Gundlach, Franz
Hessen und die Mainzer Stiftsfehde 1461 - 1463: mit einem Anhange von Urkunden und Aktenstücken — Marburg, 1899

Seite: 40
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über.166 Die Schlacht endete mit einem vollständigen Siege
Diethers und des Pfalzgrafen, die feindlichen Fürsten von Baden,
Metz und Würtemberg gerieten in Friedrichs Gefangenschaft.
Adolf von Nassau schien beseitigt, Diether frohlockte.

Aber nicht lange dauerte dieser Zustand. Aller Sieges-
gewißheit und dem so plötzlich errungenen Übergewicht Diethers
über seine Gegner machte der 28. Oktober ein Ende. Nach
zwölfstündigem Kampfe war Adolf von Nassau Herr von Mainz,
und die alte Reichsfreiheit der Stadt war für immer dahin.167
Damit war auch das Schicksal Diethers entschieden, der Krieg
um das Erzstift war zu Ende.

IV.

Der Kampf um Hofgeismar.

Landgraf Ludwig hatte, wie wir gesehen haben, an den
letzten Kämpfen bis zur Schlacht bei Seckenheim sich nicht
beteiligt. Ihm lag ein anderes Unternehmen weit mehr am
Herzen. Noch waren die ihm am 7. März verschriebenen main-
zischen Besitzungen in Hessen, Hofgeismar, Gieselwerder und
Schöneberg, nicht in seinen Händen. Es galt, sie erst durch
langwierige Belagerung dem neuen Herrn gefügig zu machen.168
In Lichtenau sammelten sich Ende Mai die Truppen Ludwigs
und Herzogs Friedrichs von Braunschweig,169 während der Land-
graf auf der Burg Reichenbach residierte. Ihre Zahl stieg bald
auf 200 Reisige,1,0 am 17. Juni 1462, am Fronleichnamstage,
traf der Landgraf von Grebenstein aus mit zahlreichen Truppen,

von Pfeddersheim erzählt, will Bommel vielmehr in diese Zeit setzen.
Ebenfalls nach dem Anonymus ist Hans von Dörnberg Teilnehmer der
Schlacht bei Seckenheim gewesen.

16s Über diese Schlacht siehe die Monographie von Röder. S. oben
S. 24, Anm. 91.

161 Siehe Menzel, Diether S. 189—195.

168 Über das Folgende s. Falckenheiner, Geschichte hess. Städte und
Stifter, Bd. II, Cassel 1842, S. 308—314.
163 Beilage 21 Nr. 258, 259, 260.
no Ebenda Nr. 278.
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