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,Der Hei-elberger Ltudeut"

S-S t»rs «r. 1

ne, Ivirklich l'etete» sie ei» Ävsientild, de» B»vhvmet
on mid tvürdeu, ivcnn sie sich »nter sich nlnnbten, dos
Krevz bespeien »nd init Füsien treten. Da hiclt Äöniz
Philipp IV., der Cchvne, ciner der begnltestcn »nd wcit-
blickendsten HerrscherFrankrcichs, die Zcit fnr nekennnen,
jich diese» Stnet im Stae.te näher enzvsehen. Er ließ nn
vcrschicdenen Orten AreNkreichs Spirne i» den Ordcn
eintrete» »nd fcnd die <ilerüchle zmn Nosien Tcil be>
stäli.zt. Er, der schon den enmesienden ji.denllülizen
Popst BvnifccilisVIIl.znrcchte.eniesenhctle, dordle jüdi.
sche Pe.re,sitciitiescllschc.ft iin Jchre IRiO aus Fraiikreich
verbemiit hotte, fühltc sich eii ch hier stiirk nenng, dcin
nicchtvcllen Teniplervrde» entjtegenzutrelen. Jn Pepst
Clemens V., deni ehenie.li.zeil Bischcf von Bordeanx, hct-
to er einen ihm tren erjiel'eiienZreiind vnd wnr des Bei-
standes vvn diesor Seite geiviß. Der Prozcst gegeii die
Templer zvg sjch 7 Jehre leng hin, dn iinnier nieder selt-
scme Hinderiiissc i» den Weg tre.te», Zengen stertic»,
Urkiiiiden verschlvnndcn. Aber der Köniz lliet' sest. Die
Teniplerherrn wiirdcn elle gcfcltert »nd gesteiiden fast
alle. Jhre Aiissngeii si»d n»n ivegen der erlittene» un-
menschlichen Fvlteriinge» keine Bewcise in »iiseren Au-
gcn. Wichtig ist jedvch die Anssage des (ürvstmeisters des
Tcmplerordeus Jean Bvnrg Melay, der nechweislich »ie
gefoltert wurde, der daS Bespcien des Krenzes zugab,
aber die hente selbst i» freimanrerischen Schrifte» zuge-
gobene Svdvinie deS inneren Äreises der Templer ab-
ftritt. Vvn den 138 gefelterten Tempelherrn verharrten
4 bei der Unschuld des Ordcns. Am 12. Mai l3l<> Ivnrden
.74 Tempelherrn z» PariS verbrannt, der Ordeiiemeister
selbst 1314. Bei seinem Tvde sagte er seinen beiden Mbr-
dern ein balviges Ciide vvraus. Ter Ävnig überlebte ihn
nur nm eiuen Monat, er starb unter furchtbaren Schmcr-
zen, und auch Papst Clemens V. starb nach 4 Mvnatcn.
Das Vermvgen des Templervrdens w»rde zum grvsten
Tcil de» Jvhaiiiiitern übergeben; die nberlebendcn
Meistcr dcsrcmplerordcns slohcn nach England und ga-
ben als Maurer vcrklcidet „das blehcimnis wciter".
Auch berichten verschiedene freim. Schriftsteller, dnß nn
den Scheiterhaufen deS (hroßmeisters drei vcrhüllte
Männer hingetrcten seien, ihre Dolche in daS Blut des
Meisters getaucht hntten und geschivoren hätten, »icht zn

riiheiiiiiidzureste», bisdas, .üviiigstum beseitiB sei, das
Pe psttein gestürzt sei,iiisbcsoiidere cber das Geschlecht der
Cc petinger, dem Philipp angehürte, vom Erdhvden ver-
schwmiden sei.

Am 18. März 1982 miißte Grostmeistcr Müllenderff
ver eiiicni Dei tschen vlericht zngebcn, daß die Frei-
mmirerei ztvcierlei „Belchri lie-inetcrnl" hct. EmS für
die rnteren Gre.de, für die die Freimaurerei erst im Jahre
1717 beginnt, mid eins für die Obcren (von Temschland
nns gesehen, ven der jüdischen Führung aus gesehen,
siud das ar.ch erst mitilere Grade ü) stür welche die Frei-
nianrcrei nach dem Untergang des Tempclherrnordens
entstaiiden ist. Für div Ülechegredc, das sind die Gre.de
30,8l, 321 nd88, jcdc ch bestcht die Maurcrei seitSalvniv,
dem kviiizlichen Bauhcrrn.

Wie jüdisch schvu die F-reimaurerei in Deutschland ist,
geht aus den Akten der Cencerdenz herver. Tie Cvncvr-
danz ist das Lexikon der Grvßen Le.iideeloge Vvn Tvutsch-
land. Diese Ceneerdenz ist uur für Brüdvr vem 0. Grad
an aufwürts bcstimmt, »nd der Landesgrostmeister Mül-
leiidorff war hochst erstamit, als ihm Vvr Gericht ein
Nichtmaurvr cin Exemplnr Vvrlegte. Jn dieser Cvncor-
danz steht n. a. ai'ch:

„Die ältesten Inhaber der Keiimilisse (gemeint isl die
fr. Geheimlvissenschaft) ilanntcn sich eingeweihte des
BmideS vder vertrnute Brüdor. Sie nahmen ihren Ur-
sprung im Osteii (deshalh siht der Logeiimcister in der
Loge immer im Osten mid deshalb auch ex arieiiU, Inx),
vv» da verbreiteten sich ihre Keniitillsse wcstwärts mid
wnrdeii dnrch Sems Nachkvmmen zu den Ägyptern
mid Chaldäern gebracht. Zuerst waren diese Keilntiiisse
in der Stiftöhütte und dnii» im Tempel wvhl verwahrt."

Jii Englaiid mid vvn Cnglaiid aus arbciteten nuii die
erleuchteicii Meiiter uneutwegl nu der „Fleischlverdung
ihrer Ideen" Indesscn »var in der Iwifchenzeit im
(»cfolge der Reformation dem Papsttnm ein Helfer ent-
standcn, der, was Lrganifation, Mcnfchenerfassung,
Laktit und Elastizität bei gleichzcitlgem unbeugfamem
Wittcn zur Weltherrschaft angeht, die Gcgner deS
PapsttumS und des frz. «önigShauscS wohl noch über-
traf. Jch mcinc den Iefnitcnorden. Tieser Orden
bewahrte das Papsttnm vvr dcr BedcmmigSlosig.

kcit, deim die Gegeuresvrmaiivn kaim ivvhl zu OO'X,
auf das Konto der Sveietas Jesu gebucht werden
Auch hier bcstoud wnhrschciulich ein Versuch des Ju-
dentmns, zmiachst in die Römische Hierarchie einzu-
druigen, doch wnrdc dem schon 1603 ein Riegel bvr
geschoben, indem Philipp II., Kvnig von Spanien,
darauf dreng, daß der u. -Ordensgeneral Aqunviva viu
Gelwt erließ, Judenllütige nicht mehr in den Orden
ai fzunehnien, das aber sehr bcld wiedcr erhellich ge-
inildert wmde, dn die Jidenschc.ft innerhalb mid außer-
hclb des Ordeus dagegen Sturm lics. Die Ausgabe, die
slch der von Jgnaz Vvn Loycla gegründvte Orden gestellt
hat, lautet nach der Bestätigiiiigsiirkiinde des Iudeil-
papstes Paul lll.i „Uuter der F-ahne des Kreuzes Gott
Kriegsdieiistv tmi." Dcnüt divs vvrbvliolilos geschehen
kviine, svrderte der Ordensgründer vvu seiiien Mitglie-
deru den mibediiigteu (veherse.m, der bis zur Ausgabe
der Cigeupersöiilichkeit zu geheu habe. Cs heißl iu den
Ordensregeln: „Treten wir in den Ordcn, jo follen wir
dcherzigen, daß wir unfcrcn Wittcn i» daS Grab legcn
. . der nnvolllommcnc töchorsam hat zwei Augen;
aber zu feinem Ungliick. Ter vollkommene Gehorfam
ist blind. Lcien wir alfo, als scien wir giinzli ch tot ;
eine Leichc sieht nicht."

Diese Fvrdermig ber Aufgatie der Meiischeuwürde
sind eine ewige Beleidiguug des gesamte» abendläiidischen
Denkens, das, vvu germanischer Schöpferkraft getrage»,
lebte und gestaltete ii» sicheren Wissen mid Besih der »»-
pcräußerliche», eiiimolige» mid eiiizigortige» Werte der
Persöiilichken. Als hervvrragendstes Mittel zur Abtv-
tmig des Willens der Zöglinge de» Oberen gegenüber ste
hen dem Orden die berühmten „l-lxeii-iki-i!qiieitiii,Iiu",
die geistlichen Übmigen ziir Verfügmig. Das Cxerzitlen-
büchlein des heiligen Jgnaz v. Lopola, dessvn „übernatür
licher Urspninn" »e.ch der Ansicht der frvmme» „Stim-
meii aus Maria Laech" nech Vvn „keincm Vernünftigen
engeziveifelt ivvrden ist", das nech der Ansicht vcrschiede-
ncr Päpste herrliche göttliche Weisheit ist und den Gc-
samtban des kathclischen Glanveiislebens angeblich mn-
faßte, stellt sich bei nüchterner Betrochtmig dar als eine
mit grvben Mitteln arbeitende Aiiweisiing zur Autvsug-
gestioii. Der Helfer Loyvlas, dvr übereifrige Lainez,

vcrsicherte seinerzeit schv», der Sicherheit hnlber, daj
Gvtt svlbst deni Hciligen die Exerzilien mitgetcilt habi
»nd daß Maria nech eigeiis durch den Erzengel Gabrie
habe mitteilen lcsscn, daß sie die Begründeriii dcr Exer
zitien sei. Pcinlich ist imr, daß „Moria" ina»che Cinzel
heiten der E. aus dem Bnche des Benediktiners Garcic
de Cincrvs nbgeschriebeii hat. Oder svllte es dvch dvr hvili
ge Ignaz gvwcsen seiii ?

Loyvl« gibt in dem Exerzitienbüchleiii Ariweisunge»
znr Kcsteimig, znr Art wie man beten svll, er uiiterschel
oet drei Arte» des BetenS mid bor allem die cigcntliche»
grvße» Übmigen, i» welchen die Verderbiüs des Leivec
iind die Macht der Sünde, die Qualeii der Hvlle »nd die
Freiidei» der Seligc» betrachtet werden. Der jmige No
vize wird iin Orden einer svlchen 80 Tnge lnng wShrende»
Übung »nterzvgen »»ter Anleitmig eiiies Cxcrzitien-
nicisters, der dem Uijahrigen Jungrn z. B. die Vvr-
übuiig der i>. Übmig der ersie» Wache des iveisen hcilige»
Loyvla bvrspricht. Tivsv vv» Gott svlbst cingvgebeiien
Wortelnnten:

Die übirug besteht in eiiier Vvrstellnng des Ortes
der Hölle. Hier svll ich mit de» Aiigen der Einbll-
dungskrnst die Länge, Breite mid Tiefe der Hölle
schanen.

Pnnkt l: Ich hvre mit de» Ohre»Weiiie»,(>!eheul,
Geschrei, Lästernngen gegeii CI,rist>iS miseren Herrn
nnd alle Heiligen.

Jch rieche mit deiu (Üeruchsiiiii, Rauch, Schwefel,
Nurat und farlende Tiuge.

Jch kvste mit dem Gcschmaclsiuii bittere Dinge wie
Träne», Tranrigkeit und de» W»rm des (üelvisscns.

Ich fühle mit deni Tastsin», wie nämlich die Feu-
ergliiten die Seelen crfossen iind bremien."

Tiesc und andere übiiiigen wcrdcn solange fortge-
jetzt bis der Iögltng wirklich allcr zu sühlen, zu ricchen
und zii kosten ftlaubt, mit andercn Wortcn, vom Zög-
linft werdcn Täuschungen allcr 5 Linnc gesordcri
mid erpreßl. Ter Psychiaier spricht in svlchen F-äl
le» vvu iiidnziertem Jrrcseiu, d. h. Verrücktwerdeu
diirch äiißereii Eiiitluß, bei vvlll'vimnener phpsischcr
(tzesiuidheil. Jm übngeii m»ß dcr Zvgliug nlles, ivuS
er fühlt inid getou hat, außerhelb derBcichte iu einer
besendereu Gewissensrecheuschoft seiueu Obcren mit-
tcileii. Kamercdschoft Ivird i» den jesnitischen Er-
ziehmigsregeln der „lintio «tuckiornm" cls Verderben
bezcichnet. Bis 1327 iver der Gebrauch der Mutter-
sprache vcrbote», kis 1882 (.ü)stn»d amllich in der rö-
iiiischc» „Wissciischast" die Erde iin Mittelpiuilt der
Wclt, mid die Svmie drehke sich darm». Taß sie es hente
»icht mehr tut, habe» wir dem Bestehen einer eurvpäi-
scheu Wisseiischast z» verdaiiteii.

Ter Gedaiite a» ci» Vaterlnnd ist berderbtich. Sv
besagte dvch das 7. Detret der 21. Generalkoiitrcgatw»
der SJ i

„Ic kosmopolitijcher der Iesnit ist, je weniger »icht
»ur in dcr Tat, sundern auch der Gcsinnung nach dcr
Fcsnit Batcrland, Volk und Hcimat kennt, je glcichgül-
liger ihm dicLtaatssorm ist, untcr dcr cr zusättig Icbt,
»inso inchr »Shert cr sich dem Ideal des Jesuitcn!"

üm nber ein Leben laiig miter der F-ahne des Kreuzes
Gott Krivgsdiensle tun zn kviinen, nmß dem Zvgliilg ein
nie erlvschender .üeberhaß eingebramit werden. Auch
dasür svrat die reizeude Rativ Studivrmn. Dieser .Net-
zerhaß nird heute dew jmigen Jesuiteu uvch gvnau sv
vingetrieben ivie vvr 3<I0 Iahren. Mir haben eS also
nicht init einem iibcrwiindenen Erzeugiiis deb sinsteren
MittelalterS zu tnn

Am 18. Iannar >874 salso am Iahrcstag dcr Grün-
du»g des Tciltschcn Rciches) erklärtc Papst PiuS IX
in eincr Persammluiig von intcrnationalen Pilgcrn:
„Bismarck ist dic Lchlange im Paradicjc dcr Mcnjch-
hcit." (Woher hat denn der hl. Batcr diesc Weisheit?)
Tnrch diesc Lchlange wcrdc das dcuischc Bolk versirhrt,
mchr sein zu wollen als Gott sclbst, unb dicscr Lclbst-
übcrhcdung wcrdc rtnc Erniedrigung solgcn, wic noch
kcin Bolk jic habe kostcn miijscn. Nur dcr kwigc wisse,
ob das Landkorn an den Bcrgcn der ewigcn Bcrgcltung
sich schon gelöst hade, das im Riedcrgangc zum Berg-
sturz wachjcnd, in cinigen Iahrcn an die töncrnen Fiitze
dcs Reichcs anrennen nnd cs in Trllmmcrn wandcln
werde, dicses Rcich, das wic dcr Tnrm zu Babcl „Gott

c/s c/sms/§ . . .

Personen: Zwei Alte mit lmigem Bart.

Ort: Eine öffentliche Parkanlage in Berlin.
Zeit: Mitte März 1838.

Sagt ,der Eine: Frllher war das alles voll
mit Rosen.

Sagt der Andcre: 2m März —?

Sagt der Eine: Als wir noch einen Kaiser
gehabt haben —

Sagt der Andere: 2a, damals — freilich!

a.

6ö>/S§ ASA6/7 /?6S/(//oS

DcrPreußischeMiinsterprüsidcnt, Äeneral derFliegcr
Hennann Göring, hat kürzlich mit sehr doutlichen Wor-
ten in einem Appctl nn die Studenten bctont, daß es im
iiotivnalsvzialistlschcii Staat nur auf die nativnalsvzieli-
stische Bewährung ankvmme nnd nicht auf die Ver-
bandszugehvrigkeit vder die soziale Herkunft. Er
hat damit dem weitaus größtcn Teil der dentschon Stu-
dente» aus dem Herzeu gesprechen, die manchmal durch
die „Prvgrainme" gewisscr Kreise befürchten mußtcii,
daß man durch die Konstriiierung ciuer „Bildungsklasse"
hier Kameradschast auf don Hochschulen gefährden könntc.

M//)s/m

ssc/ c//s Ss/7^s/ss/sc/e/-üs/7c/s

Atttiquitütengeschäft: Waffen von W.illenstcin und Tillh,
Fernrvhr, Schreibfedor vonCäser, .Kisten, Kasteii,5tlcider-
bügel und Blmitenvasen, Schweinslederbände nnd
Nasierkiingen nnd ...

über allem thrvnt Wilhelm II. (natürlich im Bilder-
rahmen). Aber Herr Antiquitätengeschäft: „Was svll
denn der Mann im Bildorrahmen im Schaufenster? Jst
dor Herr nicht nach Doorn? Hat er uns nicht mal hoini-
geleuchtet?" oder?

Ein Rat: „Nehmen Sie einen Jhrer zinnencn Kerzen-
halter mid leuchten Sic dcm Mann im Bilderrahmen
anch heim, zmn weiiigsten in die hinterstc Ecke Ihres
Ladens."

„Besten Dank!" st.

7s/f/gs/ö/7, oc/s/ . . . ?

Wir wissen alle,*welchen ungeheilcrlichen Kampf
»nsere österrcichischen Kanieraden in jenen blutlzen
Tagen des Svmmers 1984 mitmachteiywie man sie schika-
nierte, aiiälte, in Konzentretioiiclager sperrte, irir ken-
nen anch die vollgcfressenc, schwe.rzeMaske, die im Hin-
tergrmid stand, ihre Befehle gab nnd höhnisch griiiste.

Zahlreiche Kamercden entkamen mit höchstem Ein-
sah ihres Lebcns nech TeMschland, nachdem sie vvrher
sv gründlich ihre Pflicht gvgenüber dem Delitschtmn ge-
tan haben, wie manche Herren ihr ganzes Leben nicht,
selbst wenn sie >eht schon „grane" Haare tragvn.

Doch nnn zu Heidvlberg.

Wir habvn in Hvidelbvrg anch einiae gefluchtete Ka-
nieradc», Ivelche nmi hier vvllig abgeschlossen Vvn ihrvr
Heimat mid ihrer F-amilic ihr Studium vollenden wvllen.
Ein solcher Kamerad kvmmt zn Semefterbvgimi in dns
Sprechziimner eines Professors.

„Woher kommen Sie?"

„Aus Österreich!" ' '

„Also sind sie anch eincr von denen, die drübvn aus-
gorissvn sind!"

Ter vsterreichische Student, der durch sein mannhaftes
Handeln seiiie ganze F-amilie in grenzenlose Armut nnd
Berfolgung gebracht hvt, verlnßt vhne ein weiteresWort
das Sprcchzimmcr. Ledizlich die grauen Haare des
„Herrn Prvfessvrs" hnben die Univerfitnt Heidelberg vor
einem Skandal bcwahrt. .. !

Gvttseidnnk besiht aber die Uiüversitüt Heidelverg
eiiiv Z-ührmig, dio langsam aber sicher solche Elemente
in Zukunft ausschalten wird. ruini.

. . . sösc ü///s, ms//)6 //sc/ss /

Man weiß scheinbar einem Film einen Rahmen zu
gebcn!

„Um das Menscheiirecht"

Fcstlich geschmückter Raiini: Hakciikreilzbanncr, schwnrze
Tvtenkopf-F-ahne, Oleankcrbüume, . . . so der Saal.

Kulturfilm, Wcchenschau, daim Wagiiennusiki Rieuzi
... so das Vorprogranini.

.... Und nun dvr Hauptfilm: „Um das Meiischen-
recht". Nein! Jeht müssen wir erst nech eine Platte:
Schlager ai f Kinvorgc! anhvren. Ünmittelbar bvr dem
Film ncch schncll Taiizmusik. Ja ! Sv ganz ohne Schla-
ger geht die Chose uich:!

.aber bitte, nieiue Herreu!

St.

6/s l//ssc/sc/ltic

Jch habc eincn Bekannteii. Der ist miter anderem
Nefercndar. Er ist etw«s schwächlich; war aber immcr
ganz guter Leichtathlet.

Bitte? Ob er Nativnalsvzialist? Wie bitte? ... Abvr
wclche Frage...! Nnn hat er Herznoural.zie. Jawvhl!
Sagt er. Sagt der Arzt. Alsoi Nefcrendorlagvr, bei
HerrnKerrl in Jütcrbvg, kvmmt leider gar nicht iil F-rage.

Nun »ber dcnke mnn sich folgendcs: Das Attest einer
Koryphäe in Scchen Herzneuralgic zieht nicht. Mein
Refereiidar muß e.lsv iiis Lagvr nech Jüterbog fahren.
Der dortize Lagerarzt ivird ihn hefrcien, und er Ivird in
ein bis zwei Tagen wieder in Berlin scin. Denkt mein
Neferendar. W.is abcr geschieht? Ter Lagerorzt miter-
srcht — dikretiert: dableiben. Mcin Referendar bleibt
nnd kehrt nach drei Mvnatcn zurück. Als Todeskandidat?
KeinestveB l Geheilt. Und zivar völlig.

Extrakt- "/, Jahr Neuralgie-Koryphäen-Behuiidlung
war-n erfolglvs.

V« Jahr hiefereiidarlagvr in Jüterbvg heilte
huniortprozentig.

W.

//0/707'sc

Durch den Autorenstreit um das Manuskript
zu dem Peer-Eynt-Film erfuhr man ungeheuer-
liche Zahlen aus der Branche.

Da haben, sage und schreibe, zwölf Autoren
an dem Buch gearbeitct und sage und schreibe
drciundfiinfzigtausend Mark insgesamt dasür er-
balten!

Eott sei Dank — Ibsen ist ja tot. Er hatte
auch nichts fordern können, es sci denn ein Hono-
rar sllr dcn Titel — sonst war nichts von
ihm. a.

c/sc 6sss//ss/)s//"

Man nehme eine Berliuer Zcitung zur Hand. Un-
iveigerlich siößt maii auf fvliende Nvtiz in der Rubrik
„Aus dem gesellschaftlichen Leben": „Der kalabresische

Gesvndte uud F-rau Q. qavcn in lprcin Hciin in Vcr

R-Straße eiuen Tee. Man sah deu s'ischen Gesaudten T.
mit seiuer jungen Gattiii, Herrn Bvtschaftsrat U. von
der b'ischcn Boischaft, fernvr Hvrrn vvn W. und die
Atte chäs lk., P. m,d Z"

Wer Ivill denn das ivissen? Unser Jiitercsse füe?!a-
mcn ist nie ansgeprägt gcwesen. Es hat merilich nach-
ael. ssen, seit der F-ührer vvn seinem Bvgne.digungsrecht
für jene beiden Berliner Damen, Sprößlingc nus „nr-
altem Adel", kenien Gcbrauch gemecht hat und diese
wegen Lendesverrets hingerichtet ivurdeu.

Uns scheint aber, cls gäbe es immer nech Menschen
und Stellen, die ein frommer Schauer überläust, wemi
eiucr seiue Abstaminuug nuf Karl deu Dicken zurückführt.

W.

/ss se/kpvs^s So/kssc/üsc/)

Anläßlich der italienischen Mobilisierrng gegen Abes-
sinien wi rden alle Deutsch-Südtiroler, welche gerade im
italicnischcn Heer dienten, nach Afrika eingeschifft. Zwöls
vvn ihnen gclang es, über die Grenze zu fliehen. Neun
von ilincn, die sich über den Brcnner gerettet hvtten,
wurden in Osterreich verhastet und vvn der österreichischen
Bmidesregieriing an Jtalien ansgeliefcrt. Alle ncirn
Deulsch'Südtirvler wurden in Jtalien standrechtlich er-
schossen.

? ? ?

Was geht im Kolpinghaus vor???
 
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