Heidelberger Jahrbücher der Literatur — 38,2.1845

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Nr. 47.

HEIDELBERGER

1845.

JAHRBÜCHER MR LITERATUR

Rfawawi hiographicai iUeiionary.

(Schluss.)
Viele politisch wichtige Männer, welche zufällig in diesen sechs Bü-
chern nicht erwähnt werden, fehlen daher, während Andere, welche nur
bei irgend einer Tradition Vorkommen, sonst aber ganz unbedeutend sind,
aufgenommen werden; auch wird selbst bei den berühmten Männern,
die glücklicherweise mit irgend einer Tradition in Berührung gekommen,
häufig nur darauf Rücksicht genommen, während ihr ganzes übriges tha-
tenreiches Leben mit ein paar Worten abgethan wird. So gehen z. B.
Musa und Tarik, die Eroberer von Spanien und Merwan, der letzte Cha-
life aus dem Geschlechte Umejja ganz leer aus, während die Biographie
des frommen Omar Ihn Abd Alaziz fast neun Seiten einnimmt, und ein
gewisser Aschjam Aldhibaby (S. 160]) einen Artikel erhält, weil bei
dessen Ermordung der Prophet gesagt, seine Gattin erhalte ihr Erbtheil
von dem Lösegelde. Demungeachtet ist dieses Werk auch für die Ge-
schichte des Islams nicht ohne Bedeutung, obgleich es, wie jedes andere,
aus der Feder eines Mohammedaners hervorgegangene, mit grosser Vor-
sicht gebraucht werden muss. Hätte z. B. Herr Flügel gelesen, dass
Nawawi S. 205 schreibt: „Hasans Gottesfurcht und Milde veranlasste
ihn, dem Chalifate zu entsagen“, so würde er wahrscheinlich folgenden
Satz in seiner „Geschichte der Araber“ (jS. 58} weggelassen haben:
„Als aber der neue Chalif (HasanJ seine Gläubigen zu unbedingtem Ge-
horsam aufforderte nncl die Bedingung stellte, dass ihnen Freunde und
Feinde gemeinsam seyn müssten, verbargen jene ihre Unruhe nicht, wahr-
scheinlich aus Furcht vor des Hasan kriegerischem Unterneh-
mungsgeist, der ihren Neigungen nicht zusagte.“ Wenn wir nicht
irren, ist übrigens dieser Satz aus Reiske’s unrichtiger Uebersetzung
des Abulfeda 0. S. 346^) geflossen. Diese lautet nämlich: „Verum
XXXVIII. Jahrg. 5. Doppelheft. 4?
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