Fliegende Blätter — 3.1846 (Nr. 49-72)

Page: 49
DOI issue: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/fb3/0053
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
7 Bestellungen werden in allen Buch- »nd Kunst' -_T Erscheinen wöchentlich. Snbscriptionspreis ttt

^Ihandlungen, sowie von allen Postämtern und ' *9*9* für den Band von 26 Nummern 3 fl- 54 kr. , PmiP.

Zeitungsexpeditionen angenommen._ob. 2 3itf)Iv. ö Sgr. Einzelne Nummer» o kr. od. 2'/, Sgr.

Die «chatzgräber.

(Fortsetzung.!

Hier bring' ich einen guten Freund, krächzt mein Be-
gleiter, lacht dabei ganz widerlich und schiebt mich zu dem
Weibe hin. Tie faßt mich bei der Hand, daß es mir wie
Gift durch Mark und Bein länft, fährt mit der Hand über
mein Gesicht, und sagt mit klangloser hohler Stimmen Fürchte
dich nicht, guter Junge! weil du hast Furcht, vor dem, was

im Mantel der Mitternacht lebt und webt, und nicht leicht-
sinnig schimpfst über das, was du nicht verstehst, wie es so
viele aus deinem kurzsichtigen Geschlechte machen, so sollst
du heute dafür belohnt werden. Deine Augen sollen sehen,
was noch keines Lebendigen Auge geschaut hat, und ein Wunsch
soll dir gewährt sein. Drauf gab sie meinem Begleiter einen
Wink, und der schritt vor mir her durch das Gestein hindurch,
als ob es Nebel wäre, und ich hinter ihm drein und mein
Phylax hinter mir; der arme Teufel zitterte vom Schwanz
bis zur Schnauze; — wäre er hier, der könnte euch von
jener fürchterlichen Nacht noch manches erzählen, was ich in
der Angst nicht gesehen, oder durch die Länge der Zeit ver-
gessen habe. Nach langem Borwärtstappen in dem finger-
dicken Dunkel kamen wir zu einer eisernen Thüre. Der Mann
klopfte dreimal laut und fest an, und dreimal hallte es wie Don-
nerrollen von Innen zurück, das Thor sprang auf mit Krachen,
wie wenn der Wind ein Stadelthor zuwirft, und wir standen in
einer großmächtigen Stube, die von hundert und abermal hundert
Lichtlein erhellt war, und schimmerte und flunkerte, wie ich in mei-
nem Leben nichts ähnliches gesehen habe. An den Wänden waren
Spiegel mit goldenen Rahmen, höher als ich bin, und ich messe
doch meine sechs rhein. Schuh; Sitzbänke waren an den Wänden
herum aus dem feinsten Golde, und der Fußboden >var gepflastert
mit Dukaten und Kronenthalern. Die Thüren waren von Eisen
und Stahl, und die Riegel. Schlösser und Angeln von Ist grä-
digem Silber. Ich habe das Wappen ganz genau drauf ge-
sehen. Unter den Bänken und in den Winkeln lagen Hau-
fen von Gold, Silber und edles Gestein von unschätzbarem
Werthe. Wie ich nun da große Augen machte, und mich
kaum getraute auf den kostbaren Boden hinzutreten, sah ich
auf einmal ganz von ungefähr einen langmächtigen Mann
mit braunen nackten Füßen im Hemde in einem der Spiegel,
und wie ich genauer hinlugte, sah ich, daß ich der Mann

O O

IO

Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Die Schatzgräber"
Weitere Titel/Paralleltitel
Fliegende Blätter
Quelle des Titels
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Toga <Motiv>
Höhle <Motiv>
Karikatur
Satirische Zeitschrift
Eulen <Motiv>

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Creditline
Fliegende Blätter, 3.1846, Nr. 55, S. 49 Universitätsbibliothek Heidelberg
loading ...