Hübsch, Heinrich
Bauwerke: Text zum ersten und zweiten Heft — Karlsruhe und Baden, 1838

Seite: 63
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zu den Wohnungen führen, sind gewölbt und in der Weise durch Gitter abgeschlossen, dass
immer das zunächst gelegene vordere Zimmer an einen ledigen Assistenten abgegeben werden
kann.

An der südlichen Wiederkehr des Lager-Hauses, welche übrigens gleich der nördlichen
vorerst noch nicht ausgeführt werden soll, werden, statt der Erahnen, zwei Wippen auf-
gestellt werden. Der Hof soll durch ein Quer-Gitter in zwei Theile abgeschieden \rerden,
wovon der grössere nördliche für die verzollbaren, der kleinere südliche aber für die unver-
zollbaren Waaren bestimmt ist; bei einer etwaigen spätem Vergrösserung der Anlage soll
für die letztern Waaren ein besonderer Raum jenseits des Wegs b angelegt werden.

Da das Gebäude ganz frei steht, so strebte ich nach einer solchen Haupt-Anordnung,
welche von keiner Seite eine ungefällige Gruppirung der Theile darbietet. Die Dachungen
werden mit Schiefer eingedeckt. Der Sokel ist mit Quadern aus rothem Sandstein, alle Wand-
und Frei-Pfeiler nebst den Gurten und Fenster-Bänken aus grauem Sandstein, die Fenster-
Einfassungen aus hartgebrannten faconnirten Backsteinen und die Wand-Flächen mit kleinen
Quadern aus rothem Sandstein ausgeführt: so dass auswendig kein Verputz und Anstrich
vorkommt, wie die Detail-Zeichnung der Facade näher zeigt. Das Haupt-Portal wird mit
einer kolossalen Gruppe — den Handel und die Schiffahrt darstellend — geschmückt.

Im Jahr 1839 soll das Ganze vollendet seyn.

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DAS MUSEUM ZU CARLSRUHE #).

In diesem Gebäude, welches im verflossenen Jahre begonnen wurde, und im Jahre 1840
vollendet seyn wird, sollen Werke der zeichnenden Künste und der Plastik, so wie Antiqui-
täten verschiedener Art aufgestellt werden. So sehr auch diese schöne Bestimmung an sich
eine freie und grossartige architectonische Anordnung begünstigt; so wurde doch hier die

*) Ich erlaube mir, um die Bestimmung dieses Gebäudes deutlicher anzuzeigen, diese Benennung zu
adoptiren; ob es gleich sonst „Academie-Geäbude" genannt wird, weil das ältere Gebäude von
gleicher Bestimmung einmal diesen Namen führt, und weil schon längst ein Casino unter dem
Namen „Museum" in Carlsruhe besteht.
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