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Praschniker, Camillo; Österreichisches Archäologisches Institut [Contr.]
Das Cömeterium der Sieben Schläfer — Forschungen in Ephesos, Band 4,2: , 1937

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https://doi.org/10.11588/diglit.45626#0101
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Die Einzelfunde.

Gemessen an der Ausdehnung der Anlage war die Ausbeute an Einzelfunden ziemlich gering. In reicherem
Maße sind nur keramische Erzeugnisse erhalten geblieben. Der Eigenheit der Anlage entsprechend, handelt
es sich dabei vornehmlich um Flaschen und Lampen, zu denen sich noch einige Ampullen gesellen; diese sind
vielleicht ebenso wie die Schalen und die Krüge von Pilgern im Coemeterium vergessen worden, wenn die
letzteren nicht sogar von Grabräubern stammen. Denn ursächlich haben weder Ampullen noch Krüge und
Schalen in einer Friedhofsanlage Verwendung gefunden. Anders steht es mit den Flaschen und Fläschchen,
die, ursprünglich mit Essenzen gefüllt, den Toten mitgegeben wurden. Daß sie in nur sehr geringer Zahl sich
vorfanden, wird, abgesehen von der leichten Zerbrechlichkeit des wenig gut gearbeiteten Materiales, vor allem
wohl darin die Erklärung finden müssen, daß diese Gefäße für die Grabräuber immerhin einen gewissen
Gebrauchswert darstellten.
Gefäße.


1. Wandbruchstück einer Schale aus braun-rotem,
ziemlich stark glimmerhaltigen Ton (Abb. 106), Dm. am
oberen, leicht wulstig gebildeten Rand 14 8 cm; die
Schalenhöhe beträgt ohne den fehlenden Fuß 6'5 cm,
die Wandstärke 0 8 cm. Die Außenwand ist mit großen
Blättern verziert, die offenbar mit einer scharf geschnit-
tenen Hohlform aufgepreßt sind. Ziemlich umfängliches,
aus dem Bau der justinianischen Johanneskirche stam-
mendes Parallelmaterial läßt keinen Zweifel, daß wir das
Fragment zumindest der zweiten Hälfte des 6. Jh. zuzu-
weisen haben.
2. Unverzierte Schale aus rötlichem Ton; ziemlich ver-
sintert, von 20'2 cm Durchmesser und 10 3 cm Höhe. Während
die Außenseite ziemlich glatt gebildet ist, weist die Innenseite
die üblichen stufenförmigen, breiten Rillen auf.
3. Henkelkrug aus grauem Ton; das Randstück ab-
gebrochen (Abb. 106). Die Höhe des ziemlich dünnwandigen
(0 3 cm) Gefäßes beträgt 19 cm, der größte Durchmesser an
dem mit mehreren parallelen Rillen verzierten Bauch 13-5 cm,
während der voll gebildete Fuß einen Durchmesser von 77 cm
aufweist.
4. Henkelkanne aus rotem Ton (Abb. 106); das Ausgußrohr
ist zur Gänze abgebrochen und auch die gerade aufsteigende
Halsmündung ist stark verbrochen. Die Höhe der Kanne be-
trägt 14'5 cm; zwei scharf geschnittene Rillen geben dem
Gefäß eine gewisse Gliederung, dessen größter Durchmesser
11 cm ausmacht.
5. Flaschenkrug aus rotem Ton (Abb. 107); an der Außen-
wand matt grauschwarz gefärbt; der Henkel ist abgebrochen.
Höhe des Gefäßes 14 cm; der birnenförmige Bauch, dessen
größter Durchmesser 87 cm beträgt, ist mit zahlreichen stufen-

106: Keramik aus dem Siebenschläfercoemeterium.
artigen Rillen verziert; unmittelbar unter dem fast gerade gebil-
deten Hals ist auf der Schulter der Segenswunsch Ζήσο έν θ-εω
eingeritzt.
6. Flasche aus graubraunem Ton (Abb. 107); die Höhe des
etwas plumpen und groben Gefäßes (Wandstärke 0'4 cm) beträgt
6ί cm, der größte Durchmesser aber 7'2 cm.
7. Flasche aus braunrotem Ton (Abb. 107). Die 17'5 cm
hohe und am größten Durchmesser 5’4 cm dicke Flasche ist
mit den üblichen stufenartigen Rillen verziert, die aber nach
oben hin immer flauer werden und am Hals fast ganz ver-
schwinden.
8. Flasche aus grauem Ton (Abb. 107); im Hinblick auf
den verbrochenen Hals beträgt die Höhe nur 13 8 cm. Der
im Durchmesser 5 cm messende Bauch ist mit sechs Stufen-
rillen verziert. Bemerkenswert ist der amphoraartige kurze
Steckfuß.
9. Flasche aus rötlichem Ton (Abb. 107). Die Höhe dieses
Fläschchens beträgt 11'4 cm, der größte Durchmesser 4’3 cm.
Der Bauch ist mit vier Stufenrillen verziert.
 
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