Fliegende Blätter — 40.1864 (Nr. 965-990)

Page: 17
DOI issue: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/fb40/0021
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Bestellungen werden in allcn.Buch- unb^ir^~7^iß m Ers-Hmnu wöchentlich einmal. Subscripti°,w- XL ßö
' - ■ allen Postämtern und M5F“* • «preis für den Band von 26 Nummern 3 fl.54 kr.

O k IL'tlUtU llt unv*i ~ -

Handlungen, sowie von allen P o st ä m
Z e i t n n g S e r p e d i l i o n e n angenonimcn.

od. 2 Rthlr. 5 Sgr. Einzelne Nummern kosten 9 kr. od. 2'/? Sgr.

Die Weissagung der Zigeunerin.

(Fortsetzung.)

Da war es ein schöner Fund gewesen für den reichs-
unmittelbaren Fürsten Hohenfingel-Findelburg jüngerer Linie,
als sich am dortigen Hofe das Gerücht verbreitete, in einem
Thalc des Gebirges liege ein nettes Dörfchen mit einträg-
licher Brettmühle, dessen Einwohner lange Jahre, seit ihrer
dortigen Ansiedelung, ganz frei und herrenlos und ohne Steuer
lebten.

Die nächste Folge war, daß eines schönen Tages zum
größten Erstaunen des zusammen laufenden Städtchens einige
Reiter in reich mit Gold gestickten Röcken, auf den stolzen
Perrücken daö Tressenhütchen, einritten, und sich nach dem
Thale erkundigten, in welchem das Dörfchen mit einer Säge-
nmhle liege, Roch viel größer aber war das Staunen und
die Verwunderung im einsamen Thale über die seltsamen
Gäste, die beim Müller abstiegcn. Die Verwunderung ging j
aber nur zu bald in kleinmüthigen Schrecken über, als der
vornehmste jener Reiter sich zu erkennen gab als reichsfürstlich
Hohenfingel-Findelburgischcr Kammer-Fiscal, der gekommen ,
sei, den Bewohnern des Thales, welche sich ungebührlicher
und doloser Weise der zum Wohlc des Staates nöthigen
Besteuerung seit undenklichen Zeiten entzogen, und die Nutz-
nießung Hohenfingel-Findelburgischen Grund und Bodens un-
rechtmäßiger Weise ohne Zins und Vergütung innegehabt,
nicht nur die künftigen Steuern anzukündigen,, sondern auch
auf einer Nachzahlung der versäumten Zinsen von vierzig
Jahren her zu bestehen. Diese machten natürlich eine nicht
geringe Summe aus. — Zorn, Schreck und Trostlosigkeit
machten sich auf die verschiedenartigste Weise in Verwünsch-
ungen und Klagen laut, als die unerwartete Commission
wieder abgeritten war, nachdem sic den Bestürzten eine Frist
von wenigen Wochen angegeben, binnen welcher sie bei Strafe
der Pfändung die ihnen auferlegtc Steuer zu entrichten
hätten.

Nun war in den nächsten Tagen ein Hin- und Her-
wandern nach dem Städtchen. Laute Klagen über solch un-
erwartete Beeinträchtigung und kühles Bedauern von Seiten
der Leute im Städtchen. Viel größer aber ward die Vcr-

3

Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Die Weissagung der Zigeunerin"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Heil, Friedrich Michael
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Beauftragter
Steuernachforderung
Ankündigung
Geste <Motiv>
Rechtsanwalt
Fürst
Müller <Motiv>
Karikatur
Steuer
Dreispitz
Steuererhebung
Satirische Zeitschrift
Schwarzwald

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 40.1864, Nr. 967, S. 17
loading ...