Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 38,2.1845

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Nr. 38.

HEIDELBERGER

1845.

JAHRBÜCHER DER LITERATUR.

JEuripidis fabulae. JEd, Fiao.

(Schluss.)
Dass diese Verse hier etwas Besonderes haben, ist nicht zu leugnen:
es fragt sich aber doch, ob sie mit Tyrwhitt zu deliren, oder mit Reiske
für Eindringlinge aus einem andern Stücke zu halten seien. Markland
macht sehr treffend auf die von Plutarch περί ra εαυτόν επαινεΤν c. 1.
bemerkte φορτικωτάτη μεγαλαυχία des Euripides aufmerksam, vermöge
der er in seinen Stücken an ganz unpassender Stelle auf sich selbst zu
reden komme, und so stimmen wir mit Herrn Fix überein, wenn er sagt:
„aliquando suspicio mihi est subnata, Euripidem seductum occasione in-
seruisse hic alieno argumento aliquam suarurn rerum significationem, sive
quod populum in docenda fabula sua aliqua parum attentum auditorem
sibique iusto minus faventem expertus esset, sive alia de caussa simili
afflictum. Ita et ambignae dictionis simul et ipsius allati argumenti ex-
cusationem habuerimus satis probabiIem.u
Suppl. 248. schliesst Theseus seine Rede an den um Schutz flehen-
den Adrastus mit den Worten:
χαίρων cfr5· ου γάρ μή βεββλευσαι καλώς
αυτός, πιέζειν την τύχην ήμας λίαν.
Matthiä schreibt: εί μή γάρ βεββλευσαι, worin ihn Herr F. folgt
(in seinem Text steht durch Versehen εί γάρ μή}: dann aber bleibt noch
die Schwierigkeit, den folgenden Vers zu erklären. Matthiä erklärt πΐέ-
ζειν σήν τύχην: fortunam tuam adversam occultare auxilio tibi ferendo
quo illa obscuretur, i. e. fortunae tuae mederi. Allein, selbst wenn wir
diese ungewöhnliche Bedeutung von πιέζειν annehmen, so wissen wir
nicht, was dann mit λίαν zu machen ist: in diesem Falle würden wir
δέον schreiben, was vermöge der Aehnlichkeit von Δ und A leicht ver-
wechselt werden könnte. Wollte man aber πιέζειν in der entgegenge-
XXXVIII. Jahrg. 4. Doppelheft. 38
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