Gombert, Hermann
Der Freiburger Münsterschatz — Freiburg [u.a.], 1965

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Man schrieb Sonntag, den 21. Oktober 1827. Die sonst stillen Straßen und Gassen der Alt-
stadt, heute festlich mit Fahnen und Inschriften geschmückt, belebte eine erwartungsvolle
Menschenmenge. Viel Volk war schon am Vorabend in die Stadt geströmt, um Zeuge eines
in der Geschichte Freiburgs bedeutsamen Ereignisses zu sein. In den späten Vormittagsstunden
löste sich aus der Universitätskirche ein prächtiger Zug. Unter dem Geläute aller Glocken ging
er durch die dicht gesäumten Straßen zum Münster.

„Diese feierliche Prozession, welche der Herr Erzbischof von Cölln mit seiner Geistlichkeit, der
neue Erzbischof Dr. Boll mit dem Domkapitel, der Herr Bischof von Evara, die ganze dahiesige
Geistlichkeit, eine große Menge von Dekanen und Pfarrern aus allen Teilen des Landes, die
Deputationen, sämtliche großherzoglichen Behörden, die hohe Schule, der Stadtrat und die
Bürgerschaft in stiller Andacht begleiteten, war ebenso durch Größe und Pracht imponierend
als durch den heiligen Zweck ergreifend . . . Auch Se. Königl. Hoheit der Großherzog mit
seiner hohen Begleitung geruhten aus dem Lokale des Museums diese feierliche Prozession mit-
anzusehen.“1

Kurz zuvor hatte in der Universitätskirche der bisherige Stadtdekan und Münsterpfarrer
Dr. Bernhard Boll, der am 21. Mai 1827 vom Papst als erster Erzbischof von Freiburg bestätigt
worden war, durch Seine Exzellenz den Erzbischof von Köln, Graf Spiegel, unter Assistenz des

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