Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern [Editor]; Württembergischer Altertumsverein [Editor]; Württembergischer Anthropologischer Verein [Editor]; Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein [Editor]
Fundberichte aus Schwaben — 13.1905(1906)

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Giiltlinger Helms ganz richtig betont (Die Altertümer unserer heid-
nischen Vorzeit V. Bd., II. Heft, S. 51), ebenso Boulanger (Le mobilier
funeraire Gallo-Romain et Franc en Picardie et en Artois S. 103).
Man mag dann an die Westgoten denken, welche kurz vorher zum
Christentum übergetreten waren.
So eröffnen sich, wie augenscheinlich ist, eine Menge interessanter
Ausblicke, die, näher aufgesucht und untersucht, auch mit dazu bei-
tragen können, große kulturgeschichtliche Probleme der Lösung näher
zu bringen, vor allem das m. E. bedeutendste, wie das Verhältnis
von Orient und Okzident auf dem jeweiligen Stande einer gewissen
Kultur gefaßt werden muß. Das Werk Gröbbels versäumt es nicht,
solche Probleme anzuschneiden und ihnen nachzugehen. Darum ge-
bührt dem Buch auch nach der wissenschaftlichen Seite hin volle
Anerkennung.

Nene Literatur zur römisch-germanischen Forschung.
Von P. Goessler.
An erster Stelle ist zu erwähnen der „Bericht über die
Fortschritte der römisch-germanischen Forschung im Jahre
1904. Frankfurt a. M., Joseph Baer & Co. 1905“.
Mit allem Nachdruck möchte ich auf diese erste Veröffent-
lichung der römisch-germanischen Kommission des Kaiserlichen archäo-
logischen Instituts hinweisen, welche vor kurzem, dem 3. Heft des
Archäologischen Anzeigers (1905) beigeheftet, aber unabhängig von
diesem, erschienen ist. In einem Vorwort spricht sich der Direktor
der Kommission, Professor Dr. Dragendorff in Frankfurt a. M., der
Herausgeber und Hauptverfasser des Berichts, über die Grundsätze
dieser periodischen Publikation aus. „Wie die Kommission,“ schreibt
er S. 1, „eine ihrer Hauptaufgaben in der Vereinheitlichung der
lokalen Forschung, in der Zusammenfassung der vor-
handenen Kräfte zu gemeinsamem Vorgehen und in dem Hinweis auf
die großen gemeinsamen Aufgaben sieht, so mußte ihr auch der Gedanke
kommen, der Zersplitterung der Literatur, die den nutzlosen Verbrauch
wissenschaftlicher Kräfte begünstigt, entgegenzuarbeiten. Diesem Ge-
danken ist der Plan entsprungen, jährlich einen „Bericht“ erscheinen zu
lassen, in dem kurz zusammengefaßt werden soll, was in dem be-
treffenden Jahr auf den einzelnen Gebieten für die Forschung gewonnen
ist. Der Bericht ist gedacht als ein Wegweiser durch die einschlägige
weitschichtige Literatur für den, der auf diesen Gebieten tätig ist.
Er soll zugleich eine Uebersicht geben über die wichtigsten Funde
des Jahres. Endlich soll er den Stand der Fragen, an deren Lösung-
augenblicklich besonders gearbeitet wird, klar hervortreten lassen
und auf vernachlässigte Gebiete hinweisen.“ In zu großer Be-
scheidenheit spricht der Herausgeber nur von dem, was an diesem
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