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1« Rr. 1

,^ver He1d«lb«rser «t»de»t^

«ett- »

dazu sage. Setne Sittlichkeit entscheide über seine
Berechtigung. Bisher habe «ine unparteiliche Macht
zur Schlichtung von Konslikten gesehlt. Sie werde
inimer fehlen. Gerade dsshalb sei der Krieg unaus-
rottbar. Denn einerseits fehle jene Jnstanz, anverer«
seits schafse das Völkerleben immer und ewig Kon-
flikte, die entschieden werden müßten und oft nur
entschieden werden könnten durch das Schwert.
Auch sei der Krieg ein Mttel der Lebensbehauptung
des Bolkes. Als solcher könne er nicht von rechtlichen
Boraussetzungcn abhängen. Daher könne der Krieg
durch das Recht nicht ersetzt und überhaupt nicht ad
geschafft werden. Von diesem Standpunkte aus sei
der lbrieg auch für den Einzelnen nicht eine Kette un
endlicher Leiden, sondern eine Daseinserhöhung. Er
hebe den einzelnen über das Durchschnittsleben
hinaus und mache klar, daß das Einzelleben nicht
das Wesentliche fei am Menschen und seiner Persön
lichkeit, sondern das Zufällige und Unwesentliche.
Der Tod im Felde bedeute Erhöhung und Erfüllung
der Persönlichkeit und verleihe ihr den eigentlichen
Sinn als Glied der Gemeinschaft. So sei der Krieg
nicht zu beseitigen. Dies neue organische Denken
konnte sich dabei auf die Geschichte berufen. Denn
ost vvllzog der Krieg in der Tat die historische Ge
rechtigkeit an den Staaten. Er maß den Wert eines
ganzen Volkes und wog Vergangenheit und Gegen-
wartmit allen Kräften und Schwächen. Er war oft
der gerechte Richter der Welt. Denn Sieg oder Nie-
derlage sind imnier das Ergebnis der Geschichte und
der Gegenwart zugleich, die absoluteste Abwägung
eines Volkcs. Gegen diese Entscheidung gibt es
keine Berufung. Auch war der Krieg häufig der
Reformator. Er schloß mitunter ganze Perioden
ab, beschleunigte die Entwicklung und brachte gerade
durch die Niedcrlage Völker zu späterer Blüte. Jena
war das Weltgericht über das erstarrte Preußen,
Waterloo über Napoleon I., Sedan über Napoleon
III. und Versailles 1919 über das zu leicht besundene
deutsche Volk.

Wie stellen wir uns heute zu dieser Frage? Das
neue organische Denken über Staat und Krieg, das
im 19. und 20. Iahrhundert im Gegensatz zum Libe-
ralismus heranwuchs, hat für unsere heutige An-
schauung eine vorbereitende Bedeutung. Wir be-
antworten die Frage allein aus der nationalsoziali-
stischen Weltanschauung heraus. Der Nationalsozia-
lisnrus ist das Volk als Gemcinschaft und die Heils-
verkündung der Arbeit und des Friedens. Er lehnt
die liberalen Gedankengänge scharf ab und bekennt
sich zum organischen Staatsdenken. Daher sind wir
trotz aller Friedensliebe keine Pazifisten. Für ein
nn Dasein bcdrohtes Volk ist der Pazifismus Selbst-
mord. Durch ihn würdc der Weg zur Gesundung
und zur Freiheit nur erschwert und der gegenwärtige
Zustand ungleichen Rechtes und ungleicher Freiheit
immer wieder geschaffen werden. So halten wir
den Pazifismus für eine verderbliche Verirrung.
Wir lehnen seine zersetzende Gesinnung aufs schärfste
ab und verachten sie dort, wo sie auf erbärmlicher
Feigheit oder Schwäche beruht. Wir sind aber auch
keine Verherrlicher des Krieges. Wir lehnen die
falsche Kriegsromantik in gleicher Entschiedenheit ab.
Denn wir kennen die Furchtbarkeiten des Krieges
und wissen, daß er eine Geißel Gottes, die schwerste

Prüfung der Völker, ihr furchtbares Schicksal ist.
Daher sind wir dafür, den Krieg zu beschränken,
soweit er beschränkt werden kann, ihn zu vermeiden,
soweit er vermieden werden kann, ihn dmch Ab-
rüstung zu erschweren, soweit dies möglich ist.
Nichtsdestoweniger aber finden wir uns mit der Tat-
sache^des^Krieges^ab als mit einer in den Wirklich-

keiten unserer irdischen Daseinsbedingungen be«
gründeten Weltordnung, als mit einem mitunter
unvermeidlichen Schicksal. Daher erkennen wir den
Krieg als berechtigt an, der für die Lebenserhaltung
der Volksgemeinschast, für ihre Freiheit, ihre Ehre,
als Verteidigungskrieg nicht vermieden werden
kann.

MvV-ttV«
tewo« KvgMstelos

Wir verurteilen das kriegerische Übergreifen in
fremde Bolksräume. Wir weisen den Jmperialismus
gegen rassengleiche oder auch gegen kulturgleiche Völ-
kcr ab. Aber wir entziehen uns nicht dem heili-
gen Verteidigungskrieg für Leben, Ehre und Frei-
heit des Volkes. So fragen wir gar nicht mehr da-
nach, ob es Kriege geben soll oder nicht. Diese und
ähnliche Fragen haben für uns ihren Sinn verloren.
Wir fragen vielmehr nur danach, wie die Schickung
eines Verteidigungskrieges ertragen werden soll.
Dieser Frage allein gilt alle unsere Sorge. Denn
wir wissen, daß der neuzeitliche Krieg nur gemeistert
werden kann durch heroische Gesinnung und durch

das sittliche Bewußtsein desfVolkes, eine Gemein-
schaft zu sein. So müssen und wollen wir den seeli-
schen Heroismus und den sittlichen Sozialismus
pflegen, um dem Schicksal gewachsen zu bleiben.
Beides allein zeigt den Völkern in der Stunde der
größten Not hoch über den Nicdrigkeiten des gemei-
nen Daseins die ewigen und wahren Aufgabcn und
Ziele und läßt sie alles an deren Erfüllung setzen.
Nur ein Volk, das diesen heroischen und sozialistischen
Sinn für den Berteidigungskrieg sich bewahrt, wird
vor dem Schicksal des Kcieges und in der Geschichte
bestehen können.

(AuS dem Buch vonWaul Schmitthenner: „BolkstümlicheZWehrkunde")

Wevrvaftev willv

Der wehrhafte Wille des deutsche» Bolkes
hat iu ber Bejahusg ber Souveräuitiits«
erkläruug über das gesamte Reichsgebiet set»
«e» gröhten «ub eiudriuglichste« A«sbr«ck be»
komme«. Das tst ber A»sbr«ck eines Willens,
der seit Iahrhuuderte« -as dentsche Wese«
ausmacht «nd -er a«ch trotz aller Widerstände
»icht gebroche« werde« ko««te, ber bliev ««b
der sich steigerte z« dem Bekeu«t«is etnes
gauze« Volkes.

Z« alle» Zeiten war dieser wehrhafte Wille
durch irgeudwelche Zeitftrömungeu dedroht,
die, gleichgültig wie fie hietze«, »ichts anheres
waren als ei« llberalisttscher Pazisismus oder
ei« pazisistischer Liberalismus, der «ach A«s-
ga»g des Weltkrteges sei»e grötzte« Ansmatze
a««ahm ««- dem z» dicser Zelt alle Mittel
z«r Bersüg««g stauden, für immer gülttg z«
blelbe».

Ei«e a«s ei»em Gchmachfriede» a«sbaue»be
»«d davon zehre«de Regiernug hatte es stch
z«r Ansgabe gemacht, de« wehrhaste» Wtlle«
des deutsche« Volkes ei« sür allemal a«s»
znrotteu, ««b zwar mtt Methode«, die ver»
sprache«, z«m Ersolg zu sühre«. Verlockenb
schilderte man dem dentsche« Bolke be« ewige»
Friede«, der a« die Stelle des gransamen
Krieges treten sollte, die fiunvolle Arbeit im
Gegeusatz zur Wehrtüchtigung, das einstchtige
Nachgebe« im Gegeusatz z«m selbstbewntzte«
Austrete«.

Packeud ««- a«spreche«d ware« biese The-
se«, die aus bem beutschen Mensche» ei«e«
sr ^Iiche« Weltbürger mache» wollte«, ber
«^ sichtig und «achgedend fich i» die Gesellschast
der Meuschheit etusügen sollte, «mgebe» vo«
dem Nyurdus, eiuer der erfte« vo» deue« z«
sei«, die der Welt den wahrhasten Friede»
bringe«.

U«d trotzbem kouuteu diese These« «icht
Gemeingnt des dentschen Volkes werbe«. Die
Lüge, bie fich i« diese« A«scha«u»ge» barg,
«ahm shue» ihre Existenzmöglichkeit, beun fie
ware« «icht a«sgeba»t a»s dcr klare» Erke««t-
»is der Richtigkeit »nb Notweudigkeit, sonder»
fie ware« e«tsta»den als Rechtsertignug ei»er
Unsähigkeit, Uuzulänglichkeit ««b Feigheit,
ei«es Gchwächegesühls, das ma» als stttliche
Kraft hinznstelle» versnchte.

Die Auswirkunge« des Bersailler Friederrs,
eines Diktates, das einschueibenbe Axthiebe
führte gegen die Wurzel« des dentsche« Le-
be«sba«mes, oersnchte ma« dahin ausznlege«,
datz fie ei«e allgemeiue Weltkrise, Gebsrts»
wehen einer »e«en Zeit seie«, oh«e darauf
eiuzngehe», datz nicht eine Weltkrise, sonüern
eiue d«rch das Diktat verursachte Krise
De«tschla«d a« de« Rand des Abgruudes ge»
sührt hatte.

Aber diese TLuschuuge» des de«tsche« Bol-
kes wnrde« vo» diesem als solche erkanut.
Als j«»ges Bolk stand es i« seinem Existeuz-

kamps und sah seiue» Befiasd gesährdet. Mtt
der Grütze der Lüge a»s ber rt«e» Geit«
»ahm der Wtlle z«m Befta«b, ber wehrhast«
Wille b«S BolkeS z«. U«d gerad« d«rch de«
wehrhaste« Wille«, der das SN»ge« «m Shre,
Kreiheit «»d Recht i» fich trägt, ber a«s biese«
drei Pseiler« r»ht ««b der i« diese» seine«
Mederschlag si«b«t, »ah« dieser Wille immer
grötzere AuSmatze a». I« grötzer -ie Rot, «ms»
grötzer der wehrhaste Will«.

Fm Iahre 1S»S broht« bas System beS
Gelbstdetrugs i« baS Ehaos «»terz«gehe», alS
ei» Teil des Bolkes, ber fich «m Ab»ls Hitler
geschart hatte, zum letzte« ««b eudgültige»
Schlag ausholte. Der wehrhaste Wtlle» vo»
viele» «esühlt, bnrch ei«e« z»m AnSbruck ge»
bracht, e«tsta«den durch die Gchmach «»L ihre
Folge«, die a«s bem Bolk laftete«, hatte bie
Beste« zusammengesührt, «m bies« Gchmach
ahznschüttel«.

Das Iahr 1S8S brachte be» Gieg -es wehr»
haste« Wtlleus ei«es junge« Bolkes über bte
Bejaher der Gchmach von BersailleS, bie biS
dahi« bte Kette«, bie Dentschlaub baude«, mit
Phrase»blüte» «mrangt hatte«.

Der wehrhafte Wille war wieber voll ««»
ga«z dte Grnndlag« der Lebe«Ssühr«»g beS
Bolkes geworde«. Ei« Bolk, das »icht de»
Willen znr Srhaltnng »o» Shre, Kreiheit
»nb Recht znm Ansgangspunkt seiner Existenz
macht, mntz »atnrnotwenbig seine DaseinS»
berechtig««g verliere».

Es war ««d ist kei« Ch<n»vl«ism«s, der de«
be«tsche« Me«scheu beseelte »nd beseelt, anch
kei» Hurra-Patrtotismns, so«der« das Gesühl,
Glied eines Bolkes zn sei«, bas gek«echtet »«b
niedergetrete« war, weil ma« es ebe» alS de»
Feiud ber Menschheit, de» Barbare«, -e» Zer»
störer htngestellt hatte, der «iedergeschlage»
werben mntzte.

Der wehrhafte Wille machte Fro«t gege»
biese Disfamier«»g, den« im Lede« etues
Bolkes kommt es »icht darauf a«, wie eS vo«
a«bere« Bölker« gesehe» sei» will ««d ge»
sehen wird, sonder» was es vo« fich selbft hält.
Die deutsche Natto« weitz vo« fich, datz sie ei»e
K«lt«rnatio» ist. Fleitz «nd Kö»«e« deS BolkeS
stnb hier Matzstab. U»ser Bolk ka«« »icht
warte«, bis a»bere Bölker fich z« bieser A«stcht
bequeme«, indem fie lange Debatte« sühre«,
soudern ber wehrhaste Wille treibt bas Bolk
z«r Tat. Deutschlaub trat a«s bem Bölkerbnnd
a«s. Nicht Debatte« sollte« iiber das Schicksal
bes Bolkes entscheide», soudern die etge»«
Kraft, die »icht über ihre Greuze« ka«n, die
aber »ichts «nversncht laffe« dars, all bas z«
erreicheu, was i« ihre« Grenze« mvglich ist.
De«tschla»d hat bte allgemeine Wehrpsltty«
wieder eiugesührt »«d die Wehrhoheit über
das gesamte Reichsgebiet mteber hergeftellt.

Der mehrhaste Wtlle hat die Freiheit »ach
i««e« ««d «ach autze» mieber hergestellt» bie
Ehre bes Bolkes wieber z« Geltuug gebracht
«»d das Recht bes Bolkes wieber z«r Grn»b«
lage seiner Exiftenz gemacht.

Der wehrhafte Wille des BolkeS lebt, lebt
i« «ns u«ö wirb überliefert werde« an alle
kommeude« Generationen, den» er mntz lebe«,
da er die Grütze «»seres Bolkes bebi«gt.

Otto Gtadler.



tzVr> vofne/rmen F/uüenten

Hiermit lonnnen wir auch mal zu Wort (hoffentlich
kommt unsere Eingabe nicht unter „Vorstotz") I

Wir lehnen bewusit diese proletarischen Manieren ab,
i» einer Pause, wo man gerade Zeit zum Poussieren hat,
Fch da hinzustellen und zu singen, wie das die groste Masse
sut. Auch passen die Lieder gar nicht zn uns.

Wirlehnen es ab, sich in der Unisorm irgendeiner For-
mation zur Schau zu stellen. Unsero Vornehmheit be-
ruht auf unsorer Zurückhaltung. Wenn wir schon mal
ein Braunhemd anziehen, dann ist es ein seidenes.

Wir verlangen, zu den Festen der Studentenschaft
beratende Stimme zu erhaltcn. Die Abschaffung des
Smoling fiir solche Gelegenheiten erweckt im Volk eine
ganz falfche Meinung bon uns, als ob wir gesellschaftlich
nicht mshr aus der Höhe wären. Es verschwindet eben
leider immer mehr jenes vornehme Bild der Studenten
in den Palast-Hotels.

Also: Wir verlangen Rücksichtnahme!

(O wie groh ist Gottos Tiergarten I Die Schriftltg)

fri

. . . unck ckas Kkbt es auc/r

Man hat sich mit der Zeit an verschicdenes gewöhnt'
Lampions mit dem Führerporträt, Schlostbeleuchtung
mit Horst Wsssellieb, Zigarettenspitzen mit Hakenkreuz-
ornamentik usw. usw. — Wir kennen ja die Scherze und
haben bei ihrem Anblick Nerven wie Schiffstaue bekoin-
men. Aber manchmal reistt es doch gewaltig an unseren
gestählien Nerven; so vor einigen Tagcn bei mir. Jch
sitze im Erfrischungsraum (sprich im Studentenslang:
Astabar oder Bouillonkeller), da erscheint cin Jüngling.
Das wäreja weiter nicht verwunderlich, aber ich mvß mir
den Mann genau anschauen, irgend etwas stört mich an
ihni. Ich weist nicht, was es ist, es kommt vielleicht daher,
daß sem eigentümlicher Schimmer, der von ihm ansgeht,
mich verwirrt. Dor Jünglmg kommt näher, da gewahre
ich, dast seino Briist diesen eigentümlichen Glanz aus-
strahlt, denn sie ist von einem seidenen Braunhemd
allerliebst bekleidet. - K

„Aha" denke ich, „ein Revolutionär in Seide l Der
wciß, was er seinem Alabasterkörper schuldig ist!"

Jch betrachte mir nochmals diese schimmernde Jüng-
lingsgestalt... und dann wird mir schwarz vor den Augen.

Tt

/?a886ll/66llllllllZ au/ //oc/r8c/rll/öäll/cell

Der Dekanatsausschuß der Jngenieur-Abteilung der
Warschauer Technischen Hochschule hat angeordnet, daß
in den Hörsälen für die jüdischen Studenten besondere
Plätze anzuweisen sind, die nur von den Juden benutzt
werden dürfen. Wer diese Vorfchrift nicht beachtet, wird
aus der Hochschule cntfernt. Eine ähnliche Verordnung
haben auch das Dekanat der Maschinenbauabteilung
sowie der Dekanatsausschust der Lemberger Techuischen
Hochschule erlassen. Als die Verordnung verlesen wurde,
verließen die jüdischen Studenten unter Protest den Hör-
saal. X. Y.

/?r'c/r/r'^8/e//llll^ ullä Sr'tte/

Mlen Zeitungen und Zeitschriften sei hiermit gesagt,
dast von der Heidelberger Plüschsofa-Romantik nichts,
aber auch gar nichts mehr ükrig ift.

Wir können das beschwören und bitten alle Zeitün-
gen und Zeitschriften, eine andere Platte aufzvlegen und
nicht immer die von nns schon längst in den Mülleimer
geworfene „Alt.Heidelbcrg-Du-Feine"-Platte ihren Le<
sern vorzusetzen. St.

Ou/er' /?«//

All denen, die von Natur aus veranlagt sind zn Mau-
len, wollen wir den Nat geben:

Zahlt Eure Pflichtpfennige auf einmal dann brancht
Jhr nur einmal in Wut zu kommen und Jhr habt Zeit,
Ench auf andere fllr Ench anstöstige Dinge zu stürzen.

St.

OLZ V-LK/er-ttWe/

Ja, die christliche Nächstenliebe!

Man soll es nicht glauben, wie sie doch bei einzelnen
Menschen ausgeprägt ist, zum Beispiel bei dem Herrn
Jvachim Eisenberg, von der Deutschen Christlichen Stn-
dentenvereinigung, der seine Liebe über wildfremdc
Menschen ausschüttet, um sie in trüben Stunden zu trö-
sten, ohne erst zu fragen, ob die Armen auch eine frohe
Botschaft hören wollen.

Herr Eisenberg kommt nicht persönlich. Er wählt den
Weg über das Sendeschreiben, das alfo beginnt:

Liebe Kameraden!

Dieser Brief soll Ench zu Ostern sehr herzlich grüsten;
die meisten werden sicher in der Kaserne bleiben müssen
und nicht nach Hause fahren können. Darum möchten wir
Euch helfen, ein wenig Zeit zur Besimiung zu finden, um
die frohe Botschaft vom auferstandenen Christus recht zu
hören und zu verstehen.

" Jn herzlichem Gedenken grüstt Euch
Euer

Joachim Eisenberg.

(Wir lesen gar nichts von Heil Hitler, Herr Eisenberg!
Die Red.) Die frohe Botschaft, die Herr Eisenberg ver-
kündet, lautet:

Die Auferstehung der Toten

„Gott ist nicht ein Gott der Toten,
sondern der Lebendigen".

Matth. 22, 32.

Eine vornehme Gesellschaft von einigen aufgeklärten
Herren der jerusalemischcn Geselkschaft hatte Jesus die
Frage nach der Auferstehung der Totcn vorgelegt. Als
Menschen, die in griechischer Bildung erzogen und mit
den wissenschaftlichen Erkenntnissen der Zeit vertrant
waren, waren sie mit derlei pnmitiven roligiösen An-
schauungen wie dem Glauben an die Totenauferstehung
längst fertig. Sie stellten darum an Jesus die Frage
eigentlich auch gar nicht, um Vvn ihm über diese Frage
ernsthaft belehrt zu werden, sondern mehr, um zu hören,
wie sich Jesus einer solch kitzligen Frage gegenüber ver-
hült. So legen Sie Jesus eine Geschichte vor, die die Un-
möglichkeit des Auferstehungsglaubens jedem vernünfti-
gen Menschen eindeutiq klannachen soll: Eine Frau habe,
erzählen sie, im Laufe ihres Lebens hintereinander sieben
Männer gehabt, die alle der Reihe nach gestorben seien.
Wie, so fragen ste Jesus, stelle er sich nun eigentlich die
Schlichtung des interessanten Ehedramas vor, das jich
doch unfehlbarnach der Auserstehung der Toten im Him-
mel abspielen müsse, wenn jeder dieser sieben Männer
seine Eigentumsrechte an dieser Frau geltend mache.

Der moderne anfgeklärte Mensch legt der christlichen
Kirche Shnlich« Geschichten vor, um nachzuweisen, daß
die Änferstehung der Tvten, speziell Jesu wunderbare
Totenerweckungen sowi« seine eigene Auferstehung nur
von kindlich naiven Menschen geglaubt werden könne.
Man wefft hi» auf die Zersetzung der Zellen in dem Ber-
westmgsprozeß und auf den Gestaltwechsel der stofflichen

Substanz, um dentlich zu machen, daß so etwas wie eine
Totenauferstehung doch völlig unglaubwürdig sei.

Was für eine Antwort gibt Jesus auf diese Frage?
Er lästt sich mit den Herren aus Jerusalem überhaupt
nicht auf einen Disput ein über die Frage, wiedie Toten-
auferstehung vorznstellen sei und ob sie im Bereich dessen
liege, was wir Menschen für möglich halten. Er weist nur
auf eine Tatsache hm, die nach seiner Meinung die ganze
Frage entscheidet, auf Gott, den Schöpfer. „Gvtt
ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen"
usw. nsw.

Jch war Zeuge, wie die Arbeitsdienstmänner, an die
diefes Schreiben gerichtet war, tobten, als sie es erhielten.

Wäre Herr Eisenberg doch auch Zeuge gewesen!
Die frohe Botschaft verursochte nämlich nichts anderes
als em gottsjämmerliches Fluchen, da man in ihr nichtS
anderes sah, als eine recht plumpe Reklame füreinen Ver-
ein, der sich DCSV. nennt. Und das mit Recht!

Jch würde so etlvas nicht tun, HerrWsenberg I

B.

„/Vrr/r'olla/äelvuMer'n öerm /?auc/rell".

Die „Narodni Politica" fordert mehr Nationalbe«
wußtsein beim Rauchen. Die Bezeichnungen dertschecho-
flowakischen Zigarren und Zigoretten erregen nämlich
plötzlich ihr Argernis. „Wozu" schreibt bas Blatt, „die
vielen fremdsprachigen Namen auf den Zigaretten?
Stambul, Yaka, Chiubek, Khedive, Graziosas, Defecto«,
Cvrnnitas usw. Das steht ja so aus, als ob die tschechische
Sprache sich selbft flir armselig hiclte und vor dem Wort-
laut der exzentrischen fremdländischen Bezeichnungen
bedingungslvs kapitvlicrte, was schon aus Gründen des
nationalen Selbstbewußtseins nicht angebracht ist." Die

Tie Tabakregie müge das Beispiel Südllawiens nachah-
nien. das alle Tabakcrzeugnisse nach den Flüssen des
Lanbes benennt.

Zur Bezeichnung von Zigaretten empfiehlt das Blatt
die Vsrwendung von Bergnamen. Der Borschlag ist
sicher richtig und gut. Wie abcr steht es mit der Anerken-
nung des nationalen Selbfrbewutztseins deranderksprachi.
gen Volksgruppen? Wirv es bei den neuen Zizaretten
auch Bezeichnungen wie Altvater, Schneekoppe usw.
geben?






.. ..... -LL


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