Fliegende Blätter — 40.1864 (Nr. 965-990)

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Farbige Stereoskop-Bilder aus Wien.

Eine Geschichte von Strümpfen. — Von Dr. Märzrotl).

I.

Prolog.

Vor etwa dreißig Jahren ließ sich noch de^ phantasie-
reichste Mensch nichts träumen vom Stadtpark, Thiergarten,
Weghuber u. s. w.

Volksgarten und Wasscrglacis waren die Culminations-
punkte der Wiener Promenadenlust.

Besonders die Abende auf dem Wasserglacis gehörten
zu den angenehmsten Erhaltungen des Wiener Lebens.

Wie genügsam war man damals!

Ein bischen Orchester, einige schwindsüchtige Lampen,
auf je zwanzig Personen des Publikums ein „Becher Ge-
frorenes," und das war genug, um glücklich zu sein.

Da saßen in Reihen rechts und links die Mütter und
Töchter, und die alten Herren, dicht an einander geschoben,
und das junge, lttstige Volk und die elegante und seine Welt
defilirte Schritt für Schritt an ihnen vorüber. Da sah man
die Löwen jener Zeit, unter welchen hauptsächlich die stattlichen
> Gestalten der. königl. ungarischen Garde im wahren Wortsinne
hervorragteu, denn es waren lauter Männer, die mindestens
um einen Kopf größer waren, als andere Menschen. Obwohl
in Civilkleidern, kennzeichnete sie ihre militärische Haltung
und die. Augen der Damen streiften meist über die Köpfe
i des andern Publikums, um an den Männern der Garde zn
haften. Aber auch Männer, die das Unglück hatten, um
einen Kopf kleiner zu sein, als diese Bevorzugten, gingen
nicht spurlos vorüber, auch sie verstanden Eindruck zu machen,
und so ward das Bedürfniß einer besseren Beleuchtung schon
darum nicht rege, weil man sich hier mitten in einem Kreuz-
feuer und Raketenwirbel sich suchender und findender Blicke
befand.

„Und da. saßen die Frauen rechts und links den ganzen
Abend, ohne zu essen oder zu trinken, bloß immer wieder nur
neue Kapseln aufsetzend,, um ihre hübschen Augen stets schuß-
fertig zu haben?

Das. hieße denn doch die Zeit todtschlagen!"

„Ach nein, man amüsirte sich, war aber dabei doch nicht
müssig.

Man kokettirte und blinzelte rastlos, und dabei wurde
— gestrickt. —"

Mütter und Töchter strickten, und während aber die

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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Farbige Stereoskop-Bilder aus Wien"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

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Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Mann <Motiv>
Flirt
Weg <Motiv>
Schwester <Motiv>
Braut
Park <Motiv>
Blick <Motiv>
Damenhut
Gespräch <Motiv>
Karikatur
Stricken
Werbung
Baum <Motiv>
Hund <Motiv>
Mutter <Motiv>
Garde <Motiv>
Junge Frau <Motiv>
Sitzen <Motiv>
Satirische Zeitschrift
Thema/Bildinhalt (normiert)
Wien / Wasserglacis

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 40.1864, Nr. 973, S. 65
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