurde, und von vielen der-
gleichen unheimlichen Dingen. Biegt man rechts ab von
der Straße und geht mitten durch das Gehölze, so
gelangt man nach etwa einer Stunde auf einen freien
abgetriebenen Platz und trifft angebautes Ackerland und
Wiesengrnnd, wo muntere Heerden weiden, wenn es
gerade Wcidezeit ist, und lustige Dirnen und starkwa-
digeJungen die Feldarbeiten verrichten. Aus den Aesten
einiger Kirschen- und Birnbäume blickt gar freundlich
das Ziegeldach eines großen festgemauerten Gebäudes
mit spiegelhcllen Fenstern und gepflastertem Hofraume.
Das ist der Tyrolerhof. Wer des bayerischen Hiesels
Lebensbeschreibung schon gelesen hat, und das hoffe
ich von Jedermann, der sich für große Männerinteressirt,
dem muß der Hof bekannt sein. Auf diesem Hofe ruht
seit unfürdenklichen Zeiten eine Art Gast- oder Schank-
Recht, indem öftermalen ein vorbeiwandernder Jäger-
bursche oder Waldhüter sein Fläschchen hier füllen läßt,
und unterdeß einige Tropfen zu Leibe nimmt, um das
mitgenommene Getränke sparen zu können. Es gibt
auch noch allerlei andere Gäste, welche die Hoch- und
Heerstraße scheuen, wahrscheinlich des Staubes wegen,
oder sich verirrt haben, was auch freiwillig geschehen

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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Die Schatzgräber"
Weitere Titel/Paralleltitel
Fliegende Blätter
Quelle des Titels
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Muttenthaler, Anton
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Landstreicher <Motiv>
Karikatur
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Creditline
Fliegende Blätter, 3.1846, Nr. 54, S. 41 Universitätsbibliothek Heidelberg
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