Gombert, Hermann
Der Freiburger Münsterschatz — Freiburg [u.a.], 1965

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Dank der Anregung Sr. Exzellenz des Hochwürdigsten Herrn Erzbischofs Dr. Hermann
Schäufele konnte der schon seit Beginn des Jahrhunderts gehegte Plan verwirklicht werden,
die bedeutendsten Kultgeräte der Schatzkammer des Freiburger Münsters der Öffentlichkeit
vorzustellen.

Bei der Untersuchung der geschichtlichen Herkunft der in der Schatzkammer vorhandenen
Kleinodien, der Goldschmiedearbeiten, der Wirkereien und Paramente, fand sich im Münster-
archiv eine Fülle aufschlußreicher Quellen, die vom kirchlichen und religiösen Leben der
Freiburger im Mittelalter und in der Barockzeit beredtes Zeugnis geben. Manches hiervon ist
bekannt durch Einzelveröffentlichungen Freiburger Historiker, von Heinrich Schreiber, Peter
Paul Albert, Hermann Flamm und dem Münsterbaumeister Friedrich Kempf, um nur die
wichtigsten zu nennen. Ihre Erkenntnisse zusammenzufassen und durch neue, bisher unbekannte
Urkunden zu belegen und zu erweitern, stellte sich als zusätzliche Aufgabe. Sie konnte gelöst
werden dank der liebenswürdigen Unterstützung und Hilfe des H. H. Archivars Johann
A. Kraus, der dem Verfasser jederzeit mit Rat und Tat zur Seite stand. So war es möglich, erst-
malig den Versuch zu unternehmen, die Vorstellung vom geistlichen Leben der Freiburger
Vergangenheit ein wenig aufzuhellen, wobei die historischen Gegebenheiten nur untersucht
wurden, soweit sie sich auf das Münster und vor allem auf seinen Schatz beziehen. Es ging
darum, den Geist jener Zeit, in der die Kleinodien entstanden sind, ein wenig zu veranschaulichen,
ohne daß allerdings der Anspruch auf Vollständigkeit erhoben wird. Uns fällt es schwer, ein
Bild vom Dasein jener Menschen des Mittelalters und der Barockzeit zu gewinnen, deren
Leben belastet war von Mühseligkeit, Unfreiheit und Drangsal. Diese Härte zu überwinden,
dem Leben seinen Sinn zu geben, vorwiegend aus der vom Glauben getragenen Hoffnung auf
ein besseres Jenseits, ist der Urgrund all der Schönheit, die wir heute staunend bewundern, die
aber einzig und allein aus gläubiger Ehrfurcht erwuchs.

Dem Hochwürdigsten Herrn Erzbischof danke ich herzlich für die gestellte Aufgabe. Zu
besonderem Dank bin ich verpflichtet dem Freiburger Goldschmied Herrn Alfred Erhärt, der
kurz vorher ein Inventar des Münsterschatzes aufgestellt hatte, das ich benutzen konnte, und
der mir bei der Untersuchung der Goldschmiedearbeiten sehr behilflich war, ferner dem
H. H. Archivar Johann A. Kraus für alle Unterstützung beim Auffinden der Urkunden und
beim Lesen der manchmal schwierigen Texte, wie auch den Herren des Freiburger Stadtarchivs
für ihre Hinweise.

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