Thür, Hilke; Österreichisches Archäologisches Institut [Editor]
Forschungen in Ephesos (Band 11,1): Das Hadrianstor in Ephesos — Wien, 1989

Page: 40
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40

Baubeschreibung und Rekonstruktion

Taf. 20,
Abb. 44. 45,
Plan 8

Taf. 21, Abb. 46,
Plan 8

Taf. 22, Plan 8

Taf. 23,
Abb. 47. 48,
Plan 8

Plan 8

Taf. 23

eine schmale Leiste, ein weiterer Rundstab und die Sima (s. auch u. S. 105f.). Das Profil
hat eine Ausladung von 37,6 cm. Die Zähne sind nur wenig breiter als die Zwischenräume,
in den Eckfeldern hängen Kugeln, die teils glatt, teils pinienzapfenartig verziert sind.
Die gebrochenen Blöcke HT 38, HT 39 und HT 92 (Taf. 20, Abb. 44. 45, Plan 8; Kat. F
1) passen zu einem Eckblock von 220 cm Tiefe und 100 cm Länge zusammen. Der Block
ist auf drei Seiten profiliert, die vierte Seite ist Stoßfläche. Dort sind zwei hakenförmige
Dübellöcher eingearbeitet. Im Oberlager ist an zwei Seiten ein Randstreifen von 35 cm, an
der dritten Seite von 24 cm grob bossiert; die Binnenfläche ist fein geglättet. 41 cm vom
Rand entfernt sind ein Stemmloch und zwei Rißlinien eingearbeitet, ein Gußkanal führt
von hier zu einem Dübelloch. Beim gegenüberliegenden Rand sind auf dem Stein HT 92 in
einem Abstand von 24 cm der Rest eines Stemmloches und eine Ritzlinie zu erkennen; die
Oberfläche von HT 38 ist stark beschädigt, Versatzspuren sind hier nicht erhalten.
Auch die Gesimsplattenfragmente HT 40, HT 42 und HT 89 lassen sich zu einem
Block zusammenfügen (Taf. 21, Abb. 46, Plan 8; Kat. F 2). Dieser Zwischenblock ist nur
an der Vorderseite profiliert. Er ist 231 cm lang und 120 cm tief. Das Oberlager ist zu den
rückwärtigen und den seitlichen Stoßflächen hin zerstört. In diese Bruchflächen sind
Klammerlöcher eingehauen. Das Auflager ist — soweit es erhalten ist — teilweise geglät-
tet, teilweise so grob bossiert, daß der Werkzoll 2 cm und mehr hervorsteht. In die geglät-
tete Fläche auf Fragment HT 40 sind zwei Stemmlöcher und ein Dübelloch mit Gußkanal
eingearbeitet, sie markieren die Lagerfläche des darüber folgenden Baugliedes.
Der Block HT 45 (Taf. 22, Plan 8; Kat. F 3) ist vorn profiliert, hinten und auf einer
Seite hat er Stoßflächen, die vierte Seite ist gebrochen. Da der Bruch durch das Hebeloch
läuft, ist der Block mit 128 cm etwa in halber Länge erhalten; seine Tiefe mißt 99 cm. Das
Oberlager ist größtenteils zerstört, die Restfläche ist bossiert; nur ein 6,5 cm breiter Strei-
fen neben der Stoßfuge ist geglättet, hier ist auch ein Stemmloch eingearbeitet. Beim hin-
teren und seitlichen Stoß sind Klammerlöcher wiederum in die gebrochene Oberfläche
eingemeißelt.
Der Block HT 41 (Taf. 23, Abb. 47. 48, Plan 8; Kat. F 4) ist ein Eckblock; zwei Seiten
sind profiliert, eine Seite ist gebrochen, an der vierten Seite sind geringe Reste einer
Stoßfläche sichtbar. Der Block ist 100 cm lang; er ist 75 cm tief erhalten. Das Oberlager
weist am Rand der Anschlußfläche Reste eines Klammerloches auf. Ein Stemmloch und
eine Rißlinie sind in 43 cm Abstand von dem der Stoßfläche gegenüberliegenden Rand
des Profils angebracht; am zweiten Profilrand ist ein Stemmloch in 23 cm Entfernung, ein
weiteres in 41 cm Entfernung eingemeißelt.
b Lagebestimmung. Der Plan des oberen Auflagers der Gesimsblöcke (Plan 8) zeigt,
daß die rückwärtigen Klammern der Gesimsplatten HT 45 und HT 40, 42, 89 aneinander-
passen. Die Blöcke ergeben gemeinsam die Gesamttiefe des Gesimses von 220 cm. Wei-
ters paßt seitlich die große Eckplatte HT 38, 39, 92 an; die in der seitlichen Anschluß-
fläche eingearbeiteten hakenförmigen Dübellöcher stimmen mit den seitlichen Klammer-
löchern der Platten HT 45 und HT 42 überein. Ergänzt man nun diese drei Bauteile um
eine zweite Eckplatte als Gegenstück zu HT 38, 39, 92, so ergibt sich eine Gesamtlänge
des Gesimses von 431 cm. Das ist genau das Maß der seitlichen Säulenjoche. Ein Teil die-
ses zu ergänzenden Eckblockes dürfte in dem Fragment HT 41 erhalten sein (vgl. Taf. 23).
Ein Stemmloch im Abstand von nur 23 cm vom Profilrand liegt mit einem Stemmloch und
einer Rißlinie auf dem Stein HT 92 in einer Flucht. Das ist auffällig, da diese Markierun-
gen so nahe am Rand im Bereich der Auskragung des Gesimses liegen, daß es unwahr-
scheinlich ist, daß hier wirklich ein Bauteil auflag. Auf dem Eckblock HT 41 ist folgerich-
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