Fliegende Blätter — 40.1864 (Nr. 965-990)

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Zum Wohle der leidenden Menschheit.

sexein Gelde etabliren wird, und wenn's dann dnrchgebracht
ist, haben wir ihn ans dem Halse, wie zuvor. Und obenein
uns fortwährend vorzuhalten, daß loir keine Männer kriegen,
iveil wir zu wählerisch sind! Ich möchte nur wissen, wo die
Männer Herkommen sollen, wenn man keine jungen Leute bei
sich im Hause sieht; ivir können sie uns doch nicht aus dem
Daumen saugen! Wenn man bedenkt, wie es in andern
Familien gemacht Ivird! Da ist es keine Kunst, wenn die
Mädchen unter die Haube kommen. Man hält die Heiraths-
kandidaten fest, und wer nicht Miene macht, dem giebt man
zu verstehen, daß er verduften kann. Ha, ha! Aber hier,
bei uns, wo sich nur alte Krippensetzer liebenswürdig machen
wollen, müßte jedem Mädchen die Lust vergehen. Ja, wenn
nur hin und wieder ein junger Beamter, Künstler oder
Offizier" —

„Na, von den Offizieren schweig' nur," fiel da die
Aeltere ein, „da muß schon ein anständiger Geldbeutel vor-
handen sein, wenn's den Consens geben soll."

„Muß man denn die blutarmen heranziehen? Es giebt
auch reiche Offiziere, die sich fangen lassen, wenn man sie
nur zu nehmen weiß. Ich sollte meinen, was uns der faule
Mensch, der Rudolph, nun schon über Jahr und Tag kostet,
könnte viel zweckmäßiger für uns in ein paar Gesellschaften
und Landparthien anfgehen. Was hat denn der Alte für
Verpflichtungen gegen seinen Neffen? Hat seine selige Schwe-
ster den Jungen so schlecht erzogen, daß er zu nichts zu
gebrauchen ist, sollen wir es ausbaden? Ein dnrchgefallener
Apothekergehülfe! Warum hat er's mit dem Examen nicht
noch einmal versucht? Ist er zu träge oder zu dumm, es zu
bestehen, so mag er meinethalben Schuhputzer werden! Kann
man den Schmutzfink so nicht vor anständigen Leuten Prä-
sentire», ei, so wäre das ja gerade ein angemessenes Geschäft

„Hum!" machte der alte Häßlich, indem er einer mäch- j
tigen Dampfwolke nachblickte, die so eben der Schranke seiner
spärlichen Zähne entströmt war, „hnm, hum!"

„Was mag der Papa nur wieder haben?" zischelte die
reizende Georgine in das Ohr ihrer älteren Schwester Ro-
salie, bei welcher sie nähend am Fenster saß.

„Was kümmert's mich," entgegnete diese gähnend, „wer
kann's wissen!"

„Der alte Mann wird immer wunderlicher. Wahrschein-
lich geht ihm wieder das Schicksal seines geliebten Neffen
durch's Gehirn. Er denkt an alles, nur nicht an das, was
am nächsten liegt. Unsere Zukunft ist nicht der Rede werth,
natürlich! Ich seh es noch kommen, daß er ihn mit un- -

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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Zum Wohle der leidenden Menschheit"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel
Fliegende Blätter
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

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Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Tragen
Heiratsalter
Schwester <Motiv>
Eimer
Karikatur
Junge Frau <Motiv>
Tyrannin
Satirische Zeitschrift
Alleinerziehender Vater <Motiv>

Literaturangabe

Rechte am Objekt

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Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild
Rechtsstatus
Public Domain Mark 1.0
Creditline
Fliegende Blätter, 40.1864, Nr. 988, S. 185
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