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Praschniker, Camillo; Österreichisches Archäologisches Institut [Contr.]
Das Cömeterium der Sieben Schläfer — Forschungen in Ephesos, Band 4,2: , 1937

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https://doi.org/10.11588/diglit.45626#0024
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2: Blick in das Presbyterium.

II. Baubeschreibung.
Der Kirchenkomplex.
Wie schon früher erwähnt, rechnen wir zu dem Kirchenkomplex (Beilage 2) außer der eigentlichen
Kirche mit der Katakombe den großen Bestattungssaal westlich der Kirche und das Mausoleum nördlich von
ihr. Trotz der etwas späteren Entstehung dürfen wir im Hinblick auf die räumliche Lage auch die beiden
Kammern zwischen Mausoleum und Bestattungssaal und die Einrichtung des Daches des Bestattungssaales
zu Begräbniszwecken als zu dieser Baugruppe gehörig betrachten. Wenn auch Kirche und Bestattungssaal in
einem Zug erbaut sind und räumlich fast unmittelbar in einander übergehen, so kommt doch schon rein äußer-
lich eine Trennung durch die Verschiedenheit des Fußbodenbelages zum Ausdruck, hier Marmorplatten, dort
Mosaik.
Die Kirche.
Die Anlage, deren Südwand zu nicht geringen Teilen vom Fels gebildet wird, läßt schon im Grundriß
(Beilage 2) klar das Schema des Zentralbaues hervortreten. An einen nur wenig verzogenen, fast rechteckigen
Mittelraum, der eine Länge von 12’6 m und eine Breite von 10 rn aufweist und durch stark einspringende
Eckpfeiler charakterisiert ist, ist im Osten ein nahezu quadratischer Raum von 6’2 in Seitenlänge und im
Westen ein ebenso breiter, aber nur 5'2 m langer Raum angeschlossen, vor dem dann der r8 m tiefe, ungefähr
5 m breite Eingang liegt. Die Trennung des Mittelraumes von den beiden Endsälen kommt auch noch darin
zum Ausdruck, daß der Boden in jenem um 0'2 m tiefer liegt als in diesen.
Der östliche Endraum erscheint durch die in der Mitte der Ostwand angebrachte halbkreisförmige Apsis
von 232 m Durchmesser und den vor ihr in einer Entfernung von 1’9 m aufgemauerten, im Grundriß qua-
dratischen Altar von 0'95 in Seitenlänge als Kultraum charakterisiert. In der Apsis (Abb. 2), deren Boden
um 0’2 in gegenüber dem Altarraum erhöht ist, ist noch die im Rund umlaufende 0'45 in tiefe Bank durch-
schnittlich 0'5 m hoch erhalten. Die offenbar aus Marmorplatten gebildete Sitzfläche kann, wie die Einsatz-
spuren in der Wand lehren, nur um einige Zentimeter höher gewesen sein, wobei wir bei Bestimmung der
 
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