Hübsch, Heinrich
Bauwerke: Text zum ersten und zweiten Heft — Karlsruhe und Baden, 1838

Seite: 8
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Die Haupt-Faeade ist gegen die Wall-Strasse gerichtet, welche um 10 Fuss höher liegt,
als der auf der Rückseite des Gebäudes befindliche Hof. Damit die Knaben beliebig von den
Mädchen getrennt gehalten werden können, sind zwei Haupt-Treppen angelegt, welche in dem
unter dem ersten Stockwerk befindlichen Erdgeschoss zwei Ausgänge in die getrennten Höfe
gewähren. Im ersten und zweiten Stockwerk kann diese Trennung beliebig durch ein auf
dem Gang anzubringendes Gitter bewerkstelligt werden.

Das erste Stockwerk enthält in der Mitte eine — bei schlechtem Wetter zu benutzende —
Spiel-Halle für die Knaben, in dem Pavillon zur Linken den allgemeinen Lehr-Saal der
Knaben, und zur Rechten den Speise-Saal, unter welchem die Küche im Erdgeschoss ange-
bracht ist. Das zweite Stockwerk enthält bei gleicher Eintheilung in der Mitte eine Spiel-
Halle für die Mädchen, rechts deren Arbeits-Saal und links den Bet-Saal. Später wurde
eine kleine Kirche im Hof besonders erbaut. Die zwischen den Sälen befindlichen Zimmer
dienen zur Wohnung des Verwalters und zu verschiedenen anderen Bedürfnissen. In dem
dritten Stockwerk sind die Schlaf-Säle und in dem vierten befinden sich Magazine, Trocken-
böden u. s. w.

Die Abtritte sind in gehöriger Anzahl auf der einen Seite für die Knaben, auf der
andern Seite für die Mädchen an beiden Enden des Erdgeschosses angelegt.

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DAS SCHUL-HAUS ZU CARLSRUHE

ist ausschliesslich für Mädchen bestimmt. In dem ersten Stockwerke befinden sich zwei
Lehr-Säle; ebenso in dem gleichmässig eingeteilten zweiten Stockwerke. Das dritte Stock-
werk enthält zwei Lehrer-Wohnungen. Hierbei hielt ich — um die Aufgabe auf möglichst
solide Weise zu lösen — alle auf dem Hohlen stehenden Riegel wände ganz dünn, und ordnete
die Eintheilung so an, dass alle Feuerwände und Kamine auf massiven Mauern ruhen. Die
Abtritte für die Kinder liegen ausserhalb auf einer Seite des hinter dem Gebäude sich aus-
dehnenden Hofes.

Der äussere Verputz ist nicht glatt abgerieben, und angestrichen, sondern besteht in
einem Spritz-Bewurf, wobei der Färbe-Stoff schon vor dem Auftragen unter den Kalk
gemischt war.
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