Fliegende Blätter — 68.1878 (Nr. 1693-1718)

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44 14,615 Gulden.

harrt, wenn nicht eben die kleine Margit erwacht wäre. Sie
weinte ganz fürchterlich in ihrem Bettchen. Die kleine Einfalt
wußte es nicht, daß der Augenblick, der auch sie für ihr ganzes
zukünftiges Leben gliicklich machen sollte, jetzt eben herangekommen.

Neue äsopische Fabeln.

Der Mops und die Fliege.

Eine Fliege summte im Zimmer umher, in welchem ein
Mops auf einem weichgepolsterten Sopha ruhte. Die Sonne
schien hell und freundlich durch die Scheiben herein, es war tiefe
Stille. Da bemerkte der Mops die Fliege so wenig, wie diese
den Mops. _

Der Adler und das Schaf.

Auf einer fetten grünen Weide grasten viele Schafe, von
einem einzigen Hirtenknaben gehütet. Der Knabe schlief, denn
es war schwül und drückend, und der Knabe war hungrig und
müde. Da entfernte sich ein junges Schäflein weit von der
Heerde und graste ganz allein ans einer kleinen Anhöhe, die
über der Wiese hervorragte. Zur selben Zeit breitete ein Adler
seine Schwingen znm Fluge ans und flog von seinem Horste
weit in die Ebene hinaus. Das Schaf wäre wohl unrettbar
verloren gewesen, wenn nicht die Wiese in Spanien, der Adler-
horst aber in Tyrol sich befunden hätte.

Der Hund und der Igel.

„Stichst Du mich, so beiß' ich Dich!" sprach der Hund
zum Igel, und dieser antwortete: „Bciß't Du mich, so steck,'
ich Dich!" Da aber der Igel nicht gebissen und der Hund
nicht gestochen sein wollte, so betrachteten sie einander lange Zeit
und gingen dann auseinander, nicht ohne das Bewußtsein, ver-
nünftig gehandelt zu haben.

Neue äsopische Fabeln.

Der röchs und der Esel.

Ein Ochse rannte einst aus einen Esel los und wollte
ihn mit seinen Hörnern stoßen. Der Esel aber war so dumm,
daß er es nicht merkte und blieb ruhig stehen. „Der Klügere
gibt nach," sprach der Ochse, da er die Dummheit des Esels
erkannte und rannte ihm das Horn in den Leib.

Das Wiesel und die Schnecke.

„Ach wie langsam kriechst du doch," rief das Wiesel einer
Schnecke zu, die im Sande mühsam ihr Haus schleppte. „Wenn
ich so laufen könnte wie du," erwiderte gelassen die Schnecke,
„dann würde mein Hans mir bald lästig sein." Betroffen von
dieser schlagenden Antwort schämte sich das Wiesel und lief
davon — wohin konnte die Schnecke nicht erfahren.

v. illtn».

Frage unb Antwort.

Wodurch unterscheidet sich ein junger Arzt von einem alten?
— Der junge erreichet, wenn man ihm Geld gibt, und der
alte wird roth, wenn er keines bekommt!

Doppelsinnig.

„Angebetetes Fräulein, darf ich hoffen, in Ihrem kleinen
Herzen Gegenliebe zu finden?" — „Nun, Sic sind der Letzte,
den ich lieben würde!" — „Der Letzte?! Desto besser, mein
Fräulein!" _

Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"14,615 Gulden" "Doppelsinnig"
Weitere Titel/Paralleltitel
Fliegende Blätter
Quelle des Titels
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Schneider, Hermann
Watter, Joseph
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Zurückweisung
Geschirr <Hausrat>
Herr <Motiv>
Wiege
Wortspiel
Brief <Motiv>
Beruf <Motiv>
Belohnung <Motiv>
Bett <Motiv>
Stuhl <Motiv>
Romantische Liebe <Motiv>
Ehepaar <Motiv>
Dame <Motiv>
Freude <Motiv>
Säugling <Motiv>
Gespräch <Motiv>
Fächer <Motiv>
Karikatur
Umarmung <Motiv>
Satirische Zeitschrift

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Creditline
Fliegende Blätter, 68.1878, Nr. 1698, S. 44 Universitätsbibliothek Heidelberg
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